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"Gut geht es mir"Der ewige Seemann Freddy Quinn wird 95

27.09.2026, 14:00 Uhr
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Die Rolle des Seemanns spielte er eine Zeit lang auch gerne: Freddy Quinn. (Foto: picture-alliance / Jazz Archiv)

Mit musikalischem Seemannsgarn der Marke "Junge, komm bald wieder" wird Freddy Quinn einst zum Star. Dabei ist sein Seefahrer-Image nur ein Kostüm, das ihm "übergestülpt" wurde. Grund, sich darüber zu grämen, hat er dennoch nicht, wenn er nun 95 wird.

Er sang von der Sehnsucht nach der Ferne, aber auch von der Heimat und vor allem vom Meer. Er war der Seemann, der im wahren Leben gar kein Seemann war, sondern ein gebürtiger Wiener. Jetzt feiert Freddy Quinn einen besonderen Geburtstag: Der Sänger und Schauspieler, geboren am 27. September 1931 in der Hauptstadt der Alpenrepublik, wird 95 Jahre alt.

"Heimweh" (erschienen 1956), seine Interpretation des Hans-Albers-Klassikers "La Paloma" (1961) und natürlich der Nummer-eins-Hit "Junge, komm bald wieder" aus dem Jahr 1962 sind die größten Erfolge Quinns, der seit einiger Zeit zurückgezogen in Schleswig-Holstein lebt.

Auch als Schauspieler verkörperte er seine auf den Leib geschneiderte Rolle. "Freddy, die Gitarre und das Meer" mit seinem bekannten Titelsong (1959), "Heimweh nach St. Pauli" (1963), "Freddy und das Lied der Prärie" (1964) zeichneten das Bild eines herzensguten Menschen auf der Suche nach seiner Erfüllung.

Illusion eines zerrütteten Deutschlands

Freddy Quinn, der eigentlich als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl geboren wurde, war jedoch eine Illusion eines Deutschlands, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zerrüttet war und nach seiner Identität suchte. In seiner im Mai 2025 erschienenen Autobiografie schrieb er: "Der Seemann wurde mir übergestülpt wie ein Kostüm, das nicht richtig passte. Aber, und das muss ich zugeben, ich habe es auch eine Zeit lang gern getragen." Ob Unterhaltung in einem Mexikaner-Kostüm oder Sehnsüchte im Matrosen-Outfit: Sein Management kreierte das Image, Freddy Quinn lieferte die Klischees.

Freddy Quinns Name fiel in einem Atemzug wie die der Unterhaltungslegenden Peter Alexander, Harald Juhnke und Udo Jürgens. Mit seiner tiefen Baritonstimme und seinem sehnsuchtsvollen Blick kam er an: an den Kassen der Läden und bei den Frauen. Bis zur Jahrtausendwende hatte er mehr als 60 Millionen Schallplatten verkauft.

Schon im Alter von 16 Jahren verließ er die Schule und führte fortan ein Wanderleben, war zeitweise Musiker und Akrobat im Zirkus und reiste in der Welt herum. Seine Affinität zum Zirkusleben zeigte Quinn auch später, als er bei der Fernsehsendung "Stars in der Manege" auftrat. Anfang der 1950er Jahre verschlug es ihn nach Hamburg, wo ihn Regielegende Jürgen Roland auf St. Pauli entdeckte.

Leben auf dem Bauernhof

In seiner Autobiografie räumte Freddy Quinn ein, dass er seinen Vater nicht gekannt habe - über den es bis dahin verschiedene Angaben gab. In seiner Kindheit habe er über seinen Vater nur gewusst, "dass er eine Affäre mit meiner Mutter hatte und abgehauen ist, als sie schwanger war". Sein wahrer Vater sei wahrscheinlich 1965 von dessen Sohn - Quinns Halbbruder - umgebracht worden, vermutet Quinn. Er kenne jedoch keine Beweise, sondern nur Indizien.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Lilli Blessmann im Jahr 2008 heiratete er Anfang Mai 2023 seine langjährige Freundin Rosi. Im Sommer 2024 zogen die beiden auf einen Bauernhof in Schleswig-Holstein. Zwischen den Meeren hat der ewige Seemann seine neue Heimat gefunden.

Seinen 95. Geburtstag wolle er ohne großes Tamtam begehen, gab er bekannt. "Den Geburtstag werden wir ganz gemütlich im privaten Kreis feiern", verriet er.

"Langweilig wird es uns nicht"

"Gut geht es mir. Meine Frau und ich genießen den Ruhestand", sagte Quinn weiter. Er und seine Frau Rosi, die 17 Jahre jünger ist, seien gut damit beschäftigt, das neue Zuhause auf dem Bauernhof einzurichten. "Rosi hat sogar einige Gänse geholt. Freunde helfen uns. Langweilig wird es uns nicht."

Kurz vor seinem Geburtstag sind alte, bislang unbekannte Aufnahmen von Quinn erschienen, in denen er zwei alte Country-Klassiker covert. Die Songs "Ghost Riders in the Sky und "Home on the Range" waren in Archiven aufgetaucht, in denen auch der Musik-Katalog der vergangenen 50 Jahre von Quinn gelagert wird. Sie sind auf Streamingplattformen abrufbar.

Quinn freut sich über den Fund. "Das war eine gelungene Überraschung. Ich hatte keine Ahnung, dass diese alten Aufnahmen noch existieren."

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Ein altes Album von Freddy Quinn - seine neu erschienenen Aufnahmen findet man dagegen auf Streamingplattformen. (Foto: IMAGO/Geisser)

In den 90er Jahren habe er bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg den Sam Hawkens gespielt und dort auch früher schon Country-Lieder gesungen. "Daher stammen wohl die Aufnahmen. Ich bin heute Rentner. Aber es ist doch schön zu wissen, dass es noch Fans gibt, die gern meine Lieder hören."

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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