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Oberklasse für WirtschaftswunderAdenauers Kanzler-Klasse versus Kapitän und Barockengel

06.04.2026, 10:16 Uhr
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Symbol des Wirtschaftswunders: Der luxuriöse Opel Kapitän 1951 belegte Platz drei der deutschen Verkaufscharts hinter VW Käfer und Opel Olympia. (Foto: Opel)

Plötzlich bekam das Wirtschaftswunder automobile Symbole: Vor 75 Jahren präsentierten BMW, Mercedes und Opel Prestigefahrzeuge für die Nachkriegsära. Bundeskanzler Adenauer machte den Mercedes 300 zum Leitstern im Luxussegment, und BMW 501 oder Opel Kapitän waren berufliche Erfolgsausweise.

Heute ist es die neue Mercedes S-Klasse, die den Stern aufrecht auf der Motorhaube trägt und funkelnde Sterne im gigantischen Chromgrill zeigt, um die Blicke zahlungskräftiger Kunden Richtung Stuttgart zu fokussieren. Fast so wie im Frühling vor 75 Jahren, als Mercedes gleich zwei neue Topmodelle präsentierte, die mit großen Sternen auf konservativen, senkrecht stehenden Kühlergrills Zeichen setzten.

Als Monument des technisch Machbaren in der Sechszylinder-Klasse legte der Mercedes-Benz 220 (W 187) auf der ersten Nachkriegs-IAA in Frankfurt das Fundament für die spätere S-Klasse, die bis heute in über 4,5 Millionen Einheiten verkauft wurde - und damit alle Konkurrenten übertrifft. Zur eigentlichen Sensation des Autojahrgangs 1951 avancierte aber der "Große Mercedes" vom Typ 300 (W 186 II), dessen Messepremiere nur unter Polizeischutz stattfinden konnte: Rund 600.000 Menschen drängten sich, um einen Blick auf den knapp fünf Meter langen Big Benz zu erhaschen.

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Heute ist der "Kanzler-Wagen" ein Star im Bonner Haus der Geschichte – 1951 machte der Mercedes 300 Furore als Dienstwagen von Konrad Adenauer. (Foto: Autodrom)

Staatskarosse "Adenauer-Mercedes"

Mercedes war zurück auf Augenhöhe mit Rolls-Royce und Konrad Adenauer, erster Kanzler der jungen Bundesrepublik, eilte zu fast allen Terminen in einem 300er. Kein Wunder, dass der Volksmund diese bis 1962 gebaute Staatskarosse bald nur noch respektvoll "Adenauer-Mercedes" nannte.

Mercedes vor Konzern- und Machtzentralen: Diese Vormachtstellung konnte BMW weder mit dem 1951 vorgestellten Typ 501 brechen noch mit dem 1954 nachgelegten 502, der als erstes Großserienauto mit Leichtmetall-V8 Geschichte schrieb. Allein Rüsselsheim lehrte den Stern das Staunen: Mit bezahlbarem Luxus überholte der Opel Kapitän alle anderen Statussymbole in den Verkaufscharts.

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Autofans im Fieber des Wirtschaftswunders: Die Premiere des Mercedes-Benz 300 "Adenauer" auf der IAA 1951 erfolgte unter Polizeischutz. (Foto: Mercedes-Benz Classic Archive)

Hollywood, Farb-TV und Märchenhochzeit

Opel in der Oberklasse, das ist heute nur noch nostalgische Erinnerung. Aber in den 1950er Jahren fuhr sogar das Spitzenmodell Kapitän im Kielwasser von VW Käfer und Opel Olympia Rekord auf Rang drei der deutschen Zulassungsstatistik. Möglich machte es der Großserien-Kostenvorteil des vom amerikanischen Geschmack inspirierten Sechszylinder-Cruisers der hessischen General-Motors-Tochter.

