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Erster seiner Klasse mit HybridToyota Aygo X - neuer Antrieb drückt Verbrauch deutlich

23.03.2026, 07:33 Uhr
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Der urbane Raum ist das angestammte Habitat des kleinen Toyota Aygo X - doch auch woanders macht er sich gut. (Foto: dpa)

Toyota macht seinen Kleinstwagen Aygo X zum Teilzeitstromer. Der neue Hybridantrieb senkt den Verbrauch auf das Niveau eines Dreiliter-Autos. Dabei ist der Kleinwagen aber überraschend oft rein elektrisch unterwegs.

Niemand baut mehr Hybrid-Autos als Toyota. Und fast 30 Jahre nach der Premiere im Prius machen die Japaner nun noch einmal einen neuen Schritt: Als Erste bringen sie die Technik selbst in den Kleinstwagen. Während immer mehr Anbieter dieses Segment aufgeben oder auch im Großstadtdschungel auf sehr viel teurere E-Modelle setzen, macht der Hybrid-Champion den Aygo X so mit dem Facelift zum Teilzeitstromer und schlägt damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Er wird zwar etwa zehn Prozent teurer und startet jetzt bei 19.990 Euro. Aber dafür drückt die neue Technik spürbar den Verbrauch und verbessert zugleich das Fahrgefühl: War der Aygo bislang eine eher spaßbefreite Sparbüchse, schmerzt die Rücksicht auf Konto und Klima jetzt nicht mehr ganz so sehr. Im Gegenteil wirkt der Bonsai nach dem Update zumindest beim Antrieb halbwegs erwachsen und bewährt sich deshalb noch einmal besser im Alltag.

Toyota Aygo X
Auch beim Ausflug auf die Landstraße macht der Toyota Aygo eine gute Figur. (Foto: Jayson Fong/Toyota/dpa-tmn)

Mehr Kraft und weniger Krach

Wo bislang einsam und allein ein Dreizylinder mit mageren 1,0 Litern Hubraum und mickrigen 54 kW/73 PS orgeln musste, kommt jetzt der Antrieb aus dem großen Bruder Yaris zum Einsatz: Der Verbrenner wächst auf 1,5 Liter und zusammen mit der E-Maschine steigt die Leistung um mehr als 50 Prozent auf 85 kW/116 PS. Damit fährt sich der Knirps sehr viel entspannter.

Ampelspurts sind bei einem Sprintwert von 9,2 Sekunden für 0 auf 100 km/h weniger zäh, beim Überholen braucht man nicht mehr so viel Mut und Weitblick, auf der Autobahn sind jetzt immerhin 172 km/h drin und vor allem ist das nervige Gejaule weg. Obwohl der Aygo X mit dem Hybridantrieb auch ein neues, bislang häufig kritisiertes automatisches CVT-Getriebe ohne feste Schaltstufen bekommt, klingt er souveräner und weniger aufdringlich.

Toyota Aygo X_hinten
Langstreckentauglich? Kommt darauf an, wie viel man mitnimmt - maximal 231 Liter passen in den Kofferraum. (Foto: Jayson Fong/Toyota/dpa-tmn)

In überraschend vielen Situationen ist der neue Aygo sogar ganz still. Denn obwohl der Akku nominell nur für kaum mehr als einen Kilometer reicht, fährt der Kleinstwagen oft rein elektrisch. Im Stadtverkehr zeigt der Bordcomputer häufig E-Anteile von 50 und mehr Prozent.

Sauberer auch ohne Stecker

Obwohl er spürbar mehr Spaß macht, ist er obendrein deutlich sparsamer. Der Hybridantrieb macht ihn nicht nur zur Reinkarnation des Dreiliter-Autos und drückt den Verbrauch gegenüber dem Vorgänger um ein rundes Viertel auf bestenfalls 3,7 Liter. Sondern mit einem CO2-Ausstoß von 85 g/km wird der Aygo X auf dem deutschen Markt zu einem der saubersten Autos ohne Stecker.

Aber Toyota hat nicht nur den Antrieb aufgewertet. Die Japaner haben auch das Fahrwerk neu abgestimmt und die Lenkung optimiert. Vor allem in der neuen - nun ja - Sportversion GR ist das Auto spürbar strammer und schärfer. Er bleibt zwar wendig und leichtgängig im Dschungel der Großstadt und bügelt dort Kopfsteinpflaster oder Temposchwellen sauber aus.

