Freitag, 10. April 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:27 Uhr

Das war Freitag, der 10. April 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

das war's für heute. Ich verabschiede mich gleich in den Feierabend, aber zuvor möchte ich Ihnen natürlich noch die meistgelesenen Artikel des Tages vorstellen. Hier sind sie:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, bleiben Sie gesund!

22:04 Uhr

Weinstein: Corona überstanden, neue Vorwürfe

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Weinstein hat seine Corona-Erkrankung überstanden; jetzt sieht er sich aber mit weiteren Vorwürfen konfrontiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der ehemalige Filmproduzent Harvey Weinstein soll eine Erkrankung mit dem Coronavirus überstanden haben. Wie die britische Boulevardzeitung "The Daily Mail" berichtet, wurde Weinstein aus einer zweiwöchigen Isolation entlassen. Der 68-Jährige, der zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde, war dem Bericht zufolge Mitte März positiv auf das Virus getestet und in Einzelhaft verlegt worden.

Derweil sind in Kalifornien neue Vorwürfe gegen Weinstein erhoben worden. Eine Frau, die nicht namentlich genannt wurde, habe Vorwürfe wegen eines angeblichen sexuellen Übergriffs in einem Hotel in Beverly Hills im Mai 2010 vorgebracht, teilte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles mit. Die zusätzliche Anklage wegen sexueller Nötigung soll in das seit Jahresbeginn laufende Verfahren aufgenommen werden.

21:25 Uhr

Trump hat der WHO "viel zu sagen"

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Coronavirus-Krise für kommende Woche eine Erklärung angekündigt. "Wir haben ihnen rund 500 Millionen Dollar pro Jahr gegeben, und wir werden kommende Woche über dieses Thema sprechen", sagte Trump im Weißen Haus. "Wir werden viel zu sagen haben."

Trump hatte der WHO am Dienstag einen Stopp der US-Zahlungen angedroht. Der Präsident wirft der internationalen Organisation Versäumnisse im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie vor und hat die WHO als zu China-freundlich attackiert.

Kritiker werfen Trump allerdings vor, damit von eigenen Versäumnissen in der Krise ablenken zu wollen.

20:52 Uhr

Gefängnisrevolte in Russland - Häftlinge stecken drei Gebäude in Brand

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Häftlinge zündeten drei Gebäude auf dem Gefängnis-Gelände an.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

In einer Strafkolonie in Sibirien ist es zu einer Gefängnisrevolte gekommen. Mehrere Häftlinge hätten zunächst einen Wärter angegriffen, teilen die Behörden mit. Die Insassen konnten demnach aus ihren Zellen fliehen und steckten später der Agentur Interfax zufolge drei Gebäude auf dem Gelände in Brand.

  • Die Brände wurden gelöscht. An dem Aufstand waren demnach bis zu 18 Häftlinge beteiligt. Am Abend hätten sie sich in einem Gebäude verschanzt, das von Sicherheitskräften umstellt worden sei. Weitere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor.
  • Den Behörden zufolge spielten die Häftlinge in der Strafkolonie am Baikalsee zunächst einen Suizidversuch vor, um aus ihren Zellen zu entkommen.
  • Der angegriffene Gefängniswärter sei verletzt in ein Krankenhaus gekommen. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die Gefangenen, die sich Verletzungen zugefügt hatten, wurden versorgt.
20:13 Uhr

Habeck wird zum Selfmade-Friseur

Da Friseure in Zeiten der Corona-Pandemie geschlossen haben, muss auch mancher Politiker selbst Hand anlegen. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck zeigte bei Instagram, wie er sich behilft.

Auf einem Bild ist zu sehen, wie sich der 50-Jährige im Freien kniend mit einer Haarschneidemaschine die Haare über dem rechten Ohr stutzt. Den dazu nötigen Spiegel hat er auf einem Stuhl positioniert. Dazu postete er: "#SelfmadeFriseur".

Auch anderen Spitzenpolitikern machen die geschlossenen Friseure zu schaffen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte zuletzt der "Saarbrücker Zeitung" gesagt: "Wenn Friseure noch länger geschlossen sind, werde ich bald zumindest frisurtechnisch wieder wie in den 1980er Jahren aussehen."