"Opel - eine Brücke über den Atlantik", mit diesem Slogan erreichten der Mittelklassetyp Olympia Rekord, aber auch der 1951 aktualisierte Kapitän die Hollywood-Träume der Deutschen, die die Kinos stürmten, um "Ein Amerikaner in Paris" mit Gene Kelly oder "Endstation Sehnsucht" mit Marlon Brando zu sehen. Die Amerikaner entwickelten damals bereits das Farb-TV, während es hierzulande noch dauern sollte, bis die ersten Schwarz-weiß-Bewegtbilder über die Mattscheibe flimmerten. Dafür erzählten die bunten Magazine von der Märchenhochzeit der jungen Soraya Esfandiary-Bakhtiary - Tochter einer deutschen Verkäuferin und eines iranischen Adligen - mit dem Schah von Persien in Teheran: Die Schleppe des Hochzeitskleids schmückten 6.000 Diamanten.

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Barocke Formen für die Fahrt des Generaldirektors nach Italien: BMW 501. (Foto: BMW AG)

Welch ein Kontrast zum deutschen Alltag: Das Pfund Margarine kostete 1,40 Mark, so viel wie ein Industriearbeiter pro Stunde verdiente. Fahrrad, Bahn und Bus blieben vorerst die entscheidenden Verkehrsmittel, aber das Auto wurde wichtigstes Wohlstandssymbol, und Deutschland stieg hinter den USA zum größten Automobilhersteller auf.

"Vollgasfeste Könige der Autobahnen"

Gut die Hälfte der Pkw-Produktion ging in den Export, und die deutschen Oberklassemodelle wurden weltweit als "vollgasfeste Könige der Autobahnen" gefeiert - die Briten etwa differenzierten damals zwischen Dauer- und Spitzengeschwindigkeiten - und als sichtbarer Erfolgsausweis der persönlichen Karriereleiter.

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Vorstandsklasse: Der BMW 501 "Barockengel" visualisierte ab 1951 Sechszylinder-Prestige in altmodischen Formen. (Foto: BMW AG)

So diente der "Adenauer-Mercedes", mit Preisen ab rund 20.000 Mark so teuer wie ein Siedlungshaus, Prominenten aus Film- und Showgeschäft und Generaldirektoren als Alternative zu Cadillac, Bentley oder Rolls-Royce. Auch Majestäten wie König Gustav VI. Adolf von Schweden oder Kaiser Haile Selassie von Äthiopien sowie Papst Johannes XXIII. (300 d Landaulet) vertrauten auf den in Standardkonfiguration fünf- bis sechssitzigen und 160 km/h schnellen Mercedes. Ebenso agil, aber noch exklusiver war der Mercedes 300 S als Coupé, Cabriolet und Roadster zum einheitlichen Preis von jeweils 34.500 Mark.

Opel als Star in Filmen und Songs

Zur Einordnung: Das entsprach den Kosten von drei Mercedes 220 oder drei Opel Kapitän plus einem Opel Olympia. Apropos Kapitän: Diese Fullsize-Limo übertraf den Mercedes 220 nicht nur in der Länge um stattliche 21 Zentimeter, sondern auch im Nimbus. Davon kündeten mehr als 1.000 Einsätze des Opel-Flaggschiffs als automobiler Filmstar, aber auch Balladen wie der Song des Liedermachers Reinhard Mey über den "51er Kapitän". Ganz Europa liebte den im Fahrkomfort amerikanisch weich ausgelegten Marine-Dienstgrad (zwei Drittel der Auflage gingen in den Export), gegen den auch Borgwards 1952 eingeführtes Spitzenmodell Hansa 2400 trotz schickem aerodynamischem Fastback chancenlos blieb.

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"Opel - eine Brücke über den Atlantik" lautete der Slogan, unter dem der im US-Chrom-Ornat glänzende Opel Kapitän bei der IAA 1951 debütierte. (Foto: Opel)

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis des Opels waren die raschen, modischen Designauffrischungen des Sechszylinders nach US-Vorbild. Ein Konzept sogenannter Planned Obsolescence, die mit dem 1958 aufgelegten und zu extrem konturierten Kapitän P 2,5 kippte. Nun besann sich Opel auf mehr Design-Kontinuität und wurde belohnt: Um 1960 beherrschten die Rüsselsheimer ein Viertel des deutschen Neuwagenmarktes und der Kapitän punktete als populärster europäischer Luxusliner.

