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Günstige Mobilität attraktiverNeue Antriebe für Dacia Duster, Jogger, Sandero und Spring

25.02.2026, 07:59 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Nizza
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Optisch präsentiert sich der stärkste Dacia Spring unverändert. (Foto: Dacia)

Dacia nimmt bei etlichen Modellen Anpassungen vor, insbesondere im Bereich Antriebe. Auf diese Weise werden die Produkte spannender. Und vor allem eine Baureihe überrascht mit ihrem neuen Motor. ntv.de ist damit bereits gefahren.

Dacia entwickelt sich - und zwar nicht nur bei den Verkäufen in Richtung Wachstum, sondern auch bei Design und Interieur in Richtung "erwachsen". Und jüngst hat die Renault-Tochter ihre Antriebe leicht angepasst, um die Produkte der preisbewussten Kundschaft noch ein wenig schmackhafter zu machen. Kann das funktionieren? Je nach Bedarfsprofil durchaus.

Wie wäre es beispielsweise mit einem Sandero Stepway, der die Schaltarbeit optional der Automatik überlässt? Nun ist es nicht so, dass frühere Sandero-Kunden unbedingt hätten selbst schalten müssen - es gab beispielsweise eine stufenlose Automatik für die 90-PS-Version. Aber jetzt setzt der Konzern ein deutlich effizienteres Doppelkupplungsgetriebe ein in Verbindung mit einem 120 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder. Und dieser lässt sich auch noch mit preiswertem Flüssiggas betanken.

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Als Stepway wirkt der Dacia Sandero burschikos-trekkingmäßig. Die neue Variante mit Doppelkupplungsgetriebe ist stärker und günstiger als der alte CVT-Kandidat. (Foto: Dacia)

Aber ist das in der Anschaffung nicht deutlich teurer als die schwächere Automatikvariante früher? Denkste! Wer aus der Mai-2025-Preisliste bestellte, musste 18.490 Euro bezahlen für besagtes Modell. Wohingegen Dacia aktuell 17.790 Euro für das Topmodell aufruft. Und damit fährt man nicht schlecht, sofern das Erwartungsmanagement nicht gerade auf Oberklasse geeicht ist. Klar, ein bisschen Hartplastik und eher einfache Innenarchitektur sollte man akzeptieren - aber diese ist keineswegs mit schlechtem Mobiliar ausgerüstet. Außerdem gibt es zu diesem Kurs sogar Features wie Rückfahrkamera, Smartphone-Integration und folglich einen großen Touchscreen.

Aber lass kurz über den Antrieb reden: Der arbeitet souverän! Demnach schaltet der Sechsgang-Doppelkuppler prompt und geschmeidig, mehr braucht man nicht. Zumal 122 PS den 1,3-Tonner beflissen nach vorn bringen. Und dass der Dreizylinder nach oben heraus vernehmlich sirrt? Charaktersache!

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Auch den Duster bietet Dacia jetzt mit seinem Hightech-Hybrid-Allradantrieb an. Er ist allerdings deutlich günstiger als der Bigster. (Foto: Dacia)

Doch nicht nur beim Sandero vermeldet Dacia News. So lohnt sich ein genauerer Blick auf die Familienkutsche namens Jogger. Dort tun sich nicht bloß herrschaftliche Platzverhältnisse auf. Er ist auch angenehm für die Geldbörse. Man traut seinen Augen kaum - der 4,55 Meter lange Allrounder steht wirklich mit 17.990 Euro in der Preisliste. Das ist kein Druckfehler. Und selbst das hier besprochene Hybrid-Modell mit inzwischen satten 155 Pferdchen unter der Haube ist bereits ab 23.990 Euro zu haben. Ein Neuwagen zum Gebrauchtwagen-Tarif.

Wobei man an dieser Stelle nachdenklich werden muss angesichts des Umstands, dass Dacia keinerlei Rabatte gewährt. Listenpreis gleich Kaufpreis, das ist gesetzt. Als Siebensitzer kommt ein Tausender drauf, immer noch sensationell.

