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Nachfolgerin der legendären Z1000Kawasaki Z1100 SE hat nun mehr Hubraum und mehr Druck

18.08.2026, 17:51 Uhr
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Die Kawasaki Z1100 SE folgt auf die Z1000. (Foto: Kawasaki)

Die Kawasaki Z1100 SE soll die Z1000 beerben. Die Neue setzt auf gleichmäßige Kraftentfaltung ihrer 136 PS. Zudem kann sie punkten mit spannendem Design, einem guten Fahrwerk und Alltagstauglichkeit.

Kawasaki liefert seit Jahren mit der Z900 einen echten Publikumsliebling, ein Naked Bike, das Emotionen weckt. Mit der Z1100 zündet der Hersteller die nächste Eskalationsstufe. Sie beerbt die legendäre Z1000 und bringt spürbar mehr Hubraum, mehr Druck und vor allem mehr Charakter auf die Straße. Der auf 1099 Kubikzentimeter gewachsene Vierzylinder stemmt 100 kW/136 PS, doch seine eigentliche Stärke liegt im Nachdruck aus der Mitte - dort, wo jede Beschleunigung zur Ansage wird und jede Kurve ein Versprechen ist.

Und das gelingt. So verläuft das Drehmoment des Reihenvierzylinders extrem linear über das ganze Band, bevor es erst bei knapp 10.000 Touren langsam abknickt. Wegen dieser Gleichmäßigkeit verteilt sich die Kraft auf das gesamte Drehzahlband; dennoch sollte man sich wappnen, wenn man den Gashahn wuchtig aufzieht. Den Sprint von 0 auf 100 km/h vollzieht die Z1100 in 3,4 Sekunden. Das maximale Drehmoment von 113 Nm liegt bereits bei 7.600 Umdrehungen an; die maximale Leistung des Motors bei 9000 Touren.

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Der Vierzylinder ist auf 1099 Kubikzentimeter gewachsen. (Foto: Kawasaki)

Kraft im Übermaß

Wegen dieser Power ist es egal, welchen Gang man eingelegt hat - Kraft ist stets im Übermaß vorhanden. Und wegen der Leichtigkeit, mit der die Z Richtung Drehzahlbandende rauscht, sowie der recht kurzen Getriebeübersetzung wünscht man sich bisweilen einen siebten Gang. Das ist großes Kino und beweist: Es braucht nicht unbedingt 200 PS. Schluss mit der Beschleunigungsorgie ist übrigens erst bei 247 km/h.

Fast noch schöner ist die softe Gasannahme, die ein präzises Durchfahren von Kurven erlaubt, ohne dass man befürchten muss, dass ein Ruck die Linie verhagelt. Das gilt auch für den Fahrmodus Sport. Zudem gibt es noch die Modi Rain und Road sowie einen frei einstellbaren Modus. Etwas aufwändig das Wechseln dieser Fahrmodi, denn dazu muss man den Mode-Schalter bei geschlossenem Gasgriff einige Sekunden halten, was im Fahrbetrieb kaum möglich und auch nicht ratsam ist.

Die-Performance-Ausstattung-glaenzt-mit-einem-Endtopf-von-Akrapovic
Die Performance-Ausstattung glänzt mit einem Endtopf von Akrapovic. (Foto: Kawasaki)

Zur motorischen Performance passt das feine, voll einstellbare Fahrwerk mit Teilen von Showa (Gabel) und Öhlins (hinten). Das Handrad zu dessen Einstellung liegt griffgünstig unter der Sitzbank. Beide Einheiten gehen recht straff zu Werke und fördern den sportlichen Anspruch auf ebenen Straßen. Wird es hingegen ein wenig rauer unter den Reifen, könnten sie ein wenig mehr Federung vertragen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau und eine Sache der Feinjustierung.

Vervollständigt wird die Performance von griffigen Brembo-Stoppern, die nicht nur gut zupacken, sondern auch fein dosierbar sind, ausgestattet mit Kurven-ABS. Das Getriebe arbeitet - wie von japanischen Bikes gewohnt - präzise; der Quickshifter (mit Blipper) macht seine Arbeit, ohne zu haken. Auch eine einstellbare Traktionskontrolle arbeitet im Hintergrund. Brems- sowie Kupplungsgriff sind einstellbar.

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Relativ wenige Tasten genügen für die Bedienung der Kawasaki. (Foto: Kawasaki)

Eher nichts für Touren zu zweit

Die Sitzposition unterstreicht den fordernden Anspruch der Kawasaki. Ein wenig oldschool wird man als Fahrer ins Bike eingebettet, findet auch als großer Mensch (1,90 Meter) ein gutes Auskommen auf dem recht harten Sitzpolster. Unbequem aber wird es auf dem kurzen Sitzbrötchen dahinter für den Sozius. Ganz klar: Wer zu zweit touren möchte, für den ist die Z1100 nicht unbedingt gedacht.