"Adenauer-Mercedes" im Haus der Geschichte

"Keine Experimente", diesem legendären Wahlkampfslogan der CDU folgte Mercedes bei der sanften technischen und optischen Evolution der in immerhin 11.500 Einheiten verkauften Baureihe 300. Was heute mit einem vergleichbar exklusiven Mercedes-Maybach unvorstellbar wäre, wurde damals gesellschaftlich goutiert: Kanzler Adenauers Vorliebe zu raffinierter Repräsentation spiegelte sich schon im amtlichen Kennzeichen 0-002, das hierarchisch eigentlich dem Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers zugestanden hätte.

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Mondäner Lifestyle für Kanzler, Könige und High-Society: Der Mercedes 300 wurde von 1951 bis 1962 gebaut. (Foto: Mercedes-Benz Classic Archive)

Selbstredend nutzte auch Bundespräsident Theodor Heuss den 3,0-Liter-Reihensechszylinder, aber auch mehrere Minister und der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer kamen in den Genuss eines ebenso exquisiten wie kostspieligen "Adenauer-Mercedes", der heute eine der Hauptattraktionen im Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist.

Spöttische Spitznamen

Dennoch: Zu einem Symbol für den Wiederaufbau von Deutschland brachte es auch das mit dem spöttischen Spitznamen "Barockengel" belegte Duo aus BMW 501/502. Mit gegenläufig öffnenden "Selbstmörder-Türen" und schwülstigen Konturen erinnerten die großen BMW zwar an längst vergangene Zeiten, aber als 1954 lancierter 118 kW/160 PS starker und 190 km/h schneller V8-Typ 502 erwarb der Münchner das Image eines Helden der linken Spur.

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Zukunftsweisende Technik in altmodischem Design: Der BMW "Barockengel" glänzte mit dem ersten Leichtmetall-V8. (Foto: BMW AG)

Auch für Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte BMW eine adäquate Variante im Angebot, den Typ 505. Allein, der Benz-Fan aus Rhöndorf bei Bonn war nicht zum Umstieg zu bewegen. Gleichzeitig verhinderten die barocken Konturen den kommerziellen Erfolg der großen Bayern bei statusbewussten Unternehmern und Geldadel. Ein Desaster, das für BMW fast im Untergang endete, aber Rettungswagen wie die winzige Knutschkugel Isetta hervorbrachte. Schon damals galt: Manchmal sind die Kleinsten die Größten.

Chronik

1924: Vor dem Zweiten Weltkrieg setzen Mercedes-Modelle neue Maßstäbe in der Oberklasse, ab 1933 mit dem Modell 290 (W 18) sowie 1937 mit dem Typ 320 (W 142). Oberhalb dieser Luxusklasse positioniert ist der staatstragende "Große Mercedes"

1938: Im Herbst debütiert der Opel Kapitän als zweitürige Limousine, viertürige Limousine und als Cabriolet, dies u.a. von Gläser in Dresden und Hebmüller in Wülfrath. Der Kapitän ist der erste Oberklasse-Opel mit selbsttragender Karosserie

1947: Im Dezember beginnen bei Daimler-Benz die Planungen für einen neuen Repräsentationswagen, den späteren Typ 300, der auch im Exportgeschäft reüssieren soll

1948: Der erste deutsche Sechszylinder im Nachkriegsdeutschland ist jedoch der Opel Kapitän, dies als Fortführung des Vorkriegsmodells, aber ausschließlich als viertürige Limousine. Mit 2,5-Liter-Reihen-Sechszylinder erreicht der Kapitän eine Höchstgeschwindigkeit von 126 km/h. Der Vertrieb erfolgt zunächst ausschließlich an die Besatzungsmächte, die meisten Käufer sind amerikanische Militärangehörige