*Datenschutz

19:36 Uhr

Kampf gegen Corona: Google und Apple arbeiten zusammen

Das ist wohl ungefähr so, als hätten Pepsi und Coke eine gemeinsame Limo-Sorte auf den Markt gebracht.  

Apple und Google arbeiten im Kampf gegen das Coronavirus zusammen. Anbieter der beiden führenden Smartphone-Plattformen wollen die Entwicklung von Apps zur Nachverfolgung von Covid-19-Infektionen erleichtern. Sie setzen dabei auf das Erkennen von Abständen mit Bluetooth-Funktechnik und Verschlüsselung. "Der Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit der Benutzer werden im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen", erklären die beiden Konzerne. Das iOS-Betriebssystem von Apples iPhones und das Google-System Android sollen entsprechende Schnittstellen bekommen.

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18:57 Uhr

Busfahrer in Berlin zwischen zwei Bussen eingeklemmt

Heute Nacht ist in Berlin ein Busfahrer zwischen zwei Bussen eingeklemmt und dabei lebensbedrohlich verletzt worden.

  • Nach Polizeiangaben hielt der 36-Jährige hinter einem anderen, unbesetzten Bus und stieg aus. "Aufgrund eines Handhabungsfehlers" geriet demnach sein Bus ins Rollen. Der Mann wurde daraufhin zwischen den beiden Fahrzeugen eingeklemmt.
  • Es dauerte "etliche Minuten", bis ein Passant den Busfahrer entdeckte und die Feuerwehr alarmierte.
  • Die Rettungskräfte reanimierten den Mann vor Ort. Er wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt, sein Zustand ist lebensbedrohlich. Die Ermittlungen dauern an.
18:30 Uhr
Breaking News

Großbritannien meldet an einem Tag mehr Todesfälle als Italien

Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien. Die Zahl der Toten stieg bis Donnerstagabend um 980, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Italien hatte an seinem bislang schlimmsten Tag am 27. März 969 Tote erfasst.

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18:17 Uhr

Libanesische Polizei findet 25 Tonnen Cannabis in acht Lkws

Der Libanon hat den größten Drogenfund in seiner Geschichte gemacht. Bereits im vergangenen Monat habe die Polizei mehr als 25 Tonnen Cannabis beschlagnahmt, meldete heute die staatliche Agentur NNA.

Die Drogen hätten sich auf acht Lastwagen befunden, die auf dem Weg zum Hafen der Hauptstadt Beirut gewesen seien. Sie waren für "ein afrikanisches Land" bestimmt.

Cannabis ist zwar im Libanon verboten, wird dort aber in großem Stil angebaut. Kritiker werfen der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah vor, darin verwickelt zu sein.

17:36 Uhr

Deutsche Post will auch sonntags Pakete ausliefern

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Was wohl die Post-Mitarbeiter dazu sagen würden?

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen der zurzeit großen Zahl an Paketsendungen schlägt die Deutsche Post vor, dass bei ihr vorübergehend auch sonntags gearbeitet werden darf.

"Hilfreich wäre beispielsweise, punktuell auch sonntags arbeiten zu können, um beispielsweise Spitzen in der Paketzustellung besser bewältigen zu können", sagte das Vorstandsmitglied des Unternehmens für das deutsche Brief- und Paketgeschäft, Tobias Meyer, der "Rheinischen Post".

Die Deutsche Post DHL transportiere momentan acht Millionen Pakete und Päckchen am Tag. "Dies ist ein Aufkommen wie in der Vorweihnachtszeit - außer, dass wir keine Zeit hatten, uns hierauf vorzubereiten", sagte Meyer. Im Jahresdurchschnitt liefert die Post nach eigener Angabe pro Zustelltag 5,2 Millionen Pakete aus.

16:56 Uhr

Mann ermordet Ex-Freundin am helllichten Tag in Park

Eine Frau war mit ihrem Baby im Leipziger Auwald unterwegs, als ihr Ex-Freund sie brutal angriff. Trotz intensivmedizinischer Behandlung starb sie nun in einem Krankenhaus.

