Gebrauchte

Gebrauchtwagencheck Renault Scénic (IV) - solider als Vorgänger

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Der Renaut Scénic streckt sich auf eine Länge von 4,41 Meter. Wer Platz braucht, sollte den Grand Scénic mit 4,64 Meter ins Auge fassen.

(Foto: Renault)

Nein, so ein Kompakt-Van ist nicht mehr en vogue. Aber gerade als Gebrauchter kann er so seine Vorteile haben. Erstens liegt sein Preis meist unter dem eines angesagten SUV und zweitens bietet er eine Unmenge Platz. So auch der Renault Scénic. Doch auf einiges sollte man beim Kauf achten.

Als der Renault Scénic, damals noch mit dem Zusatz Mégane, vor fast 25 Jahren auf den Markt kam, brachten die Franzosen frischen und besonders familienfreundlichen Wind in die Kompaktklasse und erfanden nebenbei den Kompaktvan. Erhöhte Sitzposition, verschiebbare und ausbaubare Einzelsitze im Fond und pfiffige Ideen rund ums Verstauen von Gepäck und Kleinteilen machten ihn zu einem Bestseller. Mittlerweile ist seit Ende 2016 die vierte Generation am Start.

Gar nicht so langweilig

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Hochgewachsene Fondpassagiere werden auch im Renault Scénic keinen Spaß haben.

(Foto: Renault)

Dass Vans langweilig aussehen, kann man beim Renault Scénic nicht behaupten. Ein schick geschneidertes Blechkleid lässt keine Assoziationen von Pampersbomber oder Langeweile aufkommen. Hingucker sind die serienmäßigen 20-Zöller. Über die Jahre hat der Scénic in allen Dimensionen zugelegt. Ausgabe 4 streckt sich als Fünfsitzer in der Länge auf 4,41 Meter und verfügt über einen Radstand von 2,73 Metern. Platz ist reichlich vorhanden, allerdings wird der Raum zwischen Haupthaar und Dachhimmel für langgewachsene Fondnutzer eng.

Der Platz der zweiten Reihe richtet sich daher besonders an Kinder. Diese können dank vielen Staufächern und je nach Ausstattungslinie mit der weit nach hinten verschiebbare Mittelkonsole sowie Multimedia-Anschlüssen das Unterwegsein genießen. Anders als früher gibt es aber hinten keine Einzelsitze mehr. Die Rückbank ist im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt. Die Komponenten lassen sich aber noch in Längsrichtung um 16 Zentimeter zugunsten von mehr Knie- oder Stauraum verschieben.

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Je nach Einstellung der Rückbank bietet der Kofferraum des Renault Scénic zwischen 505, 572 und 1554 Liter Kofferraumvolumen.

(Foto: Renault)

Das Gepäckraumvolumen variiert so zwischen 505 und 572 Litern, klappt man die Rücksitzlehnen um, steigt der Wert auf 1554 Liter. Legt man noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes um, lassen sich Gegenstände bis zu einer Länge von 2,61 Metern laden. Wer größeren Platzbedarf hat, kann nach dem Grand Scénic suchen. Dieser ist 4,64 Meter lang. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 718 und 1900 Litern. Optional wird diese Version auch als Siebensitzer angeboten.

Nichts für Sportfreunde

Zunächst standen für den Scénic ein 1,2-Liter-Turbobenziner in den Ausbaustufen mit 115 PS und 132 PS zur Verfügung. Die Benziner verfügen über ein akzeptables Drehmoment (190 und 205 Newtonmeter), um den Van gelassen bewegen zu können. Ende 2017 ersetzt ein 1,3-Liter-Turbo den 1.2er. Dieser kommt auf Ausbaustufen mit 115 PS, 140 PS und 160 PS. Die Verbrauchswerte gibt Renault zwischen optimistischen 5,4 und 6 Litern an. Außerdem hatte Renault drei Diesel zum Marktstart im Angebot: ein 1,5-Liter mit 110 PS sowie einen 1.6er mit 130 PS oder 160 PS. Den kleinsten Diesel gab es zwischen 2017 und 2018 als Mildhybrid. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern ist er auf dem Datenblatt Sparmeister bei den Selbstzündern, die auf Werte zwischen 3,9 und 4,5 Litern kommen.

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Ob man den Innenraum des Renault Scénic schön findet, liegt wohl im Auge des Betrachters.

(Foto: Renault)

Für die Kraftübertragung auf die Vorderachse sorgt bis auf den stärksten Turbo-Benziner ein manuelles Sechsganggetriebe. Beim 160-PS-Turbo kommt ein Sechsgang Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zum Einsatz. Alternativ stehen außer bei dem Basis-Benziner ein Siebengang-DSG zur Wahl. Anfang 2019 hat Renault sein Diesel-Programm neu aufgestellt. Die 1,7-Liter-Vierzylinder gibt es mit 120 PS und 150 PS, die Kraftübertragung leistet jeweils ein Sechsgang-DSG. Dem 1.7er ist allerdings nur ein kurzes Gastspiel vorbehalten. Seit Ende 2020 gibt es den Scénic ausschließlich mit Benzinern.

Die Basisausstattung, die ausschließlich mit dem kleinsten Benziner angeboten wird, wartet unter anderem mit Klimaanlage, DAB-Radio, Notbremsassistent, Tempomat und Verkehrszeichenerkennung auf. Die höheren Komfortniveaus bieten unter anderem einen schlüssellosen Zugang, eine verschiebbare Mittelarmlehne, Einparkhilfe, Spurhalteassistent sowie ein Infotainmentsystem mit großem Touchscreen. In der Top-Ausstattung, zunächst "Initiale Paris" genannt, gehören etwa Ledersitze, LED-Scheinwerfer, Kurvenlicht, Head-up-Display, Rückfahrkamera sowie ein Surround-Soundsystem von Bose zum Serienumfang. Beim NCAP-Crashtest von 2016 erreicht der Van eine Fünf-Sterne-Bewertung.

Anfällige Achsaufhängung

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Probleme hat der Renault Scénic vorzugsweise mit der Achsaufhängung, aber auch Ölverlust und Probleme mit dem Licht sind keine Seltenheit.

(Foto: Renault)

Der Renault Scénic hat sich bei seiner ersten Hauptuntersuchung gut geschlagen. Anders als noch der Vorgänger haben die TÜV-Prüfer bislang bei der vierten Generation wenig zu meckern. Die aktuelle Ausgabe absolviert die TÜV-HU besser als der Durchschnitt der untersuchten Fahrzeuge. Genau hinschauen sollte man jedoch beim Fahrwerk, die Achsaufhängung ist anfällig für Defekte. Auch Ölverlust sowie Probleme bei der Lichteinstellung sind hin und wieder ein Thema.

Fazit: Der Renault Scénic ist ein praktisches Fahrzeug für Familien und sieht auch noch gut aus und scheint aus den Qualitätsprobleme des Vorgängers gelernt zu haben. Als Neuwagen startete er günstiger als die Wettbewerber wie Opel Zafira oder Ford C-Max. Für einen Gebrauchten mit einer Laufleistung von unter 100.000 Kilometern müssen Interessenten etwa 10.000 Euro anlegen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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