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Der dynamische Bruder des ID. 4? VW ID.5 - für ein Coupé etwas unsportlich

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Der VW ID.5 sieht deutlich sportlicher aus als sein Bruder der ID.4 .

(Foto: Volkswagen)

Wem der ID.4 nicht sportlich genug ist, dem empfiehlt VW den ID.5. Als markantes Coupé kommt der Wolfsburger Stromer deutlich markanter daher als der Bruder. Allerdings basiert er auf dem gleichen Baukasten wie der ID.4. Nicht nur das hat zur Folge, dass der sportorientierte Fahrer am Ende enttäuscht sein könnte.

Früher galt die Regel, dass Coupés mehr Geld kosten, aber weniger Auto bieten als die entsprechenden Limousinen. Auch den Verzicht auf zwei Türen musste man Coupé-Käufern schmackhaft machen. Heute sind viele "Coupés" SUV-Derivate und haben selbstverständlich vier Portale. Abgesehen von der abfallenden Dachlinie gibt es häufig keine oder nur wenige Unterschiede innerhalb der Modellfamilie.

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Für ein Coupé ist das Fahrwerk des ID.5 schon sehr komfortabel, abgestimmt.

(Foto: Volkswagen)

So verhält es sich auch beim ohne staatliche Förderung mindestens 46.515 Euro teuren ID.5 - der ist dafür sogar etwas länger als der ID.4. Gut, die anderthalb Zentimetern mehr sind eher vernachlässigbar, da entfaltet die zweieinhalb Zentimeter niedrigere Dachlinie schon mehr optische Wirkung - sie lässt das Auto nämlich gestreckter und damit athletischer scheinen. Das sportlichere der beiden elektrischen SUV aus Wolfsburg sieht gut aus.

Die wichtigen Dinge im Blick

Der Einstieg geht weitgehend gleich vonstatten wie beim ID.4. Wenig überraschend: Längst hat sich Volkswagen bei seiner ID-Baureihe vom klassischen Kombiinstrument verabschiedet. Stattdessen findet der Fahrer ein für sich stehendes Display mit großen Ziffern für das aktuelle Tempo - und das ist auch tadellos ablesbar. Dinge wie Reichweite in Kilometerangabe und Akku-Ladestand in Prozent bleiben ebenso dauerhaft sichtbar, beide Parameter sind schließlich nicht ganz unwichtig beim batterieelektrischen Auto.

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Bei seinen ID-Baureihen, so auch beim ID.5, hat sich VW vom klassischen Kombiinstrument verabschiedet.

(Foto: Volkswagen)

Sinnvollerweise kann der User an dieser Anzeige nicht großartig herumbasteln, er muss seinen Spieltrieb also woanders ausleben. Das geht am zentralen Touchscreen, auf dem sich die Fülle der Fahrzeugfunktionen recht intuitiv bedienen lässt, viel besser als auf den haptisch nicht immer präzise reagierenden Lenkradtasten, über die auch der Tempomat angesteuert wird. Hier sollte Volkswagen nachbessern.

Auch ein Shortcut zur schnelleren Deaktivierung des aktiven Spurhalteassistenten wäre empfehlenswert. Der reagiert im praktischen Einsatz nämlich schon bei einem Hauch Abweichung von der Mittellinie mit harschen Vibrationen im Lenkrad, was eher störend statt helfend wirkt. Nicht jede computerbegleitete Fahrfunktion ist im alltäglichen Gebrauch sinnvoll. Dagegen ist der aktive Tempomat samt autonomer Notbremsung ausdrücklich zu loben. Er steigert nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch die Sicherheit.

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Die sportlichste Komponente im VW ID.5 sind wohl die Integralsitze.

(Foto: Volkswagen)

Apropos Bedienung: Die Nutzung des Startknopfs schenkt sich Volkswagen - sobald man auf dem Fahrersitz Platz genommen und den Fahrzeugschlüssel bei sich trägt, ist der ID.5 bereit. Bremse betätigen und am rechten Lenksäulen-Element auf "D" drehen, dann kriecht das geräumige SUV-Coupé los.

Mit 180 km/h in den Begrenzer

Der schwächste Vertreter ist für den Moment der mit 204 PS (47.550 Euro ohne Förderung) ausreichend motoroisierte ID.5. Die 174 PS leistende Variante startet später in den Markt. Allerdings ist der mit Heckantrieb ausgerüstete Allrounder mit 2,1 Tonnen Leergewicht derart schwer, dass er trotz einem mximalen Drehmoment von 320 Newtonmeter zwar souverän, aber nicht sonderlich sportlich unterwegs ist. Wer den Vergleich zu einem etwa gleich starken Diesel zieht, dürfte das elektrische Exemplar dennoch als elastischer empfinden. Das Geheimnis liegt in der festen Übersetzung. Wechselgetriebe produzieren Zugkraftunterbrechungen und die fallen beim Elektroauto eben weg.