1949: 7.820 Opel Kapitän rollen im Jahr der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vom Band im Opel Werk Rüsselsheim. Der Vertrieb erfolgt jetzt auch an Privatkunden und auch der Export läuft an. Bei der Präsentation des Mercedes 170 S erläutert der Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Haspel die Modellbezeichnung "S" als Kürzel für "Super" oder "Spezial"

1950: Bis April wurden 12.936 Opel Kapitän gebaut. Im April sanfte Modellpflege für den Kapitän mit neuer Lenkradschaltung, geändertem Interieur und modifizierter Fahrwerkstechnik zugunsten besserer Kurvenfahreigenschaften, Vermarktung als Kapitän '50. Der neue Sechszylinder-Motor für den Mercedes-Benz 300 (W 186 II) wird konstruktiv finalisiert und auf eine Leistung von 85 kW/115 PS ausgelegt. Das endgültige Karosseriedesign des Mercedes 300 wird unter Hermann Ahrens gezeichnet, dies unter den Gesichtspunkten, dass der neue Oberklasse-Typ sowohl an die Vorkriegs-Modelle anknüpfen soll als auch zukunftsweisende Zeichen setzt durch fließende Formen, integrierte Scheinwerfer und Wegfall von Trittbrettern

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Vorbote der S-Klasse: Der 1951 vorgestellte Sechszylinder-Typ Mercedes-Benz 220 trat gegen BMW 501 und Opel Kapitän an. (Foto: Mercedes-Benz Classic Archive)

1951: Großes Facelift für das Opel-Flaggschiff. Als Kapitän '51 startet der Opel im März optisch und technisch modifiziert in die deutschen Wirtschaftswunderjahre. Besonders auffällig sind das ungeteilte Heckfenster, mehr Chromzierrat und ein stärkerer Sechszylinder mit 43 kW/58 PS. Am 17. April feiert der Mercedes-Benz 300 (W 186 II) auf der ersten IAA der Nachkriegszeit seine Weltpremiere. Bundeskanzler Konrad Adenauer entschließt sich schon während der Laufzeit dieser IAA zur Bestellung einer Mercedes 300 Limousine als Dienstwagen. Der Produktionsanlauf des Mercedes 300 erfolgt im November, und am 8. Dezember 1951 wird die Kanzlerlimousine mit der Fahrgestellnummer 00013/51 ausgeliefert. Es ist der erste von insgesamt sechs Mercedes 300, die Adenauer im Laufe seiner bis 1963 dauernden Amtszeit nutzt. Auch Bundespräsident Theodor Heuss, mehrere Bundesminister sowie der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer zählen zu den frühen Bestellern eines Mercedes 300. Neben der Sechs-Fenster-Limousine gibt es das viertürige Mercedes-Benz 300 Cabriolet D. Auf dem Pariser Salon debütiert der Mercedes 300 S als Coupé und Cabriolet. Die Mercedes-Limousine 220 (W 187) legt den Grundstein für die spätere Mercedes-S-Klasse. Bis heute wurden bereits über vier Millionen S-Klasse-Limousinen verkauft. Ebenfalls im Frühling 1951 debütiert der BMW 501 mit 53 kW/72 PS starkem Sechszylinder-Motor. Die Listenpreise des BMW 501 beginnen bei 15.150 Mark. Damit ist der BMW 501 die zweitteuerste Limousine (nach dem Mercedes 300) aus deutscher Produktion

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Heute undenkbar, damals ein Symbol des ultimativen Luxus: mit dem Mercedes 300 S Roadster (1951-1955) zum Flugzeug. (Foto: Mercedes-Benz Classic Archive)

