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Neuer Chic aus FrankreichDS N°7 feiert Weltpremiere - Monster-Reichweite und viel Eleganz

21.03.2026, 06:27 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Paris
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Mit seinem markant beleuchteten Grill wird der neue DS°7 die Aufmerksamkeit der Passanten bestimmt anziehen. (Foto: DS Automobiles)

DS Automobiles ist ein kleines, feines Label mit einer stabilen Fangemeinde. Wirklich viel Volumen ist hier kaum zu erwarten, aber Produkte wie das künftige SUV DS N°7 könnten die Präsenz in Europa und auch in Deutschland auf den Straßen verbessern.

Welche Chancen haben Neuwagen-Kunden, ihrem Wunsch nach Individualismus überhaupt noch Ausdruck zu verleihen? Mit einem Klassiker geht das ja immer gut, aber wirklich exzentrische Fahrzeuge frisch aus der Fabrik sind Mangelware geworden. Vielleicht doch nicht ganz. Dank Marken wie DS Automobiles kann man durchaus dem Mainstream trotzen. Und das Portfolio ist nicht schlecht, wenngleich die Produkte jetzt keineswegs so arg "premium" sind, wie der Hersteller das selbst gern hätte und immerzu kommuniziert.

Das Problem ist, dass zwischen Listenpreis und Gebotenem manchmal Lücken klaffen - ein Top-DS-N°8 kann je nach Ausstattung auch mal über 80.000 Euro kosten, aber das ist eine andere Sache. Jetzt können die Franzosen mit dem gerade enthüllten Modell erneut unter Beweis stellen, ob sie das Zeug dazu haben, Kunden in ihren Bann zu ziehen. Und während es Offerten wie der letztes Jahr eingeführte DS N°8 strukturell schwer haben (gehobene Limousinen sind einfach keine Massenware), dürfte der jetzt enthüllte N°7 hier und da tatsächlich auf Gegenliebe stoßen. Mit etwas Glück startet er zu Preisen ab knapp unter 50.000 Euro.

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Dank hoher Gürtellinie wirkt der neue DS mächtig. Besonders lang ist er nicht, was sich in der dicht besiedelten City auszahlt. (Foto: DS Automobiles)

Und er sieht ja auch verdammt gut aus, das muss man sagen. In puncto Designsprache haben sich die Kreativen sehr wohl an der Limousine N°8 orientiert. Das sieht man sehr gut an der Front mit ihrem markant beleuchteten Grill. Hinten sorgen ausdrucksstarke LED-Schlussleuchten für Wiedererkennung, insbesondere bei Nacht. DS-Marketingleute sagen dazu "Light Blade" und erklären, dass ihre Beschaffenheit auch aerodynamische Vorteile aufweisen soll.

Noch ein bisschen spannender ist allerdings der Innenraum. Und hier schafft es DS tatsächlich, sich von anderen Marken abzusetzen. Weniger zwar durch einen außergewöhnlich aufwändigen Verarbeitungsstandard (das wäre in diesem Segment auch schwierig umsetzbar), aber immerhin durch eine stylishe Architektur. Dinge wie ausgefallene Polster - Alcantara oder Nappaleder fallen durchaus ins Auge. Und Dekore aus gebürstetem Aluminium oder Edelholz mit indirekt inszenierter Beleuchtung machen einen noblen Eindruck.

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Auch das Heck des frischen DS-SUV fällt markant aus mit seinen T-förmigen LED-Schlussleuchten. Vor allem nachts wird man den Franzosen gut erkennen. (Foto: DS Automobiles)

Das große Zentraldisplay scheint analog zum DS-N°8-Interieur in der Landschaft zu schweben nebst Lenkrad mit den charakteristisch gestalteten vier Speichen. Praktisch soll das neue SUV darüber hinaus ebenfalls sein mit mindestens 500 Litern Kofferraumvolumen (je nach Variante) bei stehenden Rücksitzlehnen.

SUV bietet richtig viel Akku

Abgesehen von seiner Karosserieform unterscheidet sich der DS N°7 noch in einem wichtigen Punkt vom DS8: durch die Motorenpalette. Demnach machen die Franzosen auch Kunden ein Angebot, die sich noch nicht rein elektrisch fortbewegen möchten. Und zwar gibt es zu diesem Zweck den Hybridantrieb mit 1,2-Liter-Dreizylinder (136 PS) in Tateinheit mit 29 PS starkem Elektromotor, um 145 PS Systemleistung zu generieren. Diese Praxis ist allerdings etwas gemein, denn rein antriebsseitig betrachtet sind die Stromer attraktiver mit drei Versionen in einer Leistungsbandbreite von 260 über 280 bis hin zu 375 PS - wahlweise lediglich auf die Vorderräder oder alle vier Pneus wirkend.

