mit Yuki SchubertDas war Sonntag, der 11. September 2022
Liebe Leserinnen und Leser,
laut Kiew hat Russland nach einem Teilrückzug die kritische Infrastruktur des Nachbarlandes beschossen. Die ostukrainischen Regionen Charkiw und Donezk seien komplett ohne Strom, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Twitter mit. "Russische Terroristen bleiben Terroristen", schrieb er dazu. Sein Berater Mychajlo Podoljak teilte mit, in Charkiw sei eines der größten Wärmekraftwerke des Landes getroffen worden. Meldungen über Probleme bei der Strom- sowie der Wasserversorgung gab es auch aus den Gebieten Sumy, Dnipropetrowsk, Poltawa, Saporischschja und Odessa. Die Geschehnisse des 200. Kriegstags lesen Sie hier. Immer auf dem Laufenden bleiben Sie durch unseren Ukraine-Krieg-Ticker.
Außerdem haben die USA heute den Opfern der Terroranschläge vom 11. September vor 21 Jahren gedacht. Dafür wurden die Namen der fast 3000 Todesopfern verlesen und Schweigeminuten abgehalten. Lange wurden die Folgeschäden für die Ersthelfer ignoriert. Sie atmeten den von Asbest durchsetzten Rauch nach dem Einsturz der Twin Towers des World Trade Centers ein. Und in diesem giftigen Staub befanden sich krebserregende Stoffe, wie man heute weiß. Diejenigen, die erkrankt sind, sollen nun mehr staatliche Hilfe durch den sogenannten Pact Act erhalten. Biden unterzeichnete im August ein entsprechendes Gesetz.
Diese Themen haben uns heute beschäftigt:
Damit verabschiede ich mich in den Feierabend und wünsche Ihnen einen schönen Restsonntag.
Ihre Yuki Schubert
Bericht: Gäste von Begräbnis der Queen sollen auf Privatjets verzichten
Welche Regeln gelten für Staatsgäste beim Queen-Staatsakt am 19. September? Einem "Politico"-Bericht zufolge sollen sie nicht mit dem Privatjet oder Helikopter zum Staatsbegräbnis anreisen. Die Repräsentanten aus aller Welt sollten - wenn möglich - mit Linienflügen anreisen, berichtete "Politico" unter Berufung auf interne Dokumente des britischen Außenministeriums. Der Londoner Flughafen Heathrow stehe nicht für Privatjets zur Verfügung. Gäste, die auf Privatflugzeugen beharrten, sollten auf andere Flughäfen rund um London ausweichen. Helikopterflüge zwischen Flughäfen und Veranstaltungsorten sollen mit Blick auf die hohe Zahl an Flügen den Dokumenten zufolge an dem Tag verboten werden.
Der Staatsakt für Queen Elizabeth II. dürfte das größte internationale Ereignis in der jüngeren britischen Geschichte werden. Aus den Dokumenten geht "Politico" zufolge hervor, dass für jedes Land maximal ein Repräsentant - also Staats- oder Regierungsvertreter - mit Partner oder Partnerin anreisen darf. Dies liege an der enormen Anzahl an erwarteten Gästen und dem begrenzten Platz in der Westminster Abbey und an anderen Veranstaltungsorten.
Film-Diva Gina Lollobrigida bricht sich Oberschenkel
Die 95-jährige italienische Film-Diva Gina Lollobrigida hat sich bei einem Sturz in ihrem Haus den Oberschenkel gebrochen und muss operiert werden. Das berichteten italienische Medien wie die Nachrichtenagentur Ansa und die Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf den Anwalt der Schauspielerin. Antonio Ingroia teilte demnach mit, dass es Lollobrigida den Umständen entsprechend gut gehe. Der Routineeingriff solle trotz des hohen Alters und der Herzprobleme des früheren Weltstars an diesem Montag in einem Krankenhaus in Rom vorgenommen werden.
Lollobrigida war in den 50er und 60er Jahren eine der bekanntesten Schauspielerinnen Italiens und wurde gar als "schönste Frau der Welt" bezeichnet.
Neuer Oberbürgermeister: Stichwahl in Cottbus zwischen SPD und AfD nötig
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus steht eine Stichwahl zwischen dem SPD-Bewerber Tobias Schick und dem AfD-Kandidaten Lars Schieske an. Keiner der sieben Kandidaten erhielt heute die absolute Mehrheit der Stimmen. Schick lag im ersten Wahlgang mit 31,8 Prozent der Stimmen vor Schieske (26,4 Prozent). Damit kommt es am 9. Oktober zur Stichwahl. Die AfD stellt bisher keinen Oberbürgermeister in Deutschland. Die Wahlbeteiligung in der brandenburgischen Stadt lag bei 53,3 Prozent und damit etwas höher als bei der letzten OB-Wahl 2014 (48,8 Prozent).
Prognosen: Sozialdemokraten bei Wahl in Schweden vorn - Rechte zweitstärkste Kraft
Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sind bei der Parlamentswahl in Schweden ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft geworden. Die Partei erhielt nach Angaben des schwedischen Rundfunksenders SVT etwa 29,3 Prozent der Stimmen. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kamen demnach auf etwa 20,5 Prozent - damit sind sie auf dem Weg zu einem Rekordergebnis und werden wohl erstmals zweitstärkste politische Kraft im Reichstag in Stockholm. Die Moderaten von Ulf Kristersson lagen den Angaben zufolge bei 18,8 Prozent. Das wäre ihr schlechtestes Ergebnis seit 2002. Unklar ist noch, welches politische Lager am Ende die Mehrheit der Mandate auf seiner Seite haben wird.