Der Angreifer wurde am nächsten Tag festgenommen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Gegen den 30-Jährigen wird wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes ermittelt. Die Ermittler prüfen zudem den Vorwurf der Heimtücke. Der in Afghanistan geborene Mann hat den Angaben zufolge die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch das Opfer ist demnach Deutsche.

Der Mann soll seine frühere Lebensgefährtin am Mittwoch am helllichten Tag in dem Naherholungsgebiet angegriffen und ihr schwerste Kopfverletzungen zugefügt haben. Die 37-jährige war mit einem Baby unterwegs, der Säugling blieb unverletzt.

16:04 Uhr

Coronaparty-Veranstalter wird Gäste nicht los - zwei Festnahmen

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Der Gastgeber konnte seine Freunde nicht rauswerfen.

(Foto: imago/Rupert Oberhäuser)

Die Polizei hat eine private Party in Osnabrück aufgelöst und zwei der Gäste in Gewahrsam genommen. Nachbarn hatten sich in der Nacht zum Karfreitag über die Lautstärke der Feier beschwert. Der Gastgeber sagte den Polizisten, er habe das Treffen längst auflösen wollen - allerdings würden sich seine Gäste weigern zu gehen.

  • Die drei Gäste im Alter von 20 bis 30 Jahren waren stark betrunken, wurden aggressiv und missachteten den wegen des Coronavirus vorgeschriebenen Mindestabstand.
  • Die Polizei brachte die Männer schließlich aus dem Haus und erteilte ihnen einen Platzverweis. Weil sich zwei der Partygäste daran nicht hielten, nahmen die Beamten sie in Gewahrsam.
  • Gegen alle drei Männer wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.
15:18 Uhr

Gottesdienst im Autokino zieht Hunderte Besucher an

Dass es vielen Autokino-Besuchern nicht in erster Linie um Filme geht, ist kein Geheimnis. Doch in den Drive-In-Lichtspielhäusern kann man nicht nur knutschen, sondern auch etwas anderes tun. Zum Beispiel beten.

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So sieht ein Gottesdient in Zeiten von Corona aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem Autokino in Düsseldorf haben mehrere Hundert Christen trotz der Corona-Krise einen Karfreitags-Gottesdienst besucht. Nach Angaben des Kinobetreibers waren Besucher in rund 400 Autos auf den Parkplatz an der Messe der Landeshauptstadt gekommen. Per Autoradio konnten sie die ökumenische Feier verfolgen.

Gehalten wurde der Gottesdienst vom evangelischen Pfarrer Heinrich Fucks und Pfarrer Frank Heidkamp für die katholische Kirche. Die Geistlichen standen auf einer kleinen Bühne unter einem Dach.

Im Düsseldorfer Autokino werden an Ostern weitere Gottesdienste begangen. Am Ostersonntag ist eine katholische und am Ostermontag eine evangelische Feier geplant.

14:46 Uhr

Schichtwechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

wie Sie sehen, läuft "Der Tag" zur Zeit nicht nur unter der Woche, sondern auch an Feiertagen und am Wochenende. Für Sie heißt es noch mehr aktuelle Nachrichten und spannende Inhalte. Für mich, dass ich nun auch am Karfreitag arbeiten muss. Und das freut mich sehr, weil ich eh keine Lust habe, bei diesem Wetter zu Hause zu hocken. Dann schon lieber ins Büro. Meine Kollegin Ina Bullwinkel macht jetzt Feierabend, ich bin noch bis zum späten Abend für Sie da.

14:24 Uhr

Familie pflückt Wildkräuter - und landet im Krankenhaus

Nach dem Konsum von selbst gepflückten Wildkräutern ist eine Familie aus Wiesbaden mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Familie hatte am Donnerstagabend die Kräuter gesammelt und gegessen, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. "Sie hatten wohl vermutet, es sei Bärlauch."

Der Zustand der zwei Erwachsenen und zwei Kinder sei kritisch gewesen. Ob sie aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, ist bisher nicht bekannt.