1952: Der Karossier Schrott aus Stuttgart bietet den Opel Kapitän auch als Kombi an. Der Borgward Hansa 2400 mit aerodynamischer Pontonform und 60 kW/82 PS starkem Sechszylinder wird eingeführt, kann aber nur eine Nischenrolle am Markt ausfüllen. Produktionsbeginn des Mercedes 300 S als Coupé, Cabriolet und Roadster zum einheitlichen Preis von jeweils 34.500 Mark. Damit ist der 300 S teuerstes Auto aus deutscher Produktion. Für die Mercedes 300 Limousine ist ab Dezember 1952 ein Schiebedach lieferbar, und auch die von Konrad Adenauer bereits bestellte Trennwand zwischen Fahrer und Fond wird im März 1953 in die reguläre Optionenliste aufgenommen

1953: Der 1000. BMW 501 wird im September ausgeliefert. Der Opel Kapitän erobert den dritten Platz der deutschen Zulassungsstatistik hinter dem Volkswagen Käfer und dem Opel Rekord. Im Juli Produktionsende des Kapitän '51, von dem jedes zweite Auto exportiert wurde. Im November wird eine neue Generation des Opel Kapitän vorgestellt, nun in modischer Pontonform, interne Bezeichnung Kapitän '54. Die Leistung des Motors klettert auf 50 kW/68 PS, die Höchstgeschwindigkeit auf 138 km/h, ab Juni 1954 mit überarbeitetem, dann 52 kW/71 PS starkem Motor

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Als die Polizei Oberklasse fuhr: der durch TV-Krimis wie die Serie "Funkstreife Isar 12" populäre BMW 501. (Foto: BMW AG)

1954: Auf dem Genfer Salon debütiert der BMW 502 mit dem ersten in Großserie gebauten europäischen V8-Leichtmetallmotor (74 kW/100 PS Leistung aus 2,6 Liter Hubraum). Im März Produktionsanlauf für den Mercedes 300 b (W 186 III) mit Ausstellfenstern in den vorderen Türen. Neu ist außerdem der auf 125 PS erstarkte Motor mit Registervergaser. Optische Kennzeichen der Modellpflege sind vordere Ausstellfenster, verchromte Schutzbleche an den hinteren Kotflügeln und Stoßstangenhörner vorne und hinten. Die im März auf dem Genfer Salon vorgestellte Limousine Mercedes 220 (W 180) ist der erste Sechszylinder-Mercedes mit selbsttragendem Aufbau und modischer Ponton-Karosserie. In der Oberklasse bestätigt sich in Deutschland der relativ preiswerte Opel Kapitän als Bestseller, der seit drei Jahren angebotene, kostspielige BMW 501 spielt ebenso wie der BMW 502 nur eine Nebenrolle

1955: Adenauers persönlicher Referent Hans Kilb und Adenauers Fahrer Klockner inspizieren den BMW 505, der von BMW als Gegenentwurf zum Mercedes 300 vorgestellt wurde, allerdings kommt es nicht zu einer Bestellung des BMW durch das Bundeskanzleramt. Im März mehr Hubraum (2,1 Liter) für den BMW 501. Im Mai Vorstellung des schlichter ausgestatteten V8-Modells BMW 501 mit 95 PS starker 2,6-Liter-Maschine. Die Modelle 501/502 haben ihr bestes Verkaufsjahr mit insgesamt 4.567 Zulassungen. Im September Produktionsanlauf für den Mercedes 300 c (W 186 IV) mit größerer Heckscheibe, breiteren Reifen und hinterer Eingelenk-Pendelachse. Auf der IAA feiert der 300 Sc als Coupé, Cabriolet und Roadster mit dem Motor aus dem 300 SL Weltpremiere. Im August startet der optisch und technische modifizierte Opel Kapitän '56 mit angedeuteten Heckflossen, großem Chromkühler statt sogenanntem Haifischmaul und zusätzlichen Diagonal- und Längsstreben für besseres Fahrverhalten

