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#MeToo kommt ins Kino Brad Pitt verfilmt Weinstein-Skandal

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Brad Pitts Produktionsfirma, Plan B, hat die Rechte für den Film über die Weinstein-Enthüllungen erworben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als die "New York Times" die Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein enthüllte, erhoben sich mehr als hundert Frauen gegen den früheren Hollywood-Mogul - darunter auch Ex-Partnerinnen von Brad Pitt. Der will den Skandal jetzt verfilmen.

Ex-Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hat viele Oscar-prämierte Filme gedreht, nun wird der wegen zahlreicher Missbrauchsvorwürfe in Ungnade gefallene Produzent selbst zum Thema eines Films: Die Produktionsfirma von Hollywoodstar Brad Pitt, Plan B, und Annapurna Pictures haben die Rechte für den Film über die Enthüllungen zum Fall Weinstein erworben, wie die "New York Times" bestätigte. Das Branchenportal "Deadline" hatte zuerst über den geplanten Film berichtet.

Der Film wird demnach nicht nur auf die mutmaßlichen Vergehen Weinsteins eingehen, sondern auch auf die Enthüllungen durch die "New York Times". Beleuchtet werden soll die Arbeit der Reporterinnen Jodi Kantor und Megan Twohey, die für ihre Arbeit zuletzt mit dem renommierten Pulitzer Preis ausgezeichnet worden waren und den sie mit dem Autor Ronan Farrow vom "New Yorker" teilen.

Die Journalisten hatten mit ihren Artikeln über die mutmaßlich von Weinstein über Jahrzehnte hinweg begangenen Übergriffe und Missbräuche nicht nur den Absturz des Filmproduzenten bewirkt, sondern auch die breite "MeToo"-Kampagne gegen die sexuelle Drangsalierung und Ausbeutung von Frauen ausgelöst. Inzwischen werfen mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars, Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben.

Weinstein wollte Filmrechte auch

Brad Pitt dürften die Weinstein-Enthüllungen nahe gehen: Unter den Schauspielerinnen, die sich öffentlich über ihre Erfahrungen mit Weinstein geäußert haben, gehören auch seine Ex-Freundin Gwyneth Paltrow und Ex-Frau Angelina Jolie. Laut Paltrow soll Weinstein sie 1996, vor Dreharbeiten des Films "Emma", in einem Hotel belästigt und zu gegenseitigen Massagen in sein Zimmer eingeladen haben. Sie habe Pitt von dem Vorfall erzählt, mit dem sie zu dem Zeitpunkt liiert war. Nachdem Pitt den Star-Produzenten mit den Anschuldigungen konfrontierte, soll dieser Paltrow gewarnt haben, niemandem von dem Zwischenfall zu erzählen.

Zwei Jahre später, im Jahr 1998, soll Weinstein nach den Dreharbeiten für "Playing by the Heart" auch Jolie gegen ihren Willen sexuelle Avancen gemacht haben. "Ich habe in meiner Jugend schlechte Erfahrungen mit Harvey Weinstein gemacht und habe infolgedessen entschieden, nie wieder mit ihm zusammen zu arbeiten und andere vor ihm zu warnen", sagte Jolie der "New York Times".

Als der Fall und sein Ausmaß durch die "New York Times" bekannt wurden, hatte Weinstein selbst dem "Hollywood Reporter" gesagt: "Die Story klingt so gut, ich will die Filmrechte kaufen."

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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