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Die kleine Eicma Neues von der Intermot in Köln

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Und es gibt sie doch, die Neuvorstellungen auf der Intermot in Köln.

Auf dem Messegelände am Rhein-Ufer im Stadtteil Deutz tobt noch dieses Wochenende die Intermot 2018. Als die "kleine" Eicma bietet sie reichlich Überarbeitungen und auch ein paar Neuheiten. Hier ein Überblick.

Alle zwei Jahre steht die erste Oktoberwoche im Zeichen der Motorradmesse Intermot. In fünf Hallen des Messegeländes in Köln-Deutz stellen mehr als 1000 Firmen ihr Angebot an Motorrädern, Rollern und E-Bikes sowie Zubehör aus. Auch dieses Jahr werden etwa 220.000 Besucher erwartet. Allerdings ist das Neuheitenangebot etwas geringer; mehrere Hersteller sparen sich den Großteil ihrer Novitäten für die Eicma in Mailand Anfang November. Dennoch gibt es auch auf der Intermot einiges zu entdecken.

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Aprilia rüstet ihr Hyper-Nakedbike Tuono V4 1100 auf.

Die italienische Marke Aprilia rüstet ihr Hyper-Nakedbike Tuono V4 1100 des Jahrgangs 2019 mit einem semiaktiven Federungs- und Dämpfungssystem aus. Das Smart EC 2.0 wird vom Edelhersteller Öhlins bezogen. Geboten werden die drei Riding Modes Track, Sport und Road, die sich im Ansprechverhalten von Gabel und Zentralfederbein unterscheiden.

Auch der Lenkungsdämpfer wurde in das Smart EC 2.0 eingebunden. Die Leistung des V4-Motors mit 1077 Kubikzentimetern Hubraum liegt unverändert bei 175 PS, der Verbrauch der vollgetankt 209 Kilogramm wiegenden Tuono wird vom Hersteller mit 7,7 Liter Benzin/100 Kilometer angegeben.

BMW und Ducati

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BMW zeigt in Köln erstmals die R 1250 GS und die R 1250 RT.

BMW zeigt in Köln erstmals die R 1250 GS und die R 1250 RT, die sich von den bisherigen 1200ern durch einen hubraumgrößeren Boxermotor mit variabler Ventilsteuerung unterscheiden. Die Motorleistung steigt von bislang 125 PS auf 136 PS, das maximale Drehmoment klettert von 125 auf 143 Nm. Die Kundenauslieferungen beginnen bereits Mitte Oktober.

Ducati überarbeitet seine seit vier Jahren auf dem Markt befindliche Scrambler-Baureihe mit dem luftgekühlten 800-Kubik-Zweizylindermotor. Alle 2019er Modelle der Scrambler 800 werden mit einem schräglagenfähigen Bosch-ABS ausgerüstet, zudem gibt es neue Lenkerschalter, eine automatische Blinkerrückstellung sowie ein überarbeitetes LCD-Instrument mit Ganganzeige und Tankuhr. Außerdem ist die Scrambler 800 künftig für die Installation des Ducati Multimedia System vorbereitet.

Harley und Indian

Harley-Davidson hat sein Neuheitenpulver bereits in den letzten Wochen verschossen und mehrere Modelle neu vorgestellt, zuletzt das Powerbike FXDR 114 aus der Softail-Baureihe. In Köln zeigt die Motor Company aus Milwaukee deshalb einen Modell-Überblick.

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Indian präsentiert die FTR 1200.

Indian präsentiert die FTR 1200. Das für US-Verhältnisse leichte (rund 240 Kilogramm fahrfertig) und relativ zierliche Motorrad gibt die Vorstellungen der Indian-Macher von der Straßenversion des Flattrack-Racers FTR 750 wieder. Der neu entwickelte wassergekühlte V2-Motor weist einen Hubraum von 1203 Kubikzentimetern und eine Leistung von 120 PS auf. Beim hochwertiger ausgestatteten Modell FTR 1200 S ist das Federbein voll einstellbar, bei der Basis können nur Vorspannung und Druckstufe reguliert werden. Die FTR 1200 S weist - eine Novität für ein amerikanisches Motorrad - verschiedene elektronische Assistenzsysteme auf, darunter eine Traktionskontrolle, eine Wheeliekontrolle sowie drei Motormappings.

Kawasaki und KTM

Kawasaki steigt 2019 in die Kategorie der Leichtkrafträder bis 125 Kubikzentimeter Hubraum ein. Den Anfang machen die supersportliche Ninja 125 und die unverkleidete Z125. Die wassergekühlten Einzylinder-Vierventilmotoren leisten klassenübliche 15 PS. Der leichte Gitterrohrrahmen und eine sportliche Fahrwerksabstimmung sollen beide Modelle sehr leicht fahrbar machen.

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Kawasaki zeigt in Köln die supersportliche Ninja 125 und die Z125.

Ebenfalls in Köln zu sehen sind die überarbeiteten Versionen des Kompressorbikes H2 und H2 Carbon, deren aufgeladene Triebwerke noch stärker geworden sind und nun maximal 231 PS leisten. Zugleich soll der Treibstoffverbrauch niedriger liegen als bisher. Auch das Superbike ZX-10R ist überarbeitet worden: Die Spitzenleistung steigt dank eines modifizierten Ventiltriebs auf 203 PS. Der stärkere Motor kommt in allen Modellvarianten der ZX-10R zum Einsatz.