13:53 Uhr

Aktivisten wegen Online-Konferenz mit Israelis festgenommen

Sicherheitskräfte der islamistischen Hamas haben im Gazastreifen mehrere Palästinenser nach einer Online-Konferenz mit Israelis festgenommen. Die Friedensaktivisten stünden unter dem Verdacht des Verrats, bestätigten Sicherheitskreise in Gaza. Die Online-Konferenz sei auf Facebook beworben worden. In einer Mitteilung des Innenministeriums in Gaza hieß es: "Der Aufbau jeglicher Aktivitäten oder Kommunikation mit der israelischen Besatzung unter jeglichem Deckmantel ist ein Verbrechen, das dem Gesetz nach strafbar ist, sowie ein Betrug an unserem Volk und seinen Opfern."

Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben. Israel hatte 2007 eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen. In dem dicht besiedelten Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen.

13:30 Uhr

Polizeigewerkschaft: Dank Corona wird weniger geklaut

Die Corona-Krise lässt die Zahl der Diebstähle und Einbrüche in Deutschland spürbar zurückgehen. "Seit Mitte März registrieren wir einen massiven Rückgang von Diebstählen und Einbrüchen. Das Entdeckungsrisiko ist für die Täter zu groß geworden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

  • Die genauen Daten werden demnach zwar erst in einigen Wochen vorliegen. Der Trend sei jedoch schon jetzt eindeutig. Als Hauptgrund nannte der Gewerkschafter, dass sich die Menschen aufgrund der seit Beginn der Corona-Epidemie befolgten Ausgangsbeschränkungen überwiegend zu Hause aufhielten.
  • Allerdings steige die Zahl der Betrugsdelikte im Internet. So würden auch zunehmend gefälschte und überwiegend unwirksame Corona-Medikamente sowie Corona-Tests angeboten. "Medikamente und Tests müssen zertifiziert sein. Allem anderen ist zu misstrauen", sagte Radek.
13:12 Uhr

Gegen den Lagerkoller: Aufbrezeln und Müll rausbringen

In Corona-Zeiten kann der Gang zur Mülltonne das Highlight des Tages sein. Um dieses besondere Ereignis ausreichend zu würdigen, brezeln sich einige Menschen sogar richtig auf: Ob in Abendkleidern, einem Teddybär-Kostüm oder in voller Superhelden-Ausrüstung - Tausende nutzen den Weg zwischen Haustür und Mülltonne als Laufsteg. Die Fotos ihrer "Müll"-Outfits veröffentlichen sie dann bei Facebook oder Instagram.

So wie die 30-jährige Victoria Anthony, die ein Foto von sich in einem Cocktailkleid auf Instagram unter dem Hashtag #BinIsolationOuting (zu deutsch: Mülleimer-Isolations-Outing) veröffentlichte. "So verrückt ich mich auch fühle, mich zu Hause zu verkleiden, es ist das Einzige, was mich während der Isolation bei Verstand hält", sagte die DJane aus Sydney, deren Musikauftritte alle wegen der Pandemie abgesagt wurden. "Meine Mülltonne mit Stil rauszurollen, macht mich wieder glücklich", erklärt sie. Der Trend hat in Australien seinen Anfang genommen, aber inzwischen Fans fast überall auf der Welt gewonnen.

12:41 Uhr

Altmaier widmet freie Corona-Zeit dem Bodybuilding

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Jetzt auch öfter mit dem Fahrrad unterwegs: Peter Altmaier.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer glaubt, Politiker seien nicht für eine Überraschung gut, wird jetzt eines Besseren belehrt. Seine durch die Corona-Krise gewonnene freie Zeit nutzt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nämlich nach eigenen Angaben für Bodybuilding. "Zu Hause liegen seit eh und je zwei Hanteln, die ich viel zu selten bewegt habe", sagte Altmaier der "Augsburger Allgemeinen". "Durch die Auswirkungen dieser Krise habe ich sie wieder angefasst und festgestellt, dass man auch in meinem Alter und mit meiner Figur noch 'Bodybuilding' treiben kann."