Berlin: 16-Jähriger soll Transfrau beleidigt und mit Pflasterstein beworfen haben
Ein 16-Jähriger soll eine Transfrau in Berlin-Friedrichsfelde transphob beleidigt und angegriffen haben. Dabei soll er die 49-Jährige schon mehrmals beleidigt haben. Laut Polizei hat der Teenager die Angestellte am Vortag bei ihrer Arbeit in einem Friseursalon aufgesucht. Nach bisherigen Erkenntnissen habe er sich bei ihr wohl für vorherige Beleidigungen entschuldigen wollen. Als die Frau ihren Peiniger aufforderte, das Geschäft zu verlassen, soll dieser sie aber erneut transphob beleidigt haben. Dann soll er versucht haben, in ihre Richtung zu schlagen. Sie wich jedoch rechtzeitig aus. Als die Angegriffene ankündigte, die Polizei zu rufen, verließ der 16-Jährige den Salon. Dann soll er jedoch einen Pflasterstein aus seiner Kleidung genommen und in ihre Richtung geworfen haben. Der Stein traf die Eingangstür des Ladens und beschädigte diese. Die Frau blieb unverletzt, weil sie in den Salon zurück flüchten konnte. Polizisten nahmen den Jugendlichen noch am Tatort fest.
Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittele gegen ihn wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung, hieß es.
Dort wird nach den Angaben bereits gegen den Jugendlichen ermittelt, weil er die Frau in der Vergangenheit mehrfach beleidigt und bedroht haben soll.
Transmenschen sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.
Göttin beschwichtigen: 40-Jähriger schneidet sich in Indien Zunge ab
Als Opfergabe hat sich ein Mann an einem Hindu-Tempel in Indien die Zunge abgeschnitten. Anschließend legte der 40-Jährige die Zunge laut Polizei an die Tür des Tempels. An dem Tempel im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh postierte Polizisten, brachten den Mann ins Krankenhaus. Er schwebt in Lebensgefahr. Laut Polizei sagte die Ehefrau des 40-Jährigen aus, ihr Mann habe mit seinem Opfer eine Hindu-Göttin besänftigen wollen. Im vergangenen Jahr wurden in Indien zwei Fälle gemeldet, bei denen sich junge Männer ihre Zungen abschnitten, um sie Göttern zu opfern. Im Jahr 2020 enthauptete ein hinduistischer Priester einen Bauern und opferte den Kopf seines Opfers. Der Priester behauptete später, ein Gott habe ihm dies im Traum befohlen.
"James Bond"-Schauspieler Craig erinnert sich an besonderen Moment mit der Queen
Drehte als James Bond mit der Queen: Der britische Schauspieler Daniel Craig erinnerte sich an seinen denkwürdigsten Moment mit Queen Elizabeth II., den er mit ihr 2012 bei den Olympischen Sommerspielen in London erlebte, wie er im Zuge des Todes der Monarchin nun noch einmal laut "Daily Mail" beteuert hat. Es sei "eine unfassbare Sache gewesen", mit Elizabeth II. vor der Kamera gestanden zu haben, so Craig. "Wir werden ihresgleichen nie wieder zu Gesicht bekommen", ist sich der Star sicher.
Bei der von Regisseur Danny Boyle inszenierten Eröffnungszeremonie des Sportevents haben Craig und die Queen einen kurzen Sketch gedreht. Craig musste darin im Buckingham Palast erst über die royalen Corgis steigen, die Monarchin ließ ihn zudem noch einige Momente bedröppelt warten, ehe sie sich mit einem "Guten Abend, Mister Bond" zu ihm umdrehte. Zusammen machten sie sich dann per Helikopter zum Londoner Olympia Stadion auf, wo sie (oder besser gesagt ihre Stuntdouble) schließlich per Falschschirmsprung eintrudelten.
"Mein Herz so weiß": Spanischer Schriftsteller Javier Marías ist tot
Javier Marías wuchs als Sohn eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen auf und wurde einer der bedeutendsten und erfolgreichsten spanischen Schriftsteller der Gegenwart. Nun ist er im Alter von 70 Jahren gestorben. Das berichtete die Zeitung "El País" unter Berufung auf Marías' Familie. Ministerpräsident Pedro Sánchez würdigte Marías als "einen der großen Schriftsteller unserer Zeit" und sprach seiner Familie und seinen Freunden sein Mitgefühl aus. "Sein umfangreiches und talentiertes Werk wird für immer ein grundlegender Teil unserer Literatur sein", schrieb Sánchez.
Weltweit hat Marías mehr als neun Millionen Bücher verkauft, seine Werke wurden in 46 Sprachen übersetzt. Vor allem in Deutschland war der Spanier beliebt. Sein letztes Buch, der im Frühjahr 2021 in Spanien veröffentlichte Spionageroman "Tomás Nevinson", sei wohl Marías' bestes Werk überhaupt, urteilte der Literaturkritiker José Carlos Mainer. Dabei galt der unbequeme Denker lange als schwer verkäuflich, auch in Deutschland. Bis "Mein Herz so weiß" im Sommer 1996 in der TV-Sendung "Das literarische Quartett" unisono mit Lob überschüttet wurde.
Wagen eines Paketzustellers überschlägt sich mehrfach - 28-Jähriger unverletzt
Ein Paketzusteller im saarländischen Neunkirchen hat einen sehr aufmerksamen Schutzengel: Obwohl sich der Lieferwagen des 28-Jährigen mehrfach überschlagen hatte und erst nach 30 Metern zum Stehen kam, blieb er bei dem Unfall am Vortag unverletzt. Laut Polizei hatte der Mann auf einer kurvenreichen und abschüssigen Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Dieses geriet auf den Grünstreifen und überschlug sich - landete allerdings wieder auf den Rädern. An dem Fahrzeug entstand nach Angaben der Polizei ein erheblicher Schaden.
Biden zu Anschlägen vom 11. September: "Wir werden nicht ruhen und niemals vergessen"
"Unsere Entschlossenheit, einen weiteren Anschlag auf die Vereinigten Staaten zu verhindern, ist ungebrochen": Mit diesen Worten hat US-Präsident Joe Biden am 21. Jahrestag der Anschläge vom 11. September versprochen, beim Kampf gegen den Terrorismus nicht nachzulassen. "Wir werden nicht ruhen, wir werden niemals vergessen und wir werden niemals aufgeben", sagte Biden bei einer Gedenkveranstaltung am US-Verteidigungsministerium. Die USA würden weiter alle terroristische Aktivitäten "überwachen und unterbinden, wo immer wir sie finden, wo immer sie existieren", versicherte er. "Und wir werden niemals zögern, das zu tun, was notwendig ist, um das amerikanische Volk zu verteidigen."
Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und ins Pentagon in Washington gesteuert. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab.
Den Anschlägen fielen etwa 3000 Menschen zum Opfer. 184 Menschen davon kamen damals ums Leben, als Flug 77 der American Airlines an jenem Tag in eine Seite des Pentagons stürzte.
Die meisten Opfer waren Angestellte des Verteidigungsministeriums. Die Namen der Getöteten wurden bei der heutigen Zeremonie verlesen.
Treffen sich zwei "Harry Potter"-Bösewichte - Familienreunion bei den Malfoys
Ein gemeinsamer Feind verbindet Vater und Sohn: Als Lucius und Draco Malfoy haben die beiden Schauspieler Jason Isaacs, 59, und Tom Felton, 34, dem Zauberschüler Harry Potter (Daniel Radcliffe) ein ums andere Mal das Leben schwer gemacht. Aber auch im realen Leben können die beiden gut miteinander. "Mein Vater hat von diesem Theaterstück gehört, in dem ich mitgespielt habe", schrieb Felton zu dem Selfie mit Isaacs. Felton spielte damit auf das Stück "2:22: A Ghost Story" an, in dem er im Londoner Criterion Theater zu sehen war - und dem der stolze "Papa" im Publikum beiwohnte. Auch Isaacs ließ es sich nicht nehmen, die "Familienreunion" auf Instagram zu dokumentieren. In einer Bilderreihe posiert er vor mehreren Postern und Plakaten der Theateraufführung. Ein besonders liebenswertes Bild zeigt die beiden Männer, wie sie Wange an Wange in die Kamera grinsen. "So stolz und, zusammen mit dem Publikum, begeistert darüber, meinen Jungen die Bühne beherrschen zu sehen", schrieb Isaacs zu den Fotos.
Klingbeil befürwortet Schröder-Verbleib in der SPD
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat sich für den Verbleib von Altkanzler Gerhard Schröder in der Partei ausgesprochen. "Das ist ja sogar geprüft worden von einer Schiedskommission - ein juristisches Verfahren, das klar gesagt hat: Er hat sich politisch falsch geäußert", sagte Klingbeil im ARD-Sommerinterview, das am Abend ausgestrahlt wird. "Aber er hat sich nicht in dem Sinne juristisch falsch geäußert, dass es Gründe gäbe, ihn auszuschließen. Und ich sage Ihnen: Gerhard Schröder ist ein Kanzler gewesen, der dieses Land geprägt hat, der viele richtige Entscheidungen getroffen hat." Beim Thema Russland habe Schröder allerdings "eindeutig falsch" gelegen. Damit sei er in der Partei isoliert.
Henkel rechnet mit Milliardenmehrkosten
Der für seine Marken Persil und Schwarzkopf bekannte Konzern Henkel rechnet wegen steigender Preise für Rohstoffe und Logistik mit einer hohen Belastung. "In diesem Jahr läuft es auf zwei Milliarden Euro Mehrkosten hinaus", sagte Unternehmenschef Carsten Knobel dem "Focus". In den zehn Jahren zuvor habe die Summe jährlich bei 100 Millionen Euro gelegen. "Wir reden also von einem Anstieg um das Zwanzigfache." Der für seine Wasch- und Haarpflegeprodukte bekannte Konzern sei zwar von einem drohenden Gasmangel direkt nicht stark betroffen. Allerdings sei Henkel wie 90 Prozent der deutschen Industrie von chemischen Grund- und Basisstoffen abhängig. "Wenn infolge fehlender Gaslieferungen bei uns bestimmte Vorprodukte fehlen, müssten wir im schlimmsten Fall Teile der Produktion stilllegen", sagte Knobel. Henkel stelle sich darauf ein, indem das Unternehmen, wo immer möglich, die Produktion umstelle und den Gasanteil verringere.
Wiedervereint in New York: Leni und Heidi Klum im Partnerlook
Mama zu Besuch: Model Heidi Klum, 49, und ihre älteste Tochter Leni Klum, 18, nutzten einen gemeinsamen beruflichen Auftritt am Wochenende in New York für ein Wiedersehen. In aufeinander abgestimmten Outfits aus Leder beziehungsweise mit Leder-Details erschienen sie zur 150-Jahr-Feier der US-Kaufhauskette Bloomingdale's. Das Nachwuchsmodel ist erst im Sommer von Los Angeles nach New York gezogen, um dort zu studieren. Zuvor hatte Klum mit einem rührenden Instagram-Post ihre Tochter, die nun das College besucht, verabschiedet. "Ich denke, sie wird eine gute Zeit haben, aber mein Herz wird traurig sein", sagte Klum damals.
Während das bekannte deutsche Model zu ihrem schmal geschnittenen schulter- und armfreien Bustier-Lederkleid mit Cut-out und passenden Stiefeln, ein goldenes Armband und eine schicke Clutch kombinierte, trug Klum junior ein Leder-Bandeau-Top zu einem bodenlangen Leo-Print-Rock mit Beinschlitz und Taillengürtel von Roberto Cavalli. Darunter versteckte die Schönheit Plateausandaletten, um annähernd an die Größe ihrer Modelmama heranzureichen.
Stone of Scone: Schottland leiht Briten "Schicksalsstein" für Charles' Krönung
Jahrhunderte war er ein Stein des Anstoßes zwischen Schottland und England: Der 150 Kilogramm schwere "Schicksalsstein" oder Stone of Scone, benannt nach einem kleinen schottischen Ort, wird für die Krönung von König Charles III. wieder an Großbritannien ausgeliehen. Die Engländer raubten den rechteckigen, etwa 66 mal 28 Zentimeter großen Sandstein nach einer 1296 gewonnen Schlacht und brachten ihn nach London. Er blieb dort mit einer kurzen Unterbrechung 700 Jahre, bis die Engländer ihn 1996 in einer feierlichen Zeremonie an Schottland zurückgaben. Er ist seitdem im Schloss von Edinburgh ausgestellt.
Schottland werde den Stein zur Krönung nach London ausleihen, bestätigte eine Sprecherin der Gesellschaft für historische Stätten in Schottland. Bis 1292 war der Stein ein wichtiges Symbol bei Krönungsfeiern schottischer Könige. In London lag er Hunderte Jahre unter dem Krönungsthron, auch, als die verstorbene Königin Elizabeth II. 1953 darauf Platz nahm. Nach der Legende diente er einst dem Enkel von Abraham als Kopfkissen.
