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Selbstbewusste PreisgestaltungMG4 kommt mit neuer Batterie und neuem Innenraum

22.04.2026, 07:26 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Lissabon
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MG4-EV-Premium-Batteriekapazitaet-64-kWh-Elektromotor-140-kW-190-PS-Energieverbrauch-kombiniert-17-6-kWh-100-km-CO-Emissionen-kombiniert-0-g-km-CO-Klasse-A-Die-Angaben-sind-nach-Vorgaben-und-Messmethoden-der-Pkw-EnVKV-erstellt-Der-tatsaechliche-Energieverbrauch-und-der-CO-Ausstoss-eines-Pkw-sind-nicht-nur-von-der-effizienten-Ausnutzung-des-Kraftstoffes-der-zugefuehrten-Energie-durch-den-Pkw-sondern-auch-vom-Fahrstil-und-anderen-nichttechnischen-Faktoren-abhaengig
Das neue Grün des überarbeiteten MG4 EV verleiht ihm einen europäischen Touch. Ein ebenfalls jüngst eingeführter Rot-Ton sorgt für eine bunte Mischung im wahrsten Sinne des Wortes. (Foto: MG)

Der MG4 gehört zur besonders präsenten Baureihe der Marke. Er stand seinerzeit für einen fühlbaren Qualitätssprung. Jetzt erfährt der Kompakte eine moderate Überarbeitung. ntv.de war mit dem rein elektrisch angetriebenen Kandidaten unterwegs.

Die Wiederauferstehung der Traditionsmarke MG unter chinesischer Flagge war ein Erfolg, das kann man so sagen. Mehr sichtbar waren auch die früheren britischen Vertreter des Labels bis in die 2000er-Jahre nicht, eher im Gegenteil. Doch wie holt MG seine Kunden eigentlich ab? Mit versierten Händlern, ganz brauchbarer Qualität und vor allem scharf kalkulierten Preisen.

Allein: Beim MG4 EV gehen die Marketingexperten durchaus selbstbewusst in das Pricing. So weist die Liste den neuen, jetzt auf 190 PS erstarkten Einsteiger mit 42.990 Euro aus. Das ist ehrlich gesagt wenig attraktiv, wenn man bedenkt, dass der mit absurd klingenden 435 PS motorisierte Topliner X-Power gegen nur 4000 Euro Aufpreis zu haben ist. Doch sei es drum, vielleicht macht ja der lokale Händler ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.

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Mit unter 4,30 Metern gehört der MG4 zu den kompakten Vertretern der unteren Mittelklasse. (Foto: MG)

Im Zuge des Facelifts haben die MG-Strategen das Motorenprogramm angepasst. Die frühere Basis mit 51 kWh großem LFP-Akku entfällt ersatzlos; dafür haben die Ingenieure bei der 64-kWh-Variante umgestellt von Nickel-Kobalt-Mangan auf die günstigere Lithium-Eisenphosphat-Variante. Die Motorleistung der neuen Ausgabe beträgt 190 PS, womit die 204-PS-Ausbaustufe entfällt.

Wer überlegt, hier zuzugreifen - kann man getrost machen, denn lahm wirkt der 1,8-Tonner so gar nicht. Dass er binnen 7,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, nimmt man ihm ab. Tatsächlich legt er nicht zuletzt dank 350 Newtonmetern Drehmoment derart schwungvoll los, dass man sich fast schon in einem kleinen Sportler wähnt. Angenehmerweise wird das Moment auf die Hinterräder übertragen, sodass dem Lenkrad jegliche Antriebseinflüsse fernbleiben.

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Ein leicht modifizierter Dachkantenspoiler kennzeichnet den neuen MG4-Jahrgang. (Foto: MG)

MG4 ist denkwürdig gepreist

Dennoch gibt die Preisliste wieder einmal Anlass zum Grübeln. Zu 2000 Euro Mehrkosten liefert MG die 77-kWh-Batterie kombiniert mit einem 245 PS starken Aggregat. Zwar zeigt das Reichweitendisplay bei Landstraßen-Fahrprofil für die meisten Kunden in diesem Segment völlig akzeptable 358 Real-Kilometer bei 90 Prozent Batterieladestand, aber wenn der größere Stromspeicher dem geneigten Interessenten derart schmackhaft gemacht wird, dann ist das verlockend. Auch die Serienausstattung passt. Sogar schlüsselloses Schließsystem, elektrisch verstellbare Sitze und aktiver Tempomat sind serienmäßig. Trotzdem ist der Wettbewerb sportlich, man darf nicht vergessen, dass der Volkswagen ID.3 Neo bis zur Jahresmitte für unter 30.000 Euro zu haben ist.

Und was verlockt sonst am überarbeiteten MG4 EV? Definitiv das neue "Ealing Green" - ein Lackton, der dem MG irgendwie europäische Vibes bringt. Das ist schön, allerdings hält der Innenraum hier noch nicht ganz Schritt. Der SAIC-Konzern müsste bei eigentlich banalen Dingen wie dem Knöpfchendesign und dem Tastenlayout einfach eine Spur europäischer denken. Denn auch bei noch so nichtig scheinenden Details können kleine Veränderungen den großen Unterschied machen. Das gilt übrigens auch für die Schriftarten auf dem Display. Immerhin, den Zentralscreen haben die Kreativen, seit 2024 von Stardesigner Jozef Kaban angeführt, schon deutlich stylisher hinbekommen als in der ersten Serie. Und auch bei den Oberflächenmaterialien hat MG nachgelegt. Aber es bleibt noch Luft nach oben.

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Der Innenraum des MG4 präsentiert sich aufgefrischt, beim Finish etlicher Schalter könnte MG noch eine Schippe drauflegen. (Foto: MG)

Am Ende gibt der 4,29 Meter lange MG EV4 jedoch einen adretten Kompaktwagen für alle Fälle ab. Dank bequemer Stühle sind selbst lange Strecken gut abzuspulen. Und das Platzangebot geht angesichts der Größe ebenfalls in Ordnung. Der Kofferraum fällt mit 388 Litern Volumen klassengemäß aus.

Beim Ladegeschehen ginge inzwischen sicherlich mehr, aber wer nicht gerade Außendienstler ist und daher angewiesen auf Rekord-Ladetempi, kann mit beschaulicheren Werten leben. Wobei der kleine LFP-Akku passabel lädt und vom Werk auf 25 Minuten von 10 bis 80 Prozent taxiert wird. Anders sieht die Sache beim älteren 77-kWh-Stromspeicher aus - 40 Minuten für den klassischen Hub sind nicht mehr zeitgemäß.

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Schlecht sitzt man in der zweiten Reihe des kompakten MG keineswegs. (Foto: MG)

Ob 545 Kilometer WLTP-Reichweite dieses Defizit auszugleichen vermögen, hängt letztlich vom Anwenderfall ab. Dennoch gehört der MG4 EV zu den sichtbarsten MG auf hiesigen Straßen. Er war das erste Modell auf der sogenannten "Modular Scalable Platform" des SAIC-Konzerns für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Mit der leichten Überarbeitung dürfte das nach rund vier Jahren immer noch frisch aussehende Kompaktmodell auf Kurs bleiben.

Quelle: ntv.de

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