Seitdem das Wetter besser wurde, sei er regelmäßig auch für eine Stunde mit dem Fahrrad in Berlin unterwegs, sagte Altmaier. Sein Privatleben habe sich durch die Ausgangsbeschränkungen entschleunigt, weil er nun abends durch die entfallenden Abendtermine früher zu Hause sei. Zwar sei er häufig in Telefonkonferenzen, aber er versuche auch, mehr Zeit dem Lesen und Nachdenken zu widmen.

12:19 Uhr

Taliban töten fünf Bankangestellte in Afghanistan

Talibankämpfer haben im Westen Afghanistans fünf Angestellte einer Staatsbank umgebracht. Die Bankmitarbeiter seien auf ihrem Weg von einem Handelshafen nach Herat von Milizen der militant-islamistischen Gruppe entführt und dann erschossen worden, sagte ein Regierungssprecher der Provinz Herat. Das Motiv war unklar, allerdings haben die Taliban in der Vergangenheit immer wieder Angestellte der Regierung und Armeeangehörige entführt.

In Afghanistan läuft zurzeit die vereinbarte Freilassung inhaftierter Taliban aus Regierungsgefängnissen an. Gestern wurden weitere 100 Gefangene der Gruppe entlassen. Ende Februar hatten die USA mit den Taliban ein Abkommen geschlossen, das einen Gefangenenaustausch zwischen der afghanischen Regierung und den Aufständischen vorsieht. Seit Wochen herrscht allerdings Streit um die Umsetzung und darüber, welche Gefangenen auf freien Fuß kommen.

11:45 Uhr

Brand in Tschernobyl lodert seit einer Woche

Keine Entwarnung in der ukrainischen Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl: Knapp eine Woche nach Beginn des Feuers ist der Waldbrand noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt seien 380 Feuerwehrleute im Einsatz, teilte der Katastrophenschutz mit.

Das die Brände begünstigende trockene Wetter hält zudem weiter an. Wetterdiensten zufolge werden erst am kommenden Dienstag ergiebigere Regenfälle erwartet. Die radioaktive Strahlung in den angrenzenden besiedelten Gebieten soll innerhalb der Norm liegen.

Die Brände waren am vergangenen Samstag ausgebrochen. In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten. Als Ursache wurde immer wieder Brandstiftung vermutet.

11:21 Uhr

Schneesturm in den USA sorgt für Hunderte Unfälle

Kurz vor Ostern hat der Winter im äußersten Nordosten der USA noch einmal gezeigt, was er kann: Durch einen "Frühlingssturm" herangetragen, hüllte am Donnerstagabend Schneegestöber große Teile des Bundesstaates Maine in Weiß und verwandelten Straßen in Rutschbahnen. Wie das Nachrichtenportal "centralmaine.com" berichtete, kam es laut Polizei zu Hunderten Autounfällen, wichtige Straßen mussten wegen querstehender Lastwagen gesperrt werden.

Im gesamten Bundesstaat blieben mehr als 200.000 Stromkunden laut Versorgern vorübergehend ohne Elektrizität. Noch am Morgen warnte der US-Wetterdienst vor Stürmen, die schweren, nassen Schnee sowie starke Winde in die Region bringen sollten und für weitere Stromausfälle sorgen könnten.

*Datenschutz

10:46 Uhr

Mann ersticht 85-jährigen Vater mit Schraubenzieher

Mit einem Schraubenzieher soll ein 57-Jähriger in Österreich seinen Vater erstochen haben. Die Leiche des 85 Jahre alten Opfers weise mehrere Stichverletzungen im Oberkörper auf, teilte die Polizei mit. Der Sohn habe die Tat gestanden, das Motiv sei noch unklar.

Sohn und Vater lebten gemeinsam in einem Haus in St. Pölten. Die Tochter des 85-Jährigen hatte ihren toten Vater am Donnerstag in der Badewanne entdeckt, als sie nach ihm schauen wollte. Der unter Vormundschaft stehende Sohn ließ sich laut Polizei widerstandslos festnehmen. Eine psychische Erkrankung des Verdächtigen könne nicht ausgeschlossen werden.