Aktivistin Greta Thunberg ruft Schweden zum Wählen auf
Noch bis 20 Uhr Zeit: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat ihre Landsleute aufgerufen, ihre Stimme bei der wegweisenden Parlamentswahl abzugeben. "Demokratie gilt nicht nur am Wahltag, sondern jeden Tag. Aber wir, die das Privileg haben, wählen zu können, haben eine Verantwortung, das zu tun", schrieb die 19-Jährige. Wähle man, solle man dies mit Solidarität und Mitgefühl tun. Dazu stellte Thunberg ein Foto, dass sie mit Mund-Nasen-Schutz und ihren Wahlunterlagen zeigt. Sie ist eine von knapp 440.000 Erstwählerinnen und Erstwählern, die bei der Reichstagswahl erstmals stimmberechtigt sind.
Bei der Parlamentswahl stehen sich ein linksgerichtetes Lager um die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und ein konservativ-rechter Block um den Vorsitzenden der Moderaten, Ulf Kristersson, gegenüber. Umfragen sahen die beiden Blöcke vor dem Wahltag nahezu gleichauf.
Unbekannte werfen Absperrgitter auf A63 - schlägt vor LKW-Fahrer ein
Am frühen Morgen haben Unbekannte ein Baustellen-Absperrgitter von einer Brücke an der Autobahn A63 geworfen - die Polizei hat nun die Ermittlung wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen. Laut den Beamten war ein 25 Jahre alter Lastwagenfahrer auf der Autobahn in Richtung Kaiserslautern unterwegs. Auf der Höhe der Brücke nahe dem rheinland-pfälzischen Bolanden sei das etwa zwei Meter lange Absperrgitter vor ihm auf der Fahrbahn eingeschlagen. Der Mann habe noch versucht zu bremsen, habe dem Gitter aber nur bedingt ausweichen können, hieß es. Es geriet unter den Lastwagen und wurde überrollt. Der Mann sei unverletzt geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Nach derzeitigem Stand werde davon ausgegangen, dass mehrere Gitter von der Brücke auf die Fahrbahn geworfen worden sein dürften. Zeugen, die sich in der Nähe aufgehalten und möglicherweise verdächtige Beobachtungen gemacht haben, wurden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Mainz zu melden.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
der Himmel über Berlin weiß heute überhaupt nicht, was er tun soll - ich zum Glück schon, nämlich meiner Kollegin Sabine Oelmann einen schönen Feierabend wünschen, während ich hier alle Geräte anschalte. Gucken Sie doch vorbei, während ich Sie durch diesen "Tag" mit News aus der Welt führe.
Für Fragen zum Format können Sie diese Mail nutzen: dertag@n-tv.de
Ihre Yuki Schubert
Bergsteiger aus NRW stürzt in Alpen ab
Ein 60-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen ist im Bereich der Wettersteinspitzen bei Mittenwald in Bayern in den Tod gestürzt. Er wurde am Samstag gefunden und geborgen. Die Polizei geht davon aus, dass er bereits am Freitag eine hohe Felswand hinunterstürzte und sich dabei tödlich verletzte. Demnach kam der Mann aus dem Kreis Recklinghausen im Ruhrgebiet.
Die Vermieterin seiner Ferienwohnung in Mittenwald hatte den Mann am Samstag vermisst gemeldet, nachdem er am Freitag nicht von seiner Bergtour zurückgekehrt war. Die Einsatzkräfte, die wegen schlechten Wetters zunächst zu Fuß, später auch mithilfe eines Polizeihubschraubers nach dem Mann suchten, orteten seine Leiche per Handy. Zur Unfallursache ermitteln nun zwei Bergführer der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei
Kein Strom im Winter: Panikmache oder realistisch?
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat wegen der Energiekrise vor flächendeckenden Stromausfällen in Deutschland gewarnt. Die Vorbereitung auf echte Krisensituationen müsse verbessert werden. Bundeskanzler Olaf Scholz versprach dagegen am Wochenende mit Blick auf die Energiekrise: "Wir kommen da durch." Die Menschen in Deutschland spürten, dass sie in einer ernsten Zeit lebten."Wir werden uns als Land unterhaken, weil wir ein solidarisches Land sind."
Ein Stromnetz-Stresstest der Bundesregierung kam kürzlich zu dem Ergebnis, "dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können". Dabei ging es um ein Extrem-Szenario, in dem wegen Gasmangels ein Viertel bis die Hälfte der Gaskraftwerke in Süddeutschland ausfallen, zugleich anhaltendes Niedrigwasser den Nachschub für Kohlekraftwerke ausbremst, französische Atomkraftwerke weiter außer Betrieb sind und viele Heizlüfter gleichzeitig genutzt werden. Experten halten das deutsche Stromnetz allerdings für gut gewappnet.
"Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache", sagte Energieexperte Christoph Maurer vom Beratungsunternehmen Consentec zu n-tv. Die Städte wollten 20 Prozent Gas einsparen. Wenn alle gemeinsam dieses Ziel verfolgten, gibt es eine gute Chance, ohne Blackout durch den Winter zu kommen. Zugleich müsse aber auch Vorsorge betrieben werden; Notstrom-Reserven seien notwendig.
Elyas M'Barek unter der Haube: "It's official!"
Mit einem Foto auf Instagram hat Schauspieler Elyas M'Barek ("Liebesdings") seine Hochzeit öffentlich gemacht. "Es ist offiziell. Ich liebe dich" (original: "It's official. I love you"), schrieb der 40-Jährige, zu einem Bild von sich und seiner Braut. Viele Schauspiel-Kollegen gratulierten und kommentieren den Beitrag mit Herz- oder Party-Emojis - darunter etwa Anna Maria Mühe und Clemens Schick.
