Unterhaltung

"Ich schäme mich" Amanda Bynes spricht über ihren Absturz

41273709.jpg

2009 kämpfte Amanda Bynes noch mit den inneren Dämonen. Heute ist sie seit fast vier Jahren clean.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige US-Kinderstar Amanda Bynes gerät immer wieder durch peinliche Auftritte in die Schlagzeilen. In einem Interview spricht sie jetzt ganz offen über ihre Drogenvergangenheit und den Kampf gegen ihre Depressionen.

In den Nullerjahren wird der Kinderstar Amanda Bynes auch über die Grenzen der USA hinaus bekannt. Sie spielt in Filmen wie "Lügen haben kurze Beine", "Was Mädchen wollen" und "Hairspray" mit. 2007 noch gehört sie zu den Besserverdienerinnen in Hollywood. Doch dann kommt der Absturz.

*Datenschutz

2012 verhaftet man sie wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss. Ihr wird der Führerschein entzogen, weil sie betrunken drei Unfälle verursacht haben soll. Ein Jahr später die nächste Festnahme, dieses Mal wegen Drogenmissbrauchs. Wenig später wird Bynes in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Sie hatte bei einer Nachbarin in der Einfahrt Benzin vergossen und Feuer gelegt.

Jetzt spricht die heute 32-Jährige in einem Interview mit dem "Paper Magazin" offen über diese schwierige Phase ihres Lebens. Schon mit 16 habe sie begonnen, Marihuana zu rauchen, weil sie damals den Geschmack von Alkohol nicht mochte. Sie sei aber "nicht süchtig geworden", sagt sie. Auch sei sie nicht ausgegangen und habe gefeiert oder sich zum Narren gemacht, ... "noch nicht", fügt sie hinzu.

Experimente mit Drogen

Dann habe sie auch mit Drogen wie Ecstasy experimentiert, dreimal Kokain probiert, "aber ich bin von Kokain nie high geworden". Schließlich weckten Amphetamine Bynes Aufmerksamkeit. Sie habe gelesen, dass Frauen dadurch schlank bleiben würden und ihrem Arzt eine Aufmerksamkeitsstörung vorgespielt, um an die richtigen Medikamente zu kommen. 

Bynes erzählt von Dreharbeiten im Jahr 2010: "Ich erinnere mich, wie ich einen Haufen Tabletten gekaut hatte und total zerfahren und nicht in der Lage war, mich auf meinen Text zu konzentrieren oder ihn auswendig zu lernen." Zusätzlich hätte sie ihr Aussehen nicht gemocht, schließlich sei sie deswegen aus dem Projekt ausgestiegen.

Auch in dem Film "Einfach zu haben" im selben Jahr mochte sie sich nicht: "Nachdem ich ihn gesehen hatte, war ich überzeugt, mit der Schauspielerei aufhören zu müssen." Tatsächlich gab sie dann ihren Ausstieg bekannt, doch: "Ich hätte es per Presseerklärung tun sollen - aber ich habe es über Twitter gemacht. Echt klasse! Aber ich war high und dachte: 'Wisst ihr was? Ich bin so drüber.' Also habe ich es einfach getan. Es war wirklich dumm, das weiß ich jetzt. Ich war jung und dumm."

Leben per Twitter ruiniert

Nachdem sie die Schauspielerei an den Nagel gehängt hatte, fiel sie in ein tiefes Loch: Sie habe "keinen Sinn mehr im Leben" gesehen, sagt sie. Sie sei den ganzen Tag lang zugedröhnt gewesen: "Es wurde eine wirklich dunkle, traurige Welt für mich." Auf Twitter schlug sie damals wild um sich. "Ich schäme mich für die Dinge, die ich gesagt habe. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber wenn ich es könnte, würde ich es tun. Und es tut mir sehr leid, dass ich Menschen wehgetan und sie angelogen habe, das macht mich wirklich fertig. Ich fühle mich so schrecklich und traurig. Alles, woran ich mein ganzes Leben gearbeitet habe, habe ich irgendwie durch Twitter ruiniert."

Die Tage ihrer Drogenexperimente seien lange vorbei. "Ich bin nicht traurig darüber und vermisse es nicht, weil ich mich wirklich dafür schäme, wie mich diese Substanzen handeln ließen. Als ich davon weg war, war ich wieder ganz normal und erkannte sofort, was ich getan hatte - es war, als wäre ein Alien in meinen Körper eingedrungen. Das ist so ein komisches Gefühl." Inzwischen ist Bynes seit fast vier Jahren clean. Im Dezember wird sie ihren Abschluss am Fashion Institute of Design and Merchandising in Los Angeles machen.

Quelle: ntv.de, nan/spot