10:15 Uhr

Naturschützer beobachten mysteriöse Vogelkrankheit

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Dutzende Blaumeisen sollen der unbekannten Krankheit schon erlegen sein.

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Neben Covid-19 ist offenbar noch eine andere Krankheit auf dem Vormarsch. Diese betrifft aber nur Vögel: Naturschützer registrieren derzeit ungewöhnlich viele tote Blaumeisen. Um herauszufinden, ob sich eine neue Vogelkrankheit in Deutschland ausbreitet, bittet der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), tote und krank wirkende Vögel zu melden. Neben Blaumeisen sollen auch schon Kohlmeisen und andere kleine Singvögel erkrankt sein.

"Erste Fälle wurden uns bereits Mitte März aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz gemeldet", sagte Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Inzwischen sei die Zahl auf mehr als 150 gestiegen. Erkennen könne man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie "apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen".

09:45 Uhr

FDP setzt sich für Homeoffice-Pauschale ein

Die FDP verlangt steuerliche Erleichterungen für die vielen Menschen in Deutschland, die in der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten. "Wir schlagen vor, dass während der Krise eine Homeoffice-Pauschale von 100 Euro pro Monat als Werbungskosten eingeführt wird", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr.

Viele Betriebe hätten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. "In der Regel lassen sich die Kosten für ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Viele Menschen haben aber kein "richtiges" Arbeitszimmer, sondern arbeiten aus der Küche oder vom Balkon", sagte Dürr. "So was kann bislang nicht steuerlich geltend gemacht werden. Es darf aber keinen Unterschied machen, ob der Laptop auf dem Küchentisch oder in einem extra Zimmer steht."

09:15 Uhr

Neue Emojis erscheinen wegen Corona-Krise verzögert

Wegen der Coronavirus-Krise wird man im kommenden Jahr nicht wie gewohnt neue Emojis nutzen können. Die nächste Erweiterung des Emoji-Katalogs wurde von März auf September 2021 verschoben. Entwickler brauchen danach traditionell noch rund ein halbes Jahr, um die Symbole etwa auf Smartphones umzusetzen. So sollen die im März dieses Jahres vorgestellten neuen Symbole erst im Herbst verfügbar sein.

Deswegen werden die Emojis aus dem nächsten Jahr erst 2022 auf die Geräte kommen, wie das zuständige Unicode-Konsortium ankündigte. Unicode überlegt noch, ob in der Zwischenzeit zumindest Abwandlungen bisheriger Symbole hinzugefügt werden könnten - so wie in diesem Jahr zum Beispiel eine Katze in der neuen Farbe Schwarz dazukam. Die Frist zum Vorschlagen gänzlich neuer Emojis wurde zugleich bis September 2020 verlängert. Die Beteiligten hätten aktuell zu viel anderes zu tun, erklärte das Konsortium.

08:52 Uhr

Disney setzt Jagd auf Netflix erfolgreich fort

Der Streamingservice des Unterhaltungsriesen Disney verzeichnet weiter rasantes Wachstum. Disney+ hat nach Angaben des Konzerns rund fünf Monate nach dem Start in den USA weltweit bereits 50 Millionen zahlende Abonnenten gewonnen.

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Die Figur des Baby Yoda ist einer der beliebten Charaktere der "Star Wars"-Serie "The Mandalorian".

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Disney hatte mit dem Streamingdienst im November die Jagd auf den Marktführer Netflix eröffnet und auf Anhieb großen Kundenzustrom erhalten. Disney+ punktet mit beliebten Produktionen wie der "Star Wars"-Serie "The Mandalorian" und bislang relativ niedrigen Preisen.

Der Abstand zu Netflix bleibt vorerst dennoch groß - der Konkurrent hatte zuletzt rund 167 Millionen Kunden. Allerdings ist Netflix auch schon seit mehr als zehn Jahren im Geschäft und in mehr als 190 Ländern weltweit vertreten - Disney+ bislang erst in gut einem Dutzend. In Deutschland ist der Service erst seit dem 24. März verfügbar.