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Selbst die GTX-Variante des ID.5 kommt über eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h nicht hinaus.

(Foto: Volkswagen)

Volkswagen hat aber noch eine schärfere Version in petto. Hierzu hat die Marketingabteilung ein historisches Kürzel hervorgekramt - ältere Zeitgenossen erinnern sich wahrscheinlich noch an die GTX-Versionen des Scirocco, die bis ins Jahr 1989 mit 112 Pferdchen unterwegs war. Jetzt also wieder GTX - ID.5 GTX, um genauer zu sein, allerdings mit aufregenden 299 PS. Doch dürfte der eine oder andere Performance-Fan enttäuscht sein, wenn er den modernen GTX zu 53.615 Euro auf freier Strecke mit Schmackes in den 180 km/h-Begrenzer treibt. Der müsste sich dann sogar vom historischen GTX überholen lassen, schließlich steht dieser immerhin mit bis zu 204 km/h in den Papieren. Und vermutlich erklimmt dessen Tachonadel mit viel Anlauf auch noch die 220er-Markierung. Gutes Stichwort, 220 km/h hätte man dem elektrischen GTX schon gönnen können, wohl wissend, dass es sich um eine sehr deutsche Perspektive handelt.

Genießen wir den ausgewogen abgestimmten ID.5, der vor allem als GTX mit den beiden Elektroherzen dank elektronischer Schützenhilfe auch eine frappierende Querdynamik erlaubt und nicht nur geradeaus schnell kann (6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h). Schön auch, dass er seiner menschlichen Fracht keine überbordenden Härten zumutet, sondern Bodenwellen durchaus geschmeidig überrollt.

Mit 135 kW wird konservativ geladen

Kurz nach der Idee, mit dem ID.5 auch und vor allem lange Strecken zurückzulegen - wofür er wirklich prädestiniert ist - kommt gleich die Frage auf, wie man wieder an frische Energie gelangt. Die größere Batterie mit 77 kWh ist obligatorisch, was mindestens 425 Kilometer WLTP-Reichweite für den GTX bedeutet und sogar 516 Kilometer für die einmotorige Ausgabe. Wichtig ist generell aber auch, auf die Ladezeit von fünf bis 80 Prozent Batteriefüllstand zu achten, empfiehlt Techniker Andreas Lange. Diese beziffert Volkswagen mit rund einer halben Stunde.

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Mit 135 kW bleibt die Ladeleistung auch für den ID.5 recht konservativ.

(Foto: Volkswagen)

Natürlich könne man hohe Ladeleistungen angeben, führt der Ingenieur aus, aber eine solche Angabe helfe dem Kunden nicht, wenn sie nur für einen kurzen Zeitraum erreicht werde. Allerdings verrät der Volkswagen-Ingenieur, dass der ID.5 auch mal die 170 kW an der Ladesäule packe, obwohl der Konzern bei der Werksangabe konservativ bleibt, mit 135 kW - so würden die Kunden auch nicht enttäuscht. Wer möglichst effizient unterwegs sein möchte, sollte keinesfalls auf die 990 Euro teure Wärmepumpe verzichten, das entlastet die Traktionsbatterie, wenn Heizleistung gefragt ist. Zu viel wiederum sollte man sich von ihr aber auch nicht versprechen, denn bei gleichförmiger Fahrt auf der Autobahn fällt nur wenig Wärme ab.

Der Parkplatz-Merker

Zwei echte Schmankerl bietet der ID.5 noch, von denen eines zumindest an Ort und Stelle getestet werden konnte: So lassen sich mühevoll durchgeführte Parkvorgänge abspeichern. Fährt man die zuvor markierte Stelle später wieder an, übernimmt der Assistent das Einparken selbsttätig. Nur Brems- und Fahrpedal müssen bedient werden. Das klappt sogar mit recht komplexen und verwinkelten Einparkmanövern, die die Anlage virtuos reproduziert.

Späteren ausgiebigen Tests wird sich der EV-Routenmanager noch stellen müssen, der optimale Ladepunkte berechnet. Stranden wird man mit einem Elektroauto zumindest in Deutschland allerdings nicht mehr so leicht. Das liegt nicht zuletzt an den mittlerweile brauchbaren Reichweiten der Fahrzeuge, sondern auch am dichten Schnellladenetzwerk, das sich im europäischen Vergleich nicht verstecken muss.

Quelle: ntv.de, Patrick Broich, sp-x

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