Mit seinem Privatleben wagt sich M'Barek für gewöhnlich nur äußerst vorsichtig in die Öffentlichkeit. "Man muss sich von Anfang an bewusst sein, wo und wie man stattfinden möchte. Das ist eigentlich alles", sagte er jüngst. "Ich halte mich so gut es geht von roten Teppichen fern. Mein Leben findet immer irgendwo anders statt, abseits von solchen Örtlichkeiten und auch abseits der Yellow Press, deswegen ist das für mich nicht so ein Thema."
Wer waren Charles I. und Charles II.?
Der neue britische König ist der dritte mit dem Namen Charles. Doch beide Namensvorgänger taugen kaum als Vorbilder für Charles III.
CHARLES I.
Charles I. stammte aus dem Hause Stuart, bestieg 1625 den Thron und herrschte über England, Schottland und Irland. Als Katholik und Verfechter des Gottesgnadentums machte er sich viele Feinde, in den Augen mancher Untertanen und Parlamentarier war er schlicht ein Tyrann. Das Parlament versuchte immer wieder, seine Macht zu beschneiden, der Konflikt zwischen Monarch und Parlament mündete 1642 in einen Bürgerkrieg.
1649 wurde er des Hochverrats angeklagt, verurteilt und hingerichtet - als einziger König der britischen Geschichte. Bevor er zum Schafott geführt wurde, verlangte Charles ein zweites Hemd. Es sei so kalt, "dass ich wahrscheinlich zittere, was manche Beobachter für Furcht halten könnten. Ich möchte nicht, dass man mir so etwas unterstellt", schrieb er. Der Henker köpfte den König mit einem Schlag und Schaulustige tränkten ihre Taschentücher im Blut. Die Monarchie wurde abgeschafft und Oliver Cromwell übernahm als Lord Protector die Macht.
CHARLES II.
Charles II. kämpfte während des Bürgerkriegs an der Seite seines Vaters, verließ aber England, als die Niederlage unausweichlich wurde. Obwohl die Monarchie in England nach der Hinrichtung seines Vaters abgeschafft worden war, wurde Charles 1651 zum König von Schottland gekrönt.
Aus Furcht vor einem Angriff der englischen republikanischen Truppen unter Cromwell fielen Charles und seine Anhänger in England ein. Die Invasion endete mit einer Niederlage in der Schlacht von Worcester. Charles floh nach Frankreich. Die Unruhen nach dem Tod Cromwells führten schließlich dazu, dass Charles 1660 gebeten wurde, als König zurückzukehren. Der imposante Monarch mit den voluminösen schwarzen Locken setzte viele der puritanischen Regeln des Landes außer Kraft und erwarb sich den Ruf eines liebenswerten Schurkens.
Charles II. trieb die Kolonisierung in Indien und Amerika voran. Er musste zwei schwere Krisen bewältigen: die Pest von 1665 und den Großen Brand von London ein Jahr später. Er starb 1685 mit 54 Jahren und wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
Schweizer-Atommüll-Endlager-Standort an deutscher Grenze wird geprüft
Nach fast 50-jähriger Suche haben sich die Schweizer Behörden für den Standort eines Atommüll-Endlagers entschieden. Das geologische Tiefenlager für verbrauchte Brennelemente soll demnach im Gebiet Nördlich Lägern entstehen - unweit der deutschen Grenze. Das Bundesumweltministerium, das auch für nukleare Sicherheit verantwortlich ist, will den Schweizer Vorschlag nun genau prüfen und bewerten.
Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) habe sich zwischen drei potenziellen Standorten für das nahe der deutschen Grenze gelegene Gebiet entschieden, weil es der sicherste Standort sei. Die örtliche Bevölkerung wurde bereits informiert, am Montag will die Behörde ihre Entscheidung offiziell der Regierung in Bern mitteilen.
Das Gesuch bei den Bundesbehörden wird die Nagra demnach voraussichtlich Ende 2024 einreichen, die endgültige Entscheidung Berns dürfte erst 2029 fallen. Danach muss das Parlament grünes Licht geben - und vermutlich steht dann noch ein Referendum an. Für die Standortregion sind Ausgleichszahlungen der Nagra vorgesehen, die insbesondere der Regionalentwicklung dienen.
Anpassung der Gehälter von ARD, ZDF & Co.
Die CDU hat sich für die Anpassung von Gehältern der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ARD, ZDF und Deutschlandradio an das Niveau im öffentlichen Dienst ausgesprochen. Das geht aus einem Antrag der Jungen Union hervor, der am Samstag auf dem CDU-Parteitag in Hannover beschlossen wurde. Medienpolitik in Deutschland ist Ländersache. Seit Jahren wird immer wieder über die Höhe, vor allem der Intendantengehälter, gestritten. Zuletzt wurde die Debatte inmitten der Krise beim RBB rund um Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger wieder lauter.
Befeuert wurde die Gehälterdebatte dadurch, weil Schlesinger eine kräftige Gehaltserhöhung von 16 Prozent auf 303.000 Euro erhielt und es zudem ein Boni-System für Führungskräfte beim RBB gibt, das nun abgeschafft wird. Ihre Gehälter legen die Intendanten nicht selbst fest, sondern die unabhängigen Sender-Verwaltungsräte als Kontrollgremien. Unklar ist, wie eine wie jetzt von der CDU angeregte Anpassung konkret umgesetzt werden könnte.
Bereits am Freitag hatte CDU-Chef Friedrich Merz zum Auftakt seine Rede genutzt, um gegen das Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu wettern. Er sagte: "Universitäten, meine Damen und Herren, und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind keine Volkserziehungsanstalten." Sie hätten einen staatlichen Bildungs- und Informationsauftrag. Er forderte die Sender auf, sich an Regeln zu halten, "die wir uns alle in diesem Land gegeben haben - auch für die Verwendung der deutschen Sprache."
Scholz wünscht sich eine "Welt, die zusammenarbeitet"
Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich angesichts unterbrochener Lieferketten und der Energiekrise für die weitere Globalisierung der Wirtschaft ausgesprochen. "Ich halte nichts von Deglobalisierung", so der SPD-Politiker vor rund 600 Wirtschaftsvertretern bei den Baden-Badener Unternehmergesprächen. "Ich halte nichts davon, dass wir das, was den Wohlstand und den Fortschritt der letzten Jahrzehnte in der ganzen Welt möglich gemacht hat, aufgeben und plötzlich wieder uns alleine auf uns selber konzentrieren."
