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Tiefenentspanntes Sparen Toyota Camry - hat er jetzt eine Chance?

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Der Camry ersetzt im Toyota-Programm den Avensis.

(Foto: Toyota)

Nach 15 Jahren ist der Toyota Camry auf den deutschen Markt zurückgekehrt. Mit sparsamen Hybridantrieb, viel Platz und recht attraktiven Preisen soll er das Publikum für sich gewinnen. Aber so richtig will der Funke nach einer Testfahrt nicht überspringen.

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Wer echten Fahrspaß sucht, der wird ihn im Toyota Camry garantiert nicht finden.

(Foto: Toyota)

Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber es gibt vereinzelt Menschen, die sich den neuen Camry kaufen. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil die große Toyota-Limousine seit 2004 vom europäischen Markt genommen wurde. Erst seit kurzem ist sie hierzulande wieder verfügbar. Zu übermächtig war und ist die deutsche Konkurrenz in dieser Liga, und wer sich keinen A6, 5er oder die E-Klasse zulegt, der wechselt eher noch zu Volvo oder Jaguar. Zudem hat der Camry eine Besonderheit, die je nach Auffassung als Stärke oder eben auch als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen werden kann: Es gibt ihn, zumindest in Europa, ausschließlich mit Hybridantrieb.

Nun kann Toyota ja Hybrid, die Japaner propagieren und bauen die Kombination aus Benziner und E-Motor – hier ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit 177 PS in Kombination mit einem Elektromotor mit 120 PS - schon seit Mitte der 90er-Jahre. Im Camry merkt man diese Erfahrung auf jedem Meter. Das System arbeitet mit einer Systemleistung von 218 PS einwandfrei und effizient. Doch wichtiger als die Pferdestärken ist, dass beide Motoren gemeinsam ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter bereitstellen.

Schmaler Verbrauch dank Hybrid

Das herausragende Ergebnis dieser ausgereiften Technik ist am Ende ein beachtlicher Verbrauch. Der Viertürer ließ sich mit durchschnittlich 5,9 Liter je 100 Kilometer bewegen und lag damit gerade mal 0,6 Liter über dem Datenblattwert nach WLTP-Norm. Und wir sprechen hier über ein immerhin 4,90 Meter langes und 1,6 Tonnen schweres Auto. Der geringe Verbrauch hat aber auch seine Schattenseiten: Fahrspaß im eigentlichen Sinn will im Japaner nicht aufkommen. Man merkt dem Fünfsitzer stets an, dass er einerseits auf geringen Verbrauch getrimmt ist und andererseits nicht für Europa konzipiert wurde. Sein Markt liegt auf der anderen Seite des Atlantiks, wo Toyota jährlich 700.000 Camrys verkauft. Für ganz Europa kalkuliert der größte japanische Autobauer mit bescheidenen 12.000 Einheiten, in Deutschland würde man sich schon über einen Absatz von jährlich 500 Exemplaren freuen.

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Was den Toyota Camry auszeichnet, ist sein geringer Verbrauch.

(Foto: Toyota)

Zurück zum Fahrspaß: Dass der nicht im Vordergrund stehen kann, liegt auch am sogenannten "Planetengetriebe" des Fahrzeugs, eine Art stufenloser Übersetzung, die man auch aus anderen Toyota-Hybriden kennt. Will man etwa auf einer Autobahn zügig überholen und tritt beherzt aufs Gaspedal, erlebt man folgendes: Die Drehzahl steigt wie gewünscht, das Fahrzeug beschleunigt aber anfangs bei weitem nicht so, wie es die Lautstärke des aufheulenden Aggregats weismachen will. Weil dies unangenehm ist, verzichtet der Fahrer meist auf solche Späßchen, was wiederum zu einer gelassenen Fahrweise führt. Und das trägt zu einem geringen Verbrauch und einem ebenso geringen Blutdruck bei. Wahrscheinlich wollten die Entwickler genau das erreichen.

Das erschließt sich nicht

Wer also mit dem Camry liebäugelt, der sollte schon wissen, was er bekommt. Für sportliche Fahrer ist das nichts, zumal die Toyota-Hybride alle bei 180 km/h abgeregelt sind. Das darf man durchaus irgendwie auch sympathisch finden. Stören tut es auf jeden Fall kaum, weil die weiche, "amerikanische" Abstimmung ohnehin nicht für sportliche Exzesse taugt.

Über den Hybrid und die Fahrwerksabstimmung kann man also streiten, über das mit sieben Zoll und einer pixeligen Darstellung altbackene Display und eine teils atemberaubend umständliche Bedienung jedoch nicht. So haben es die Toyota-Ingenieure bis heute nicht geschafft, dass man während einer Navi-Ansage die Lautstärke der Dame verstellen kann. Nein, es lässt sich immer nur das Radio regeln. Wer die Anweisungen zum Zielpunkt lauter oder leiser hören will, muss sich stets ins Menü begeben. Welches Argument man für diese Bedienung ins Feld führen könnte, erschließt sich auch nach langem Nachdenken nicht.

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Der Innenraum im Toyota Camry ist zwar wertig eingerichtet, wirkt aber immer noch etwas hausbacken.

(Foto: Toyota)

Toyota hofft vor allem in Taxifahrern neue Kunden für den Camry zu finden. Und warum nicht? Die Limousine bietet viel Platz im Fond und einen mit 524 Litern ziemlich großen Kofferraum. Außerdem wirkt er bei Materialanmutung, den Sitzen und der Verarbeitung deutlich hochwertiger als etwa ein Prius, der einem ja in Großstädten wie Berlin oder Köln schon recht häufig als Taxi begegnet. Toyota verspricht zudem, dass im Alltag trotz der kleinen Nickel-Metallhybrid-Batterie bis zu 50 Prozent der Fahrten elektrisch zurückgelegt werden können. Im Test gelang das allerdings nicht. Aber vielleicht ist das ja in einem Taxi anders.

Knapp 40.000 Euro verlangt Toyota für den Camry in der Business-Version, die bis auf ein Navi und LED-Scheinwerfer wirklich alles Wichtige an Bord hat. Sogar beheizbare Ledersitze gehören dazu. Nicht zu finden war in der Optionsliste ein Head-up-Display, das man in dieser Klasse heute mindestens gegen Aufpreis erwarten darf. Navi, LED und noch einiges mehr findet man in der höheren Executive-Ausstattung für knapp 42.400 Euro. Das sind aber ja nur die Listenpreise: Da der Camry in Deutschland alles andere als ein Selbstläufer ist, könnte es sich für Interessenten lohnen mit dem Händler über einen Rabatt zu verhandeln.  

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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