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Maybach Vision 6 Offener Luxus mit Botschaft

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Ungewöhnliche Proportionen und ganz wenige Linien zeichnen das Maybach 6 Cabrio aus.

Bereits zum zweiten Mal enthüllt Mercedes-Designchef Gorden Wagener beim Concours d’Elegance in Pebble-Beach eine spektakuläre Maybach-Studie. Das Sechs-Meter-Cabrio wird wohl nie in Serie gehen, transportiert aber ein paar wichtige Botschaften.

Pebble Beach ist eigentlich ein Mekka für Oldtimer-Fans. Doch immer wieder nutzen Hersteller die Veranstaltung, um ihre lustvollen Zukunftsvisionen zu enthüllen. Am Rande des Concours d’Elegance zog Daimler-Designchef Gorden Wagener das Tuch vom Mercedes-Maybach Vision 6 Cabrio – einem fast sechs Meter langen Sonnenanbeter für zwei Superreiche. Und tatsächlich passt dieses offene Superschiff perfekt in die Szenerie der automobilen Hochkultur zwischen Carmel Valley und Monterey Peninsula.

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Trotz seiner sechs Meter Länge wirkt der Mercedes-Maybach Vision 6 fast filigran.

(Foto: sp-x)

Zwar ist das nautikblaue Cabriolet nur eine Weiterentwicklung des bereits im vrgangenen Jahr, vorgestellten Maybach Coupés, doch "das Auto sah schon als kleines Modell offen so klasse aus, dass wir es einfach noch einmal in groß bauen mussten", sagt Designchef Wagener. Und das Raunen der Reichen bei der Premiere gibt ihm augenscheinlich Recht. Selbst ein Rolls-Royce Dawn wirkt irgendwie plump neben der ebenso filigranen wie faszinierenden Luxusyacht für die Straße. Die kommt nämlich mit ganz wenigen Linien aus und setzt einzig auf die Überzeugungskraft ihrer ungewöhnlichen Proportionen. Das beinhaltet die vermutlich längste Motorhaube der Welt, eine extrem flache Silhouette und das Heck eines Segelboots – fertig ist die Reinkarnation der legendären Art-Deco-Schönheiten, die hier in Pebble Beach vor 80 Jahren als Neuwagen präsentiert wurden und jetzt um die begehrten Concours-Trophäen ringen.

Zukunft und Vergangenheit

Die Idee an sich ist alt, aber die Ausführung könnte moderner kaum ausfallen. Das gilt insbesondere für das Interieur. Denn wenn sich die von Fäden in Roségold durchwirkte und ansonsten blütenweiße Stoffmütze nach hinten faltet, blickt man in eine Luxuslounge aus Lack und Leder. Die kristallweißen Fauteuils schweben förmlich über einem gläsernen Mitteltunnel, und rund um die beiden Passagiere ziehen sich blau hinterleuchtete Displays für Navigation und Infotainment, die brillanter sind und aufwändigere Grafiken zeigen, als je zuvor. Aber auch hier verliert Wagener die Vergangenheit nicht aus dem Blick: Als gewollten Bruch mit dem digitalen Zauber im Cockpit pflanzt er deshalb klassische Analoginstrumente hinters Lenkrad. Schließlich trägt auch die Generation Smartphone wieder mechanische Uhren und entdeckt die Schallplatte neu.

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Die kristallweißen Fauteuils schweben förmlich über einem gläsernen Mitteltunnel.

(Foto: sp-x)

Auch unter dem Blech ist der offene Luxusliner zukunftsfest. Nicht umsonst fährt er mit einem – nun ja – vernünftigen und zeitgemäßen Elektroantrieb. Nur dass der bei einem Maybach eben ein bisschen mehr Leistung hat und die vier Motoren auf stolze 750 PS kommen. Das reicht für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in weniger als vier Sekunden und danach locker für ein standesgemäßes Spitzentempo von 250 km/h. Und natürlich gibt es für den Vision 6 auch einen Auto-Piloten, den die Kunden in Wageners Vision allerdings kaum je benutzen werden. "Denn in einer Zeit, in der alle Autos vom Computer gesteuert werden, wird das Selberfahren zum ultimativen Luxus", orakelt der Designer.

Eine wichtige Botschaft

Oder könnte es zumindest werden, wenn die Vision mal Wirklichkeit wird. Darauf allerdings sollte man bei diesem Auto nicht hoffen, sagt Wagener und lässt sich auch von den vielen Blankoschecks nicht umstimmen, die ihm die Auto-Afficionados in Pebble Beach schon zustecken wollten. Zwar gibt es mit Coupé und Cabrio der Vision 6 bereits so etwas wie eine Kleinstserie. Das offene Auto ist sogar voll funktionsfähig und schon ein paar Meilen über den 17-Miles-Drive gefahren. Und dass die Idee auch im Unternehmen gut ankommt, sieht man nicht zuletzt daran, dass Wagener das Go für ein zweites Auto im gleichen Stil bekommen hat. Aber eine Serienfertigung oder eine Auftragsproduktion von Einzelexemplaren schließt der Designchef aus. Nicht zuletzt, weil sein Team dafür einfach zu viel mit dem Portfolio der Zukunft zu tun hat.

Dennoch soll der Luxusliner einige wichtige Botschaften transportieren, sagt Wagener. Zum einen, dass sich die Schwaben die Lust am Luxus und der Leistung weder von der miesen Stimmung in der Heimat noch vom Beginn der Ära des elektrischen und autonomen Autos verderben lassen. Und zum anderen, dass Maybach sehr wohl eine eigenständigere Modellpalette bekommt. "Man muss sich nur anschauen, was wir in den letzten zehn Jahren mit AMG gemacht haben", sagt Wagener mit Blick auf SLS, GT und den kommenden Gran Turismo für vier. "Dann bekommt man eine Idee davon, wo Maybach in zehn Jahren stehen könnte."

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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