Die Welt werde multipolarer als je zuvor. Man müsse neben Asien auch nach Afrika oder Südamerika schauen, wo viele einflussreiche Nationen entstünden. "Und wir wollen unbedingt erreichen, dass es eine Welt ist, die zusammenarbeitet." Hierbei stehe nicht zuletzt die EU für die Hoffnung, mitreden zu können. Scholz betonte auch, dass nicht Verzicht, sondern Wachstum und technologischer Fortschritt die Lösung weltweiter Probleme sei.
Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung, möglichst unabhängig von russischem Gas zu werden, bezeichnet Scholz als großen Erfolg. Noch seien zwar nicht alle Probleme gelöst, die sich vor allem durch die extrem gestiegenen Energiepreise ergäben. Er ziehe aber das Fazit: "Wir kommen wohl durch."
Prinz Williams herzergreifende Worte an seine "Grannie"
Ein ganzes Land trauert um seine Monarchin - einer aber trauert besonders: Der Thronfolger trauert auch um seine Großmutter, die ihm nach dem Tod von Lady Diana sicher auch ein mütterliches Vorbild war. Prinz William weiß um die Bedeutung seiner "Grannie" für alle anderen, richtet aber dennoch ein paar berührende Worte via Instagram an alle anderen: "Am Donnerstag hat die Welt eine ganz außergewöhnliche Anführerin verloren, die absolut verbunden war mit dem Land, dem Königreich und dem Commonwealth. In den kommenden Tagen wird noch vieles über die Bedeutung ihrer historischen Regentschaft gesagt werden," beginnt William. "Ich jedoch habe meine Großmutter verloren. Und während ich trauere, bin ich gleichzeitig auch unendlich dankbar."
Er hatte das Glück, von ihrer Weisheit zu lernen und ihre Unterstützung zu erfahren, betont William. Auch seine Frau hatte zwanzig Jahre mit der Queen verbringen können (die beiden lernten sich2001 an der St. Andrew Universität in Schottland kennen). "Meine drei Kinder konnten Ferien mit ihr verbringen und Erinnerungen kreieren, die ein Leben lang anhalten werden." Er wusste, dass dieser Tag kommen würde - aber es werde eine Weile brauchen, die Realität auch zu begreifen. Er werde ihr Andenken ehren und seinen Vater, den König, in jeder erdenklichen Weise unterstützen. Er zitiert außerdem ihren bekannten Satz: "Trauer ist der Preis, den wir für die Liebe zahlen."
Warnschüsse auf Schiff in Ägäis abgefeuert
Die griechische Küstenwache hat Warnschüsse wegen eines Schiffes abgefeuert, das sich verdächtig innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer vor der griechischen Insel Lesbos bewegt hat. Der Kapitän des Schiffes "Anatolian" habe sich zuvor geweigert, kontrolliert zu werden. Danach sei das Schiff in die naheliegenden türkischen Gewässer gefahren, teilt die Zentrale der griechischen Küstenwache in Piräus am Sonntagmorgen mit. Die türkische Küstenwache sei über den Zwischenfall informiert worden.
Am Samstag hatten türkische Medien berichtet, das Schiff "Anatolian" sei in internationalen Gewässern elf Seemeilen vor der türkischen Insel Bozcaada unter Beschuss genommen worden. Der Sender veröffentlichte Aufnahmen, die den Beschuss zeigen sollen. Sie konnten nicht unabhängig überprüft werden. Das Schiff sei in die Türkei eskortiert worden, berichteten türkische Medien.
In der Region wimmelt es von Schiffen, die illegal Migranten aus der Türkei nach Griechenland oder Italien und damit in die EU bringen. Die griechische Küstenwache kontrolliert fast jedes Schiff, das sich verdächtig in der Ägäis bewegt. Das Verhältnis der beiden NATO-Mitglieder Griechenland und Türkei ist wegen einer Reihe von Streitigkeiten um Hoheitsrechte auf einem Tiefpunkt.
Grau, Nebel, Regen - Kuschelwetter
Es trübelt so vor sich hin: Wo es an diesem Sonntag trocken bleibt, hat die Sonne dennoch ihre liebe Müh, sich durchzusetzen. Dichte Nebelfelder liegen vor allem im Nordwesten Deutschlands. Im Süden und auch im Osten ziehen immer wieder Schauer auf.
Antigua und Barbuda strebt Unabhängigkeit von der Krone an
Der karibische Inselstaat Antigua und Barbuda soll nach dem Willen des Regierungschefs zur Republik werden. Bis zu ihrem Tod war Königin Elizabeth II. Staatsoberhaupt der ehemaligen britischen Kolonie. König Charles III. war am Samstag in einer Zeremonie in der Hauptstadt St. John's zwar als neues Staatsoberhaupt bestätigt worden.
Doch kurz darauf sagte Premierminister Gaston Browne dem britischen Sender ITV, er wolle innerhalb von drei Jahren eine Volksabstimmung abhalten. "Das hat nichts mit Respektlosigkeit gegenüber dem Monarchen zu tun", so Browne. "Es ist der finale Schritt, um den Kreis der Unabhängigkeit zu vollenden und zu einer wirklich souveränen Nation zu werden."
Antigua und Barbuda hat knapp 100.000 Einwohner. Der Inselstaat wurde 1981 unabhängig. Er ist einer von 14 Staaten, in denen der britische Monarch Staatsoberhaupt ist. Im vergangenen Jahr war der Inselstaat Barbados weiter südlich in der Karibik bereits eine Republik geworden. Die bis dahin als Generalgouverneurin und damit Vertreterin der Queen amtierende Sandra Mason wurde Präsidentin.
Charles ist König - auch von Australien
Einen Tag nach den Proklamationszeremonien in London ist Charles III. am Sonntag auch in Australien offiziell zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden. Die entsprechende Erklärung wurde bei einer Zeremonie im Parlament in der Hauptstadt Canberra von Generalgouverneur David Hurley vorgetragen. Im Anschluss an die Proklamation wurde die britische Nationalhymne mit der neuen Zeile "God Save the King" gespielt; die auf halbmast gesetzten Fahnen wurden wieder hochgezogen. Vor dem Parlamentsgebäude hatten sich viele Menschen versammelt, um der Proklamation beizuwohnen.
