"Nun bist du die letzte Station"Brad Pitt wäre gerne wieder in seinen 50ern

Für viele zählt er immer noch zu Hollywoods Hotties. Aber Brad Pitt selbst hadert mit seinem Alter. Nach und nach immer stärker zu den alten Eisen auf der Leinwand gezählt zu werden, sei "ein seltsamer Übergang", räumt der 62-Jährige ein.
Brad Pitt hätte in seinen 50ern gern mehr gemacht. Das sagt der Filmstar in der neuen Ausgabe des Magazins "Esquire Germany". Mit 62 Jahren fühle es sich für ihn ungewohnt an, zu den Älteren in seiner Branche zu gehören: "Früher gab es viele Männer, die älter waren. Männer wie Redford, Hackman, Newman, Duvall, Sutherland."
Das sei jetzt "ein seltsamer Übergang" für ihn, so Pitt. "Da war immer so ein beruhigender Puffer, aber jetzt, wo die alle weg sind, ist es, als würde man Eltern verlieren, in gewisser Weise. Du weißt, nun bist du die letzte Station."
Über die vergangenen Jahre sagt er: "Gott, ich hätte meine 50er gern zurück. Ich würde mehr machen. In deinen 50ern sagst du dir, wenn dir etwas im Kopf herumgeht, einfach: Mann, los. Los, pack es an. Und zwar jetzt."
Kein strikter Gegner von KI
Nach zweieinhalb Jahren ununterbrochener Arbeit konzentriert sich Pitt dem Magazin zufolge heute stärker auf die Morgenstunden und auf ein Leben, in dem nicht jede Minute verplant ist: "Das ist wahrer Luxus", sagt er laut "Esquire Germany" über einen Tag, an dem er ohne Wecker aufgewacht ist.
Bei jeder neuen beruflichen Herausforderung suche er inzwischen nach etwas, das er zuvor noch nicht gezeigt habe, so der Hollywood-Star: "In jeder Rolle, die ich mit 62 annehme, will ich als Schauspieler etwas tun, das ich zuvor noch nie getan habe - selbst wenn es nur eine kleine Sache ist."
Auch die Zukunft des Kinos beschäftigt den Schauspieler und Produzenten. Künstliche Intelligenz könne seiner Ansicht nach als Werkzeug dazu beitragen, dass wieder mehr mittelgroße Filme entstehen könnten: "Es gibt viel Gegenwehr gegen KI, aber KI wird genau das sein, was - wenn man sie als Werkzeug benutzt - diesen Mid-Budget-Filmen, also Filmen, die zwischen 40 und 90 Millionen Dollar kosten, helfen wird, überhaupt gedreht zu werden." Zugleich verteidigt Pitt die menschliche Unvorhersehbarkeit des Schauspiels.
Comeback als Cliff Booth
Demnächst wird Brad Pitt unter anderem in der Fortsetzung zu "Once Upon a Time... in Hollywood" zu sehen sein. Netflix hat vor Kurzem den offiziellen Titel bekannt gegeben. Der von David Fincher inszenierte Film heißt "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" und läuft ab dem 25. November zwei Wochen lang exklusiv in IMAX-Kinos, bevor er am 23. Dezember bei Netflix erscheint.
Zur Ankündigung veröffentlichte der Streamingdienst einen kurzen Teaser. Brad Pitt übernimmt in dem Film erneut die Rolle des Cliff Booth, für die er 2020 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.
Der Streifen überspringt acht Jahre der Vorgeschichte. Statt 1969 schreibt man nun 1977, und die Traumfabrik ist eine andere geworden. Booth verdient sein Geld inzwischen als Fixer für ein Studio, also als Mann, der Probleme aus der Welt schafft. Im 2019 erschienenen Original drehte sich alles um den abgehalfterten Fernsehstar Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und dessen Stuntdouble und Fahrer Cliff Booth (Pitt).