Die gestauchte Gestalt der Z1100 ("Sugomi"-Design) mit den weit nach unten gezogenen Scheinwerfern suggeriert Wendigkeit im Landstraßenslalom. Dennoch benötigt sie beim Umlegen einen kleinen Impuls in den breiten Lenker, bleibt dann aber treu in der Spur ohne die geringste Nervosität. Bremsen in der Kurve quittiert sie gutmütig.

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Die Federvorspannung lässt sich per Handrad einstellen. (Foto: Kawasaki)

Künstlicher Horizont im Display

Die Kawasaki Z1100 ist mit einem voll digitalen, farbigen TFT-Display (5 Zoll) ausgestattet, das als Besonderheit einen künstlichen Horizont in den Fahrerfokus rückt. Wer die Muße und das Können hat, kann sich die Schräglagen direkt ansehen. Eine weitere Anzeige speichert das Maximum bis zum Fahrtende auf. Das Display ist gut ablesbar bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und besitzt einen Lichtsensor, der die Anzeige automatisch zwischen Schwarz und Weiß ändert.

Je nach Fahrmodus oder Einstellung können verschiedene Anzeigelayouts genutzt werden, etwa mit Fokus auf Sport- oder Touring-Informationen. Die Fahrmodi kombinieren verschiedene Parameter wie Motorleistung (Power Modes), Traktionskontrolle (KTRC), Kurvenmanagement (KCMF) und ABS-Regelung inklusive Kurven-ABS (KIBS). Das Cockpit unterstützt übrigens auch Smartphone-Konnektivität über die Rideology-App. Doch seien wir einmal ehrlich: Fahren wir Motorrad, um dabei erreichbar zu sein?

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Im Zentrum des Displays der Kawasaki Z1100 SE wird ein künstlicher Horizont angezeigt. (Foto: Kawasaki)

Zwei Varianten: Basis und Performance

Angeboten wird die Z1100 SE in zwei Varianten: Basis und Performance. Wobei die Differenz von 1.800 Euro zwischen den beiden vor allem dem schicken Akrapovic-Auspuff geschuldet ist, der trotz seiner Zurückhaltung bei der Lautstärke einen schönen, dumpfen Sound generiert. So kommt die Basis auf einen Preis von 12.470 Euro, die Performance schlägt mit 14.270 Euro zu Buche. Die Garantie der Z1100 liegt bei 4 Jahren, der Service ist alle 12.000 Kilometer fällig. Der Verbrauch von 5,7 Liter je 100 Kilometer scheint angesichts der Leistung okay.

Fazit: Die Z1100 trägt das Erfolgsrezept der 900er in die höhere Klasse. Spannendes Design, kraftvoller Vierzylinder, gutes Fahrwerk und Alltagstauglichkeit.

Am-Lenker-findet-sich-auch-ein-USB-Anschluss
Am Lenker der Kawasaki findet sich auch ein USB-Anschluss. (Foto: Kawasaki)

Technische Daten - Kawasaki Z1100 SE Performance

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1099 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, 100 kW/136 PS bei 9.000 U/min., 113 Nm bei 7.600 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kette

  • Fahrwerk: Aluminium-Profilrahmen; USD-Telegabel ø 41 mm vorne, voll einstellbar, 120 mm Federweg; Aluminium-Zweiarmschwinge, Öhlins S46-Gasdruckstoßdämpfer, voll einstellbar, 136 mm Federweg; 31 cm Doppelscheibenbremse mit radial verschraubten Vierkolben-Sätteln vorne, 26 cm Einscheibenbremse mit Einkolben-Bremse hinten

  • Assistenzsysteme: Drei Fahrmodi (Rain, Standard, Sport) und ein konfigurierbarer Modus, schräglagenoptimiertes Zweikreis-ABS, Quickshifter/Blipper, Traktionskontrolle, Konnektivität per App, USB-Anschluss

  • Maße und Gewichte: Radstand 1,440 m, Sitzhöhe 81,5 cm, Gewicht fahrfertig 221 kg, Zuladung 180 kg; Tankinhalt 17 Liter

  • Fahrleistungen: 0-100 km/h in 3,4 s, Höchstgeschwindigkeit 247 km/h. Standgeräusch 90 dBA, Normverbrauch lt. WMTC-Norm (EU 5+) 5,6 l/100 km, Testverbrauch: 5,7 l/100 km

  • Preis: 12.470 Euro, Performance 14.270 Euro inkl. Nebenkosten

Quelle: ntv.de, Hans Mag, sp-x

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