1956: Ab August Einführung des Opel Kapitän '57 mit zahlreichen Änderungen wie neu abgestuftem, jetzt vollsynchronisiertem Dreiganggetriebe. Am 9. November läuft ein Kapitän als zweimillionster Opel seit Beginn des Automobilbaus in Rüsselsheim 1899 vom Band. Als erster deutscher Pkw wird der Mercedes 300 c mit Zentralverriegelung lieferbar. Im März debütiert der Mercedes 220 S. Mit Einführung des Typs 220 S wird der Buchstabe S in der Mercedes-Oberklasse konsequent verwendet. Dabei ersetzt der 220 S (W 180 II) den bisherigen 220

1957: Nur noch 1.701 BMW 501/502 werden in diesem Jahr produziert. Im Herbst wird der BMW 502 3,2 Liter Super eingeführt mit 140 PS Leistung aus 3,2 Liter Hubraum. Auf der IAA feiert der Mercedes 300 d (W 189) Weltpremiere. Der Typ 300 d auf verlängertem Radstand erhält eine neue Heckgestaltung und voll versenkbare Seitenscheiben ohne B-Säulen im Stil einer Hardtop-Limousine. Jetzt 160 PS Leistung. Weitere technische Neuerungen sind die Optionen elektrische Fensterheber, orthopädische Sitze, und Klimaanlage (ab 1958)

1958: Im Februar Auslauf des Kapitän '58. Der Nachfolger kommt erst im Juni in den Handel als Kapitän P 2,5 als fünf- bis sechssitzige Limousine mit Panoramascheiben, aber zu schmalen Einstiegsöffnungen und hinten stark abfallender Dachlinie. Im April läuft der letzte Mercedes 300 Sc vom Band. Ende des Jahres Produktionsauslauf für den BMW 501 mit Sechszylinder-Maschine, nachdem während der letzten zwölf Monate nur noch 150 Wagen dieses Typs verkauft wurden. Im Herbst gibt es eine neue Nomenklatur für die BMW-V8-Limousinen. Aus dem bisherigen 501 Achtzylinder wird der BMW 2,6; aus dem 502 2,6 Liter wird der BMW 2,6 Luxus, der 502 3,2 Liter mutiert zum BMW 3,2 und der bisherige 502 3,2 Liter Super nun zum BMW 3,2 Super

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Auch dieser Mercedes-Benz 300 d von 1960 war ein Dienstwagen von Konrad Adenauer. (Foto: Mercedes-Benz Classic Archive)

1960: Auf Basis des Mercedes 300 d wird ein Landaulet-Fahrzeug mit Sonderaufbau für den Papst produziert. Zwei weitere 300 d Landaulet werden in den Unternehmensfuhrpark aufgenommen und für Staatsempfänge an die deutsche Bundesregierung ausgeliehen

1962: Im März Produktionsauslauf für den Mercedes 300 d

1963: Kurz vor Ende seiner Amtszeit erwirbt Konrad Adenauer seinen letzten Dienstwagen, einen 300 d. Dieses Auto nutzt er bis zu seinem Tod im Jahr 1967. Auf der IAA 1963 debütiert der Mercedes-Benz 600 "Großer Mercedes", dies als Nachfolger der Repräsentationslimousine Mercedes-Benz 300 d

1964: Im März Produktionsende für die letzten BMW-V8-Limousinen, also die Typen 2600 L (110 PS) und 3200 S (160 PS). Insgesamt wurden rund 21.000 BMW der Baureihe 501/502 produziert

1994: Zur Eröffnung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wird Konrad Adenauers erster Dienstwagen der Mercedes-300-Reihe als eines der wichtigsten Exponate vorgestellt

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Revival der 1950er: Opel-Kapitän-Oldtimer-Treffen in Rüsselsheim. (Foto: Opel)

2026: Während eine aufgefrischte Generation der Mercedes S-Klasse ihre Markteinführung feiert, würdigen die Mercedes-Klassikabteilung und die Clubszene den 75. Jahrestag der Premiere des Mercedes 300 (W 186 II). Die BMW-Community feiert den Start des Typs 501 vor 75 Jahren und Opel das Jubiläum des Kapitän von 1951

Quelle: ntv.de, Wolfram Nickel, sp-x

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