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Japaner haben Bestseller renoviert Toyota Yaris jetzt mit Spaßfaktor

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Mit einem emotionalerem Design und einem aufgewerteten Innenraum startet der Toyota Yaris in die zweite Hälfte seines Modellzyklus.

Das Modell Yaris ist der Deutschen liebster Toyota. Für die zweite Lebenshälfte der aktuellen Baureihe hat der japanische Hersteller ihm eine Verjüngungskur spendiert, die optisch und technisch vieles ändert. Was genau, zeigte die erste Probefahrt.

Obwohl das aktuelle Modell schon seit 2011 in Deutschland auf dem Markt ist, kann sich Toyota über abnehmendes Interesse am Yaris nicht beklagen. Im ersten Halbjahr 2014 waren sogar geringfügig mehr Neuzulassungen zu verzeichnen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Außer einer Gesichtstraffung wurden dem Kleinwagen auch verschiedene technische Änderungen zuteil, so am Fahrwerk und an der Lenkung.

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Wie gewohnt gibt es den Toyota Yaris als Drei- und Fünftürer.

Wenn am 30. August die offizielle Markteinführung bei den Händlern erfolgt, wird es Drei- und Fünftürer in vier verschiedenen Antriebsvarianten geben. Der Dreitürer wird ausschließlich mit manuellen Getrieben geliefert (wobei der Einsteiger-Dreizylinder die Fünfgang-Schaltbox abbekommt). Für den Fünftürer steht außerdem das automatische Multidrive-S-Getriebe zur Wahl, da mit dem 1,33 Liter großen Vierzylinder kombiniert wird. Schließlich bleibt auch die Hybrid-Version im Programm, die mit 3,3 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer noch um einen ganzen Liter sparsamer sein soll als der 1000-Kubikzentimeter-Einsteigermotor.

Weicher Federungskomfort

Toyotas neuer Yaris-Wagen präsentiert sich nun in der aktuellen Designsprache der Marke. Seine Front wird von einem Kühlergrill in markanter X-Form bestimmt, dessen Mittelpunkt das Toyota Logo bildet. Am Heck fallen die neuen LED-Rückleuchten auf. Weitere sichtbare Neuerungen sind der in den Stoßfänger integrierte Diffusor und ein neu gestalteter Kennzeichenträger. Die modifizierte Optik soll den Yaris nun kraftvoller und dynamischer erscheinen lassen.

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Nicht zeitgemäß ist der gezackte Weg, den der Ganghebel des Automatikgetriebes durch die einzelnen Einstellungen nimmt.

Der Innenraum wurde sorgfältig überarbeitet, um ihm eine höhere Qualitätsanmutung zu geben und den Komfortaspekt des Kleinwagens zu stärken. Besonders die Materialien haben in Haptik und Optik hinzugewonnen. Wichtig für das Fahrgefühl ist die Steifigkeit der Karosserie, weshalb der Hersteller sie mit 36 zusätzlichen Schweißpunkten weiter versteift und eine zusätzliche Stützstrebe für den Armaturenträger eingezogen hat. Wer sich mit dem neuen Yaris auf die Strecke begibt, für den sind Freud und Frust gleichermaßen erlebbar: Zwar gibt es die in Kleinwagen-Kreisen durchaus nicht immer übliche Längsverstellung der Lenksäule, doch mit dem automatischen Blinker, der sich nach einmaliger Berührung wieder abstellt, tut sich Toyota immer noch ein bisschen schwer.

Das Fahrwerk profitiert von einem neuen Torsionsstab an der Hinterachse sowie geänderten Federn, Stabilisatoren, Stoßdämpfern und Anschlagpuffern. Im Verbund mit einer neuen Steuerungslogik der elektrischen Servolenkung und systematisch gesenkten Wind-, Abroll- und mechanischen Geräuschen soll der Yaris des Modelljahres 2014 mehr Fahrfreude bieten. Auf den ersten Testkilometern machte sich ein gegenüber dem Vorgänger weicherer Federungskomfort bemerkbar. Das von Testern bis dahin als hart und hölzern beschriebene Fahrgefühl ist weg.

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Am Heck des Yaris hat die Designer offensichtlich ein wenig der Mut verlassen.

Offenkundig trauen die Kunden Toyota in Sachen Hybridtechnologie eine Menge Kompetenz zu. Obwohl bei den Kleinwagen, dem so genannten B-Segment, Diesel- und Hybridvarianten nicht unbedingt die Renner sind, macht beim Yaris die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor bereits einen großen Anteil aus. Das Jahr 2013 brachte für den Yaris Hybrid eine Verdopplung der Verkäufe in Europa gegenüber 2012, die damit auf 49.774 Einheiten stiegen. Aktuell beträgt der Anteil der Hybridversion am Gesamtabsatz der Yaris Modelle in Westeuropa 31 Prozent. Damit ist der Yaris Hybrid das meistverkaufte Fahrzeug mit alternativem Antrieb im B-Segment.

Zusätzliche Dämmung für Verbrenner

Dank der 100 PS Systemleistung macht der Doppelherz-Yaris auf der Kurzstrecke richtig Spaß. Der Elektromotor sorgt für einen beherzten Antritt, nur wünscht man sich zuweilen, der Verbrenner möge nicht so früh dazu schalten, denn bei höheren Drehzahlen ist seine akustische Visitenkarte doch nicht so freundlich wie das Erscheinungsbild des Autos. Die zusätzliche Dämmung hat in dieser Hinsicht gewiss Fortschritte gebracht, ist aber noch nicht optimal. Die überarbeitete Lenkung reagiert nun etwas direkter, ist aber immer noch sehr weich. Auf der kurzen City-Runde hatte der Yaris-Hybrid nur wenig Chancen, seine Verbrauchsvorteile auszuspielen. Der Bordcomputer blieb bei 5,2 Liter je 100 Kilometer stehen.

Ebenso wie die Technik wurde auch das Ausstattungsangebot renoviert. Das Lederlenkrad, eine Klimaanlage und das Multimedia-System Toyota Touch 2 mit Rückfahrkamera sind bereits ab der Ausstattungsstufe "Comfort" serienmäßig an Bord. Im umfangreichen Angebot der optionalen Extras findet der Kunde Projektionsscheinwerfer mit LED-Tagfahrleuchten, 15 und 16 Zoll große Leichtmetallräder, eine Geschwindigkeitsregelanlage, eine Zweizonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber hinten, einen Regen- und Lichtsensor, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, das Smartkey-System, Alcantara-Ausstattung sowie Privacy Glas für den Fond oder auch das Panorama-Glasdach "Skyview".

Die Preise für den Toyota Yaris der Generation 2014 beginnen bei 11.990 Euro. Der gefahrene Yaris Hybrid in der mittleren Comfort-Ausstattung kostet mindestens 18.400 Euro. Ein Dieselmodell ist ab 15.240 Euro zu haben.

Quelle: ntv.de