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In Baden-Baden geboren Die vielfältige Antoinette Bower ist tot

12.07.2026, 14:12 Uhr
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Auch in "Ein Käfig voller Helden" spielte Antoinette Bower mit. (Foto: picture alliance/United Archives)

In einer Jahrzehnte andauernden Karriere spielt Antoinette Bower gleich Rollen in mehreren genreprägenden Fernsehserien. Nicht nur "Star Trek" und "Twilight Zone" sind darunter. Später wird sie Tischlerin und arbeitet im Baumarkt.

Die in Deutschland geborene US-Schauspielerin Antoinette Bower ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie bereits am 30. April in einem Seniorenheim im Stadtteil Eagle Rock in Los Angeles. Dies berichtete der "Hollywood Reporter" unter Berufung auf Bowers Freundin Carlotta Glackin, die Großnichte des legendären Charakterdarstellers Edward Everett Horton. Bower wurde 93 Jahre alt. Einem breiten Publikum blieb die Schauspielerin vor allem durch zwei Fernsehauftritte in Erinnerung.

In der Science-Fiction-Serie "Star Trek" spielte sie die katzenhafte Außerirdische Sylvia. Die Folge "Catspaw" aus der zweiten Staffel lief im Oktober 1967, an ihrer Seite stand Theo Marcuse als Korob. Mit ihren Szenen spielte sich Bower in die Herzen vieler Fans. Wie Carlotta Glackin verriet, erhielt die Schauspielerin auch Jahrzehnte nach ihren Auftritten noch immer Fanbriefe von "Star Trek"-Anhängern. Bower gehörte zu den rund 20 Frauen, die Captain Kirk im Lauf der Serie geküsst hatte.

Eine Gedenkfeier für die Verstorbene ist für den 26. September in Pasadena geplant. Serienstar William Shatner, mittlerweile 95 Jahre alt, sprach bereits per E-Mail sein Beileid aus.

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Bower und Shatner in einer "Star Trek"-Szene. (Foto: imago images/Everett Collection)

Bower hatte auch in "The Twilight Zone" mitgewirkt. In der Episode "Probe 7, Over and Out", die im November 1963 in der fünften und letzten Staffel ausgestrahlt wurde, verkörperte sie Eve Norda, eine auf einem fernen Planeten gestrandete Frau. Die Geschichte lehnte sich an die biblische Erzählung von Adam und Eva an. Die einzige weitere Person auf dem Planeten war ein Astronaut namens Adam Cook, gespielt von Richard Basehart.

Neben Nielsen und Bronson im Kino

Auch im Kino war Bower zu sehen. Im Horrorfilm "Superbeast" von 1972, gedreht auf den Philippinen, übernahm sie die Hauptrolle. Im Slasher-Klassiker "Prom Night" (1980) spielte sie die Ehefrau von Leslie Nielsen und die Mutter der von Jamie Lee Curtis verkörperten Figur. Im Action-Thriller "The Evil That Men Do" (1984) wurde ihre Figur von Charles Bronson entführt.

Über Jahrzehnte war Antoinette Bower ein gefragtes Gesicht im US-Fernsehen. Bis in die frühen 1980er tauchte sie in zahlreichen Serien auf, darunter "Bonanza", "Kojak", "Mission: Impossible" und "Mord ist ihr Hobby". 1983 gehörte sie zur Besetzung der Miniserie "Die Dornenvögel". Drei Staffeln lang, von 1989 bis 1992, spielte sie in der kanadischen Serie "Neon Rider" die freundliche Fox Devlin, eine Mitarbeiterin an einer Ranch für schwierige und misshandelte Jugendliche.

Ihre Mutter war Deutsche

Zur Welt kam Antoinette Alexandra Jane Bower am 30. September 1932 in Baden-Baden, als Tochter einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters - laut dem Branchenportal IMDB war sie zunächst britische Staatsbürgerin. Aufgewachsen und ausgebildet wurde sie in England. In den späten 1940er Jahren arbeitete sie für die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen in Europa und Asien betreute.

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Antoinette Bower an der Seite von Schauspieler Barry Morse auf einem Reunion-Evente der Serie "Twilight Zone" im Jahr 2022. (Foto: IMAGO/YAY Images)

1953 zog sie ihrer Familie nach Kanada nach. In Toronto fand sie eine Anstellung beim damals noch jungen Sender Canadian Broadcasting Corporation, wo sie Beiträge verfasste und Interviews im Live-Fernsehen führte. Erste Schauspielerfahrung sammelte sie 1958 in einer TV-Fassung von "The Tell-Tale Heart". Anfang der 1960er Jahre verschlug es sie nach Los Angeles, wo sie 1962 eine kleine, ungenannte Rolle in "Meuterei auf der Bounty" erhielt - und blieb. Laut dem Branchenportal IMDB wurde Bower in des USA auch eingebürgert.

Nach ihrer Zeit bei "Neon Rider" zog sich Bower weitgehend vom Schauspiel zurück. Vor rund zehn Jahren stellte sie einen Dokumentarfilm über Chuckwagon-Rennen in Kanada fertig, bei dem sie Regie, Kamera, Schnitt und Kommentar übernahm. Zuvor hatte sie mehrere Sommer mit den Teilnehmern verbracht.

Privat legte Bower eine ungewöhnliche zweite Leidenschaft an den Tag. Am Santa Monica College absolvierte sie eine Tischlerausbildung, arbeitete zeitweise bei der Baumarktkette Home Depot und baute in ihrem Haus in Beverly Glen maßgefertigte Schränke und Bücherregale, wie ihre Freundin Glackin dem "Hollywood Reporter" schilderte.

Quelle: ntv.de, mpe/spot

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