KTM hält sich zugunsten der Mailänder EICMA auf der Intermot erkennbar zurück; neu ist alleine die überarbeite 1290 Super Duke GT, die auf das technische Niveau der 1290 Super Duke R gebracht worden ist. Dazu gehören Änderungen am Motor (neues Mapping, Titan-Einlassventile), an der Kraftübertragung (neueste Quickshifter-Generation) sowie am Cockpit. Auch kommt die jüngste Generation der Geschwindigkeitsregelanlage zum Einsatz. Fahrwerksseitig wird die GT auf die aktuelle Generation des semiaktiven Fahrwerksregelsystems umgestellt. Außerdem wurde die Frontpartie der nunmehr 175 PS leistenden GT überarbeitet.

Moto Guzzi und Yamaha

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Bei Moto Guzzi sorgt die V85 TT für gesteigertes Interesse am Stand.

Der Stand von Moto Guzzi wird von der neuen V85 TT geprägt; bei dem neuen Modell handelt es sich um eine technisch absolut aktuelle Reiseenduro im Retro-Design der frühen 1980er Jahre. Der aus dem Modell V9 abgeleitete, aber erheblich weiterentwickelte luftgekühlte V2-Motor mit 850 Kubikzentimetern Hubraum leistet 80 PS, das maximale Drehmoment soll bei rund 80 Newtonmetern liegen. Der Antrieb des Hinterrades erfolgt durch einen neu entwickelten Kardan. Die Auslieferung soll bereits im Februar 2019 beginnen. Zusätzlich zur Moto Guzzi V9 Bobber gibt es die Variante Bobber Sport. Kennzeichen sind ein niedriger montierter Solositz, besonders hochwertige Öhlins-Federelemente sowie eine abgeänderte Auspuffanlage. Die V9 Bobber Sport wird in einer neuen, orangefarbenen Matt-Lackierung ausgeliefert.

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Yamahas neue Farben für die MT-Baureihe.

(Foto: Holger Preiss)

Yamaha zeigt die neue Tracer 700 GT und das supersportliche Leichtkraftrad YZF-R125, dessen Preis auf 4995 Euro festgesetzt worden ist. Zudem präsentieren die Japaner eine neue Farbvariante für ihre MT-Baureihe. Ob das gut aussieht muss jeder selbst wissen, auf den ersten Blick hat die Grau-Rot-Kombination etwas von Lego-Bausteinen.

Royal Enfield und Suzuki

Aufhorchen lässt in Köln der indische Traditionshersteller Royal Enfield mit den beiden neuen Modellen Continental GT 650 und Interceptor INT 650; sie erhalten als erste Enfields der Jetztzeit einen Zweizylinder-Twin-Motor. Das Vierventil-Triebwerk ist luft- und ölgekühlt und weist einen Hubraum von 648 Kubikzentimetern auf. Die Leistung liegt bei 48 PS. Beide Modelle verfügen über das erste Sechsganggetriebe der Firmengeschichte. Die Interceptor INT 650 ist als Roadster ausgelegt, während die Continental GT 650 mit ihrem Heckbürzel als Café Racer gilt. Beide Versionen sollen im kommenden Frühjahr verfügbar sein.

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Weil die neue Suzuki GSX-S 1000 rattenscharf ist, bekommt sie den Beinamen Katana.

Suzuki überarbeitet sein Nakedbike GSX-S 1000 kräftig und kleidet es völlig neu ein und gibt ihr den Beinamen Katana. Die Leistung des bekannten Vierzylinder-Reihenmotors mit 999 Kubikzentimetern Hubraum beträgt 150 PS, das Gewicht des fahrfertigen Motorrads liegt bei 215 Kilogramm. Zudem zeigt Suzuki sein überarbeitetes Superbike GSX-R 1000. Die 200-PS-Granate mit Leergewicht 202 Kilogramm weist künftig einen serienmäßigen Zweiwege-Schaltassistenten auf, zudem werden Stahlflex-Bremsleitungen am Vorderrad verwendet.

Der englische Hersteller Triumph modifiziert seine Einstiegsmodelle in die Modern Classic Line, nämlich die Street Twin und die Street Scrambler. Wichtigste Neuerung ist die Leistungssteigerung des 900-Kubik-Zweizylindermotors. Statt bislang 55 PS leistet das etwas höher verdichtete Triebwerk in der 2019er Konfiguration 65 PS. Das Drehmoment liegt weiterhin bei 80 Newtonmeter, fällt aber bei etwas höherer Drehzahl an. Zudem baut Triumph am Vorderrad einen neuen Vierkolben-Bremssattel von Brembo statt des Nissin-Doppelkolbensattels ein und die Gabel weist eine höherwertige Cartridge-Technologie auf. Außerdem hat der Hersteller zugunsten eines verbesserten Fahrkomforts die Sitzbank verbessert und die Fahrerergonomie überarbeitet. Dieselben Änderungen hat die Street Scrambler erfahren.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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