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Für das, was der Allrounder namens Jogger bietet, ist er geradezu verblüffend günstig. (Foto: Dacia)

Jogger erstarkt moderat

Kleine Proberunde gefällig? Die Komponenten des komplexen Antriebsstrangs hat Dacia moderat angefasst. Als Hauptaggregat dient weiterhin ein hybridisierter Vierzylinder-Benziner, jetzt mit 1,8 statt 1,6 Litern Hubraum und 108 statt 94 PS. Gemeinsam mit nun 49 Elektro-PS erreichen die Räder eine Systemleistung von maximal 158 PS - übersetzt jedoch durch das sogenannte Multi-Mode-Getriebe, bestehend aus zwei Gängen für die E-Einheit sowie vier Stufen für den Verbrenner. Kombiniert ergeben sich daraus mannigfaltige Kombinationen.

Und weil der Jogger als Vollhybrid immer elektrisch anfährt, tut er das recht geschmeidig. Die Schaltarbeit während der Fahrt fällt zudem nahezu ruckfrei aus. An Souveränität mangelt es dem Antrieb ebenfalls kaum, allerdings fällt der Unterschied zur Vorgänger-Einheit marginal aus. Auch wenn die Dacia-Marketing-Abteilung das ungern hören dürfte, die Notwendigkeit zum Umstieg ist denkbar gering.

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Mit Platz geizt der Dacia Jogger wahrlich nicht. (Foto: Dacia)

Ganz anders sieht die Sache beim einzigen rein elektrisch angetriebenen Modell aus, dem Spring. Dem haben die Techniker jetzt einen (im wahrsten Sinne des Wortes) Boost verpasst, der es in sich hat. Um mal kurz eine grundsätzliche Sache zu klären: Der Spring ist mit seinen inzwischen 18.700 Euro hierzulande noch knapp das günstigste Elektroauto (200 Euro unterhalb des Leapmotor T03 positioniert) und - freundlich ausgedrückt - auch so ziemlich am nächsten an der funktionalen Mobilität. Mithin ist er unverdächtig, den Fahrer emotional positiv anzufassen.

Gestartet ist das Modell einst mit 44 PS, sozusagen als rollende Einkaufstasche für Low-Budget-Ansprüche. Für die aktuelle Ausbaustufe haben die Ingenieure dann richtig aufgedreht und der Büchse einfach mal 100 PS verpasst. Und die treffen auf gerade mal 1070 Kilogramm Leermasse.

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Viel Platz bietet das kleine Citycar Spring nicht, aber die neue 100-PS-Variante bereitet absurd viel Fahrspaß. (Foto: Dacia)

Bedeutet im Ergebnis, dass dieser Spring ziemlich wild agiert. Schon nach den ersten Metern zaubert einem das 3,70-Meter-Autochen ein Grinsen ins Gesicht, so wuchtig schiebt es an. Und das, obwohl der Beschleunigungswert im Datenblatt mit 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h nicht einmal spektakulär ausfällt. Und die Höchstgeschwindigkeit wird unverändert mit 125 km/h angegeben. Aber da sich der Spring beim Thema NVH (Noise, Vibration, Harshness) eher zurückhält, liefert er recht zuverlässig Fahrspaß. Klar, Bumms hin oder her - auch ein Spring Electric 100 bleibt ein simples Citycar mit wenig Akku (23 kWh). Aber das ist auch völlig in Ordnung so.

Und was treibt Dacia sonst noch? Stattet den Duster ebenfalls mit dem etwas fancy anmutenden Mehrmotoren-Allradantrieb aus, wie er auch im Bigster zu haben ist. Er kostet als Hybrid-G 155 4x4 allerdings nicht 30.690, sondern nur 27.490 Euro.

Quelle: ntv.de

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