08:32 Uhr

Tausende Menschen verfolgen brütende Falken - per Webcam

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Brüten live: Dank einer Webcam lässt sich ein Wanderfalke in der Kaiserburg genau beobachten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schon mal gesehen, wie Wanderfalken-Küken schlüpfen? Oder wie Schneeleoparden geboren werden? Webcams machen das live möglich. Dank ihnen kann man Naturspektakel hautnah erleben und Einblicke bekommen, die sonst nicht möglich sind. Die Zahl der Webcams steigt nach Angaben des Naturschutzbunds (NABU) Jahr für Jahr. Tausende Zuschauer fiebern regelmäßig mit.

Allein 5000 bis 6000 Menschen verfolgen gerade täglich, wie die Wanderfalken auf der Nürnberger Kaiserburg ihre drei Eier ausbrüten, wie Stefan Böger von der Bezirksregierung Mittelfranken sagt. Seit 2013 sind dort vor den Augen der Internet-Fangemeinde insgesamt zwölf junge Falken ausgeflogen. In den nächsten Tagen wird es besonders spannend, denn die Küken sind kurz davor zu schlüpfen.

08:03 Uhr

US-Richter: Ältere Häftlinge müssen in Corona-Hochburg bleiben

Ein US-Richter hat die Verlegung von Insassen einer Haftanstalt in Chicago abgelehnt, die als einer der größten Herde des Coronavirus in den USA gilt. Bundesrichter Matthew Kennelly wies stattdessen den für das Cook-County-Gefängnis zuständigen Polizeichef an, die Vorkehrungen gegen die Ausbreitung des Erregers in der Haftanstalt zu verstärken.

  • Nach eigenen Angaben des Richters ist die Infektionsrate in der Anstalt überaus hoch - 50 Ansteckungen pro 1000 Menschen im Vergleich zu einem Verhältnis von 1,56 zu 1000 im gesamten Verwaltungsbezirk Cook.
  • Die konkreten Anweisungen Kennellys bestanden aber lediglich unter anderem darin, zusätzliche Seife und Desinfektionsmittel für die Insassen und das Personal zu besorgen. Zudem sollen Häftlinge, die sich wegen einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion oder Symptomen in Quarantäne befinden, mit Atemschutzmasken versorgt werden.
  • Im Cook-County-Gefängnis wurden bis Donnerstag 276 der rund 4500 Insassen positiv auf das Virus getestet. Bislang ein Todesfall in der Haftanstalt, war nach Angaben von Polizeichef Tom Dart mutmaßlich auf die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 zurückzuführen. Anwälte von Insassen hatten in der jetzt abgewiesenen Klage die Verlegung von alten und vorerkrankten Häftlingen verlangt.
*Datenschutz

07:27 Uhr

Deutschland verliert immer mehr Bäckereien

Zahlreiche Bäcker und Fleischer in Deutschland haben auch im vergangenen Jahr aufgegeben. Der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend setzt sich fort. Welche Folgen die Corona-Krise hat, hängt nach Einschätzung von Branchenverbänden insbesondere vom Geschäftsmodell der Betriebe ab.

Der kleine Dorfbäcker, der überwiegend Brot und Brötchen anbietet, dürfte nur einen relativ geringen Umsatzrückgang verzeichnen, sagte Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. "Bäckern, die Catering anbieten, oder Kantinen beliefern, bricht dagegen ein großer Teil des Umsatzes weg". Das gelte auch für Bäckereien, die gleichzeitig ein Café betreiben oder für Verkaufsstellen an Bahnhöfen oder Flughäfen.

