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Elektroauto im SommerAn der Klimatisierung sparen lohnt sich gar nicht

18.07.2026, 14:26 Uhr
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Die Klimaanlage beeinträchtigt die Reichweite nur in geringem Maße. (Foto: Kia)

Wer Reichweitenangst hat, schaltet gerne mal die Klimaanlage seines Elektroautos aus. Doch das hat kaum einen Effekt, wie Versuche zeigen.

Die Klimaanlage kostet Reichweite - doch weit weniger, als viele Elektroautofahrer befürchten. Selbst bei großer Hitze ist es daher kaum sinnvoll, aus Stromspargründen auf Kühlung zu verzichten. Der Komfortgewinn durch die laufende Kühlung ist groß, die Reichweiten-Einbuße in der Regel aber überschaubar.

Genaue Verbrauchswerte lassen sich nicht pauschal nennen. Entscheidend sind unter anderem die Außentemperatur, die gewünschte Innenraumtemperatur, die Größe und Verglasung des Autos sowie Zustand und Technik der Klimaanlage. Als grober Richtwert gilt: Bei 25 Grad Celsius Außentemperatur und einer Innenraumtemperatur von 20 Grad benötigt die Kühlung etwa 0,5 bis 1 Kilowattstunde zusätzlich pro 100 Kilometer. Bei mehr als 30 Grad können es rund 1 bis 2 kWh sein.

Einbuße am Beispiel eines Hyundai Ioniq 5 ermittelt

Was das konkret bedeutet, hat der Energieversorger EnBW am Beispiel eines Hyundai Ioniq 5 mit einem Normverbrauch von 16 kWh ermittelt. Bei moderatem Kühlbedarf beträgt die Einbuße demnach rund drei Kilometer je rechnerischen 100 Kilometern Reichweite, bei starker Hitze etwa elf Kilometer. Die maximale Reichweite des Crossovers würde dann statt 570 Kilometer (Normwert) nur noch 507 Kilometer betragen.

Wer trotzdem beim Kühlen Energie sparen will, kann im Stadtverkehr die ersten Minuten mit geöffneten Fenstern fahren. Der zusätzliche Luftwiderstand fällt dann kaum ins Gewicht. Mit steigendem Tempo sollten die Fenster jedoch geschlossen werden. Spätestens ab etwa 70 km/h ist die Klimaanlage in der Regel effizienter, weil offene Seitenscheiben den Luftwiderstand deutlich erhöhen. Das gilt ebenso für ein geöffnetes Schiebedach.

ADAC-Versuch: E-Fahrer können im Sommerstau cool bleiben

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam der ADAC bereits 2024. Um zu untersuchen, was ein Sommerstau mit Stillstand für ein E-Auto bedeutet, hatte Dino Silvestro, der Leiter des Fahrzeugversuchs im ADAC Technikzentrum Landsberg, ein Tesla Model Y für acht Stunden bei 35 Grad und im Tagesverlauf steigender Sonnenintensität in eine Hitzekammer gestellt. Währenddessen saß ein Proband im Auto, die Klimaanlage lief bei 21 Grad und das Infotainment wurde genutzt. 

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Stromverbrauch im Stand geht klar: Selbst bei langen Staus können Fahrer von Elektroautos entspannt bleiben. (Foto: picture alliance/dpa)

Dabei habe das Auto im Stand 1,5 Kilowattstunden (kWh) pro Stunde verbraucht und der Akku so über den gesamten Versuch um 12 kWh oder 16 Prozentpunkte verloren, zog Silvestro Bilanz. "Wir haben den Tesla mit 60 Prozent abgestellt und nach dem simulierten Stau mit 44 wieder herausgeholt, sodass die Weiterfahrt problemlos möglich war." Er konnte sich deshalb keinen Sommerstau vorstellen, der ein Elektroauto tatsächlich in die Knie zwingen würde.

Zum Vergleich: "Ein Verbrenner hätte hier pro Stunde 0,8 bis 1,5 Liter und damit am Ende deutlich mehr verbraucht", so Silvestro. Denn so ein Auto hätte in einer ähnlichen Versuchsstellung etwa 6,4 bis 12 Liter benötigt, was einem Äquivalenzwert von schlimmstenfalls über 100 kWh entspräche. 

Quelle: ntv.de, abe/sp-x/dpa

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