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Die Innenarchitekten haben sich Mühe gegeben, den DS N°7 schick aussehen zu lassen. Ganz im Pariser Stil, wie der Hersteller erklärt. (Foto: DS Automobiles)

Zwei verschiedene Akkus bunkern entweder knapp 74 oder 97 kWh Strom. Und das Laden? Wie lange Stellantis im Premiumbereich noch mit 400 Volt operieren kann, bleibt abzuwarten. Für das Laden von 20 auf 80 Prozent prognostiziert der Hersteller immerhin 27 Minuten - möglich soll das werden durch ein breites 160-kW-Plateau zwischen 20 und 55 Prozent State of Charge. Das wird in der Praxis natürlich noch zu beweisen sein.

Und wo bleibt überhaupt der Plug-in-Hybrid, da es diese Antriebsform doch gibt im Konzern? Immerhin soll die rein elektrisch angetriebene Variante auf bis zu 740 Kilometer Reichweite kommen. Und DS ist immerhin so ehrlich, auf der Website darauf hinzuweisen, dass es auf Autobahnen womöglich nur für 480 Kilometer reicht. Das ist fair vom Hersteller. Angenehm überdies: Es gibt eine Plug-and-Charge-Funktion. Dann muss man den Stecker bloß in den Port führen, den Rest erledigt das Fahrzeug.

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An Platzmangel müssen die Passagiere in der zweiten Reihe wahrlich kaum leiden. (Foto: DS Automobiles)

Wem die Reichweite nicht langt, der darf weiterhin klassisch fahren. Für den ansonsten eher beschaulich motorisierten Benzinhybrid nennt der Hersteller rund 1000 Kilometer. Und einen ganz anderen Superlativ schafft der elektrisch angetriebene Allradler mit einer Beschleunigung von 5,4 Sekunden auf 100 km/h. Bei 190 Sachen ist allerdings Schluss.

Dafür setzt DS Automobiles voll auf Komfort. Elektronisch verstellbare Dämpfer erlauben eine radselektive Anpassung der Dämpferhärte. Und eine Kamera scannt sogar den Untergrund noch vor der Vorderachse, um bestmöglich auf die Fahrbahnbeschaffenheit reagieren zu können. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass es sich ausdrücklich nicht um ein aktives Fahrwerk mit veränderbaren Federraten handelt, wie bei Citroën früher üblich mit der berühmten Hydropneumatik. Indes können auch passive Stahlfedern ausgezeichneten Komfort bieten, hier darf sich der DS N°7 noch beweisen.

Gleiches gilt für den Hightech-Sitz mit Klimatisierung, Massage sowie verstellbaren Wangen. Und sogar der Fond bietet beheizbare Polster - doch das ist anno 2026 kein Aufreger mehr. Schwer in Ordnung geht das Platzangebot in der zweiten Reihe, wenn man bedenkt, dass der auf der STLA-M-Plattform basierende N°7 ja ein recht kompaktes Fahrzeug ist mit 4,66 Metern und ganz streng betrachtet noch im Segment der Kompaktklasse zu verorten ist auch konstruktiv. Entsprechend kurz fällt auch sein Radstand mit gerade einmal 2,79 Metern aus.

Die Techniker ziehen jedoch alle Register, um es an Bord gediegen zu machen. So gibt es auf Wunsch beispielsweise eine geräuschdämmende Akustikverglasung. Darüber hinaus punktet der Franzose mit seinen Designmerkmalen. DS selbst nennt das "Pariser Stil". Dieser Einschlag spiegelt sich auch in den Außenfarben wider. Hier dominieren gedeckte Töne wie Blau- und Grauabstufungen oder ein dezentes Grün. Auf Wunsch bekommen die Kunden ein schwarzes Dach als Kontrast, um einen edlen Eindruck zu erzeugen.

Ob das neue Lifestyle-SUV in Deutschland funktioniert, bleibt abzuwarten. Schön jedenfalls, dass die automobile Modelllandschaft noch Möglichkeiten bietet, Individualismus über den fahrbaren Untersatz auszudrücken.

Quelle: ntv.de

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