Charles III. war am Samstag in London feierlich als britischer König ausgerufen worden. Er war bereits mit dem Tod seiner Mutter, Königin Elizabeth II., am Donnerstag automatisch König geworden. In ihrer Funktion als Königin von Australien werden britische Königinnen oder Könige in dem Commonwealth-Land vom Generalgouverneur vertreten. Hurley bezeichnete Australien als "unvollendetes Produkt", das nun in eine neue Ära eintrete. "Die meisten Australier haben eine Welt ohne Königin Elisabeth II. nicht gekannt, ihr Tod ist das Ende einer Ära." Premierminister Anthony Albanese: "Queen Elizabeth wurde für ihr Pflichtgefühl bewundert, für ihr Engagement für das Volk des Vereinigten Königreichs, für die Menschen des Commonwealth, einschließlich Australiens, und für die ganze Welt." Heute werde mit Charles III. feierlich ein neues Staatsoberhaupt eingesetzt. "Die Proklamation, die erste zu meinen Lebzeiten und die erste zu Lebzeiten der meisten Australier, ist ein historisches Ereignis."
New Yorker MoMa ehrt deutschen Fotokünstler Tillmans
Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) ehrt den Fotokünstler Wolfgang Tillmans mit einer großen Ausstellung. Rund 350 Werke aus den vergangenen 40 Jahren, darunter Fotos, Videos und Multimedia-Installationen, sind von Montag an und bis zum 1. Januar 2023 in der Schau "Wolfgang Tillmans: To look without fear" in dem renommierten Museum in Manhattan zu sehen.
Danach soll die Ausstellung nach Toronto und San Francisco weiterziehen. Der in Remscheid geborene Tillmans, der sich auch stark für soziale Zwecke engagiert, wurde in den frühen 90er Jahren mit Fotografien aus der Jugend- und Popkultur bekannt. Inzwischen gehört er zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart .
"Was mich bewegt hat, ist Bilder zu machen, die beschreiben, wie es sich anfühlt, heute zu leben", so Tillmans. Mit der Ausstellung wolle er die Besucher ermutigen, ihre "Augen frei zu benutzen, die Perspektive zu wechseln, Dinge von verschiedenen Wertungsskalen zu betrachten." Die Schau im MoMA sei für Tillmans ine große Ehre: "Das ist etwas, was man vielleicht als Künstler hoffen kann, aber niemals erwarten kann oder fordern kann. Insofern bin ich bescheiden dankbar."
Groß, haarig, lange Beine: Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus
Ein harmloser Achtbeiner mit einem Namen zum Fürchten breitet sich in Deutschland aus: die Nosferatu-Spinne. Nach Angaben von Naturschützern hat die eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammende und grundsätzlich ungefährliche Spinne auch Niedersachsen erreicht. Es gebe Meldungen aus Hannover, Göttingen und Osnabrück, aber auch in Oldenburg und Ostfriesland sei die Spinne mehrfach gesichtet worden, teilte der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen mit.
2005 sei die Art erstmals in Deutschland nachgewiesen worden, seither habe sie sich stark verbreitet. Ihren Namen verdankt die Spinne der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die Filmfigur Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilmklassiker erinnert. Die zur Familie der Kräuseljagdspinnen zählende Art (Zoropsis spinimana) hat eine Körperlänge von ein bis zwei Zentimetern und eine Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern.
"Bei den ersten in Deutschland aufgefundenen Nosferatu-Spinnen handelt es sich vermutlich um Urlaubsmitbringsel, die sich dann im Schutz der Häuser vermehrt haben", sagt Frederik Eggers, Teamleiter Natur- und Umweltschutz beim Nabu Niedersachsen. Eine übermäßige Angst vor der Spinne muss man laut Nabu nicht haben, auch wenn sie wie alle Spinnen Gift einsetze, um ihre Beute zu betäuben. Zwar könne sie anders als die meisten in Deutschland lebenden Spinnenarten mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen. Aber der Biss sei bei Menschen in der Regel mit einem Bienen- oder Wespenstich zu vergleichen - sofern keine Allergie vorliege. Mit bloßer Hand einfangen solle man sie daher nicht, sondern ein Glas über sie stülpen, eine dünne Pappe unter das Glas schieben und das Tier ins Freie verfrachten.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen! Natürlich beherrscht immer noch das Geschehen rund um den Tod von Königin Elizabeth II. und den neuen König Charles III. unsere Gemüter und die Nachrichten. Aber der 11. September hat sich uns aus einem anderen Grund ins Gedächtnis gebrannt: Es ist der Tag, an dem 2001 die Türme fielen. Um 8.46 Uhr raste am ein Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers in New York, 17 Minuten später eine zweite Maschine in den Südturm. Die USA wurden angegriffen, zwei weitere Flugzeuge wurden zu Todesraketen. Tausende Menschen starben. Die Anschläge veränderten die Welt nachhaltig. Die Menschen scheinen seitdem dennoch nicht besonders viel dazu gelernt zu haben. Mein Name ist Sabine Oelmann, wenn Sie mögen, schreiben Sie mir unter DERTAG@N-TV.DE, bis 14 Uhr begleite ich Sie an diesem überwiegend frühherbstlichen Sonntag.
Wir gucken trotzdem nach vorne, was steht heute an?
Nach dem Besuch von Außenministerin Baerbock in Kiew - was hat er gebracht, was wird sich ändern
Am 21. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon gibt es Gedenkveranstaltungen in den USA: am World Trade Center in New York werden jedes Jahr die Namen der dort Verstorbenen verlesen. US-Präsident Joe Biden legt am Anschlagsort des Pentagon in Arlington (Virginia) einen Kranz zum Gedenken nieder und wird eine Rede halten. First Lady Jill Biden reist nach Shanksville, Pennsylvania, wo ein weiteres gekapertes Flugzeug abstürzte.