  • Ähnlich ist es im Fleischerhandwerk. "Fleischereien, die hauptsächlich über die Theke verkaufen und gut erreichbar sind, können derzeit eher Umsatzzuwächse verzeichnen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischer-Verbandes, Martin Fuchs. "Liegen die Betriebe in 'leer gefegten' Stadtlagen oder haben sie einen hohen Catering-Anteil, dann müssen erhebliche Umsatzeinbußen getragen werden."
  • Die Zahl der in der Handwerksrolle eingetragenen Bäckereien sank um vier Prozent auf 10.491. Fünf Jahre zuvor waren es noch mehr als 12.600. Die Zahl der Fleischereien schrumpfte nach Daten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks um knapp 2,8 Prozent auf 12.552.
07:02 Uhr

Mutter versteckt Klopapier - Sohn rastet aus

Nicht nur Mehl ist derzeit ein teures Gut. Auch mit Klopapier will gut gehaushaltet sein. Das dachte sich auch eine Frau in Südkalifornien und versteckte den Familienvorrat an Toilettenpapier vor ihrem 26-jährigen Sohn - dieser hatte in ihren Augen zu viel davon verbraucht. Der erboste Sohn habe seiner Mutter daraufhin ins Gesicht geschlagen, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann wurde festgenommen.

Nach Angaben der Polizeisprecherin haben die wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen in Kalifornien zu einer Zunahme der Fälle häuslicher Gewalt geführt. In vielen Haushalten seien "die Spannungen stark gestiegen". Auch in Deutschland gab es zuletzt einen Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt.

Rat und Hilfe bei häuslicher Gewalt
  • Bei akuter Bedrohung: Notruf 110
  • Beratung in Krisensituationen: Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016, Anruf kostenfrei)
  • Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Das Hilfetelefon bietet auch eine Online-Beratung per E-Mail oder Chat an.
  • Frauenhäuser bieten Schutz vor Bedrohung und die Mitarbeiterinnen können bei weiteren Schritten beraten.

07:33 Uhr
Breaking News

Große Ölförderländer vereinbaren drastische Senkung der Produktion

Die allermeisten der weltgrößten Ölförderländer haben sich auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Die Produktion soll im Mai und Juni um zehn Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren werden, wie die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) nach zähen Verhandlungen mitteilte. Mexiko ist den Angaben zufolge der einzige große Ölförderstaat, der sich nicht an der Vereinbarung beteiligt.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:37 Uhr

Ende der maßlosen Mehl-Käufe in Sicht?

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Vielerorts seit Wochen stark nachgefragt: Weizenmehl.

(Foto: imago images/MiS)

Tausende Deutsche haben vor einigen Wochen offenbar die Liebe zum Brotbacken für sich entdeckt. Oder sie haben sich nur deshalb kiloweise mit Mehl eingedeckt, weil das alle anderen auch gemacht haben. So oder so ist das weiße Pulver in der Corona-Krise ein heißbegehrtes Produkt.

Nach wochenlanger und überaus starker Nachfrage deutet sich jetzt allerdings ein Ende der maßlosen Mehl-Käufe im Einzelhandel an. "Ich habe das Gefühl, dass die Leute langsam zur Ruhe kommen", sagte Christopher Rubin, der Vorsitzende des Baden-Württembergischen Müllerbundes. Das sehen auch die großen Anbieter so: "Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich in letzter Zeit verändert", sagt Maria Theresia Heitlinger von der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland). "Die Hamsterkäufe werden weniger und unsere Kunden verteilen sich mehr oder weniger gleichmäßig auf die gesamten Öffnungszeiten."

06:24 Uhr

Heftige Winde treiben Tausende Zugvögel in den Tod

Außergewöhnlich starke Winde über Griechenland haben zum Tod von Tausenden Zugvögeln geführt. Die Verbindung der heftigen Winde mit niedrigen Temperaturen und in manchen Regionen auch Regen habe das Vogelsterben ausgelöst, teilte der griechische Ornithologen-Verband mit. Laut der Tierschutzorganisation Anima wurden verendete Vögel in Straßen und auf Balkonen von Athen, in Nordgriechenland, an einem See nahe der Hafenstadt Nafplio sowie auf Ägäis-Inseln gefunden.

In den Frühlingsmonaten reisen Zugvögel von Afrika nach Europa. Griechenland liegt auf einer ihrer wichtigsten Flugrouten. Windströme aus dem Süden hätten Vogelschwärme in Windströme aus nördlicher Richtung getrieben, erläuterten die Vogelexperten. Um den heftigen Windkollisionen zu entkommen, seien viele erschöpfte Vögel in Richtung Festland geflogen. Dort verendete ein Großteil von ihnen.