Toyota Aygo X_Motor
Aufgerüstet: Im Toyota Aygo X werkelt nun ein 1,5-Liter-Motor mit Hybridtechnik. (Foto: Jayson Fong/Toyota/dpa-tmn)

Aber auf der Landstraße gewinnt er an Präzision und Verbindlichkeit und schürt so selbstbewusst einen Hauch von Fahrfreude, der bei Kleinstwagen sonst eher selten ist. Erst recht, weil der Aygo X einer der letzten Kleinstwagen ist, den es auch mit einem Rolldach gibt. Ein paar Wochen noch, dann fühlt er sich passend zum Frühling fast nach Cabrio an.

Nur die Autobahn wird nicht seine Stammstrecke. Zwar gibt es mittlerweile Assistenten wie den Tempomaten mit Abstandregelung oder die Spurführungshilfe, zudem sind die Scheiben besser gedämmt und der Motorraum besser gekapselt. Aber mit zunehmendem Tempo wird es trotzdem merklich lauter, und so richtig wohl fühlt man sich trotz der höheren Spitzengeschwindigkeit zwischen Kombis im Kampfmodus und SUV im Sprint auf der linken Spur noch immer nicht.

Auch im neuen Format kein Raumwunder

Um den neuen Antrieb unterzubringen, hat Toyota den Bug verändert und den Vorbau vergrößert. Das Auto wächst so auf 3,78 Meter und macht mit den neuen Scheinwerfern und dem retuschierten Grill eine gute Figur – ernsthaft, engagiert, erwachsen. Aber nur weil er acht Zentimeter länger ist als früher, bietet er nicht mehr Platz: Während man in der ersten Reihe kaum merkt, dass man in einem Winzling unterwegs ist und jetzt zudem in ein moderneres Cockpit mit größeren Displays schaut, geht es hinten bei gerade mal 2,43 Metern Radstand schmerzlich eng zu. Jenseits des Kindergartens wird es selbst für den Nachwuchs knapp.

Toyota Aygo X_Cockpit
In der ersten Reihe merkt man nicht unbedingt, dass man in einem ganz kleinen Auto sitzt. (Foto: Jayson Fong/Toyota/dpa-tmn)

Und als wäre das nicht schon unbequem genug, sind auch noch die Türen klein und öffnen lediglich in einem spitzen Winkel, sodass Erwachsene schon ein bisschen gymnastisches Talent brauchen beim Ein- und Aussteigen.

Aber immerhin haben die Japaner die Batterien für den Hybridantrieb so unter der Rückbank versteckt, dass sich am Kofferraum nichts ändert. Wie bisher fasst der Aygo X 231 Liter – genug für den Wochenendeinkauf. In den Urlaub fährt man damit aber besser nur zu zweit. Und vielleicht auch dann nicht unbedingt bis ans Mittelmeer.

Fazit: Kleiner Wagen mit innerer Größe

Klar, es gibt geräumigere Autos, selbst unter den Kleinwagen. Und der Elektrifizierung sei Dank gibt es auch welche, die noch sparsamer sind. Aber in der Kombination aus niedrigem Preis, vernünftigem Verbrauch und verbessertem Alltagsnutzen ist der Aygo X nach dem Facelift ziemlich konkurrenzlos. Während andere Hersteller sich aus dem Segment längst verabschiedet haben, beweist Toyota damit gerade bei den Kleinsten wahre Größe.

Datenblatt Toyota Aygo X

Motor und Antrieb: Dreizylinder-Benziner mit Hybrid-Technik

Hubraum: 1.490 ccm

Systemleistung: 85 kW/116 PS

Max. Drehmoment: 120 Nm

Antrieb: Frontantrieb

Getriebe: Stufenlose Automatik

Maße und Gewichte

Länge: 3.776 mm

Breite: 1.740 mm

Höhe: 1.525 mm

Radstand: 2.430 mm

Leergewicht: 1.090 kg

Zuladung: 420 kg

Kofferraumvolumen: 231 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h: 9,2 s

Durchschnittsverbrauch: 3,7 Liter/100 km

Reichweite: 810 km

CO2-Emission: 85 g/km

Kraftstoff: Super

Schadstoffklasse: Eu6e

Energieeffizienzklasse: B

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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