Parlamentswahl in Schweden: Bislang wird das Land von einer Minderheitsregierung um die Ministerpräsidentin Magdalena Andersson geführt. Die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag in Stockholm sind jedoch seit längerem äußerst brüchig. Der konservative Oppositionschef Ulf Kristersson hofft darauf, Andersson an der Regierungsspitze ablösen zu können. Die Wahllokale sind heute von 8 bis 20 Uhr geöffnet.
Wir fragen uns, wie es den Monarchiegegnern, Anti-Imperialisten und Royal-Muffeln geht, weil sie mit dem Trubel um die Queen wenig anfangen können. Und auch, ob Charles ein "grüner König" für Großbritannien wird.
In Berlin feiert die StäV, die Ständige Vertretung, ihr 25. Jubiläum: Die rheinische Kneipe ist eine Berliner Institution und ein Stück Bonn-Berlin-Geschichte - über sie gibt es viel zu erzählen.
Die letzte Reise der Queen
Drei Tage nach dem Tod der britischen Königin Elizabeth II. wird der Sarg mit ihrem Leichnam am Sonntag zunächst von Balmoral nach Edinburgh überführt, bevor er dann für die Beerdigung am 19. September nach London gebracht wird. Auf dem knapp 300 Kilometer langen Weg in die schottische Hauptstadt gibt es mehrere Stationen. Auf diese Weise bekommen möglichst viele Menschen in Schottland die Gelegenheit, von ihrer Monarchin Abschied zu nehmen.
Balmoral, 10.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ): Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren in ihrer schottischen Sommerresidenz Balmoral gestorben. Dort wurde ihr Sarg mit der königlichen Standarte und einem Kranz geschmückt. Heute tragen sechs Bedienstete den Sarg zu einem Leichenwagen. Dieser fährt zunächst in die nahe gelegene Stadt Ballater. Um 10.12 Uhr soll der Sarg dort eintreffen, Vertreter der Grafschaft Aberdeenshire erweisen der Queen die letzte Ehre.
Aberdeen, 11.00 Uhr Ortszeit: Der Sarg trifft in Schottlands drittgrößter Stadt Aberdeen ein.
Dundee, 14.15 Uhr Ortszeit: Die Trauerprozession erreicht Dundee an Schottlands Ostküste.
Edinburgh, 16.00 Uhr Ortszeit: Der Sarg der Königin trifft im 500 Jahre alten Holyroodhouse-Palast am Fuße des Hügels Arthur's Seat in Edinburgh ein. Er wird von einer Ehrengarde empfangen. Es wird erwartet, dass Menschen den Weg vom Norden der Stadt ins Zentrum säumen werden. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und die Parteiführer versammeln sich im Parlament, um der Überführung des Sarges beizuwohnen.
Am Montag wird der Sarg in einer Prozession über die Royal Mile zur St. Giles-Kathedrale gebracht, wo er nach einem Gottesdienst 24 Stunden aufgebahrt bleibt.
Am Dienstag wird der Sarg der Königin nach London geflogen.
Jennifer Lawrence bricht auf der Bühne in Tränen aus
Dass sie bereits als 14-Jährige von zu Hause ausgezogen ist, hat US-Schauspielerin Jennifer Lawrence bei ihrer emotionalen Darbietung im Drama "Causeway" geholfen. Der Film von Regisseurin Lila Neugebauer feierte am Samstag beim 47. Toronto International Film Festival (TIFF) Weltpremiere. Lawrence spielt darin eine Armee-Veteranin, die nach einer traumatischen Hirnverletzung aus Afghanistan zurückkehrt und darum kämpft, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.
"Ich identifiziere mich mit diesem Gefühl, wenn man versucht, sein Zuhause zu finden, wenn man einen Sinn haben will. Ich bin von zu Hause weggegangen, als ich 14 war. Meine Beziehung zu meinem Zuhause war schon immer kompliziert", sagte Lawrence nach der Weltpremiere vor begeistertem Publikum unter Tränen auf der Bühne.
Was sich für die Briten nun ändert
"God Save the King" - an diese neuen Worte ihrer Nationalhymne müssen sich viele Briten wohl erst noch gewöhnen.
Münzen: In Großbritannien sind nach Angaben der BBC schätzungsweise 29 Milliarden Münzen im Umlauf. Sie tragen allesamt das Konterfei der Königin. (...) Die Geldstücke werden auch weiterhin gültig bleiben.
Banknoten: Auch auf allen Geldscheinen der Bank of England ist die Queen porträtiert, anders als in Schottland und Nordirland, die ihre eigenen Scheine haben. Laut BBC sind derzeit 4,5 Milliarden Banknoten im Wert von 80 Milliarden Pfund (rund 91,4 Milliarden Euro) im Umlauf.
Briefmarken und Briefkästen: Auch alle Briefmarken mit dem Konterfei der Queen bleiben weiterhin gültig, es werden aber keine neuen Briefmarken mit den Umrissen der gestorbenen Königin mehr hergestellt. (...) Auch die Briefkästen, die die Initialen ER II tragen sollen stehen bleiben.
Ministerien und Behörden: Die britischen Ministerien und Behörden tragen das Attribut "Her Majesty's", zum Beispiel wird das Finanzamt als "Her Majesty's Revenue and Customs" bezeichnet. Da im Englischen hier die dritte Person verwendet wird, muss das Personalpronomen auf Webseiten, Schildern und Briefköpfen in "His" geändert werden, sofern es nicht ohnehin nur als Abkürzung H.M. verwendet wurde.
Justiz: Anwälte in Großbritannien, sogenannte Barrister, nennen sich seit dem Tod Elizabeth's II. nicht mehr Queen's Counsel (QC) sondern King's Counsel (KC). Aus der Queen's Bench Division des Londoner High Courts wird nun die King's Bench Division.
Siegel für Hoflieferanten: Der Monarch oder die Monarchin, dessen oder deren Partner und der Thronfolger vergeben Herstellern bestimmter Produkte das Recht, ein Siegel mit dem jeweiligen Wappen als Hoflieferant zu tragen. Dieses Recht verlischt zwei Jahre nach dem Tod eines Royals. Nach Angaben der BBC dürfen die von Charles als Prince of Wales vergebenen Siegel weiterverwendet werden, zusätzlich erhält jedoch Prinz William als neuer Träger dieses Titels ebenfalls das Recht, Hoflieferanten zu benennen.