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Im Internet zerrissen"Schrott": Elon Musks Verfilmung von "Die Odyssee" sorgt für Spott

26.10.2026, 15:17 Uhr
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Elon Musk mischt sich gerne bei Kriegsthemen ein. Nun auch bei historischen Werken. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Verfilmung von Homers "Odyssee" durch Christopher Nolan ist ein weltweiter Erfolg. Einer ist jedoch kein Fan: Elon Musk. Er wettert seit Monaten gegen den Film. Wie angekündigt bringt der Tech-Milliardär nun sein eigenes Odyssee-Projekt auf den Weg.

Es hat einige Monate gedauert. Tech-Milliardär Elon Musk schrieb im Sommer auf seiner Plattform X, dass er seine eigene, historisch korrekte Filmversion von Homers "Odyssee" veröffentlichten werde, die der Kunst des griechischen Dichters treu bleiben sollte. Er kritisierte damit den Welterfolg von Christopher Nolan. Musk empfand dessen Verfilmung als zu "woke" und kündigte einen abendfüllenden Spielfilm an. Nun ist jener abendfüllende Spielfilm da, in Form einer sieben Minuten langen KI-generierten Episode auf X.

Die Kritik ist vernichtend. "Das ist absoluter Mist" heißt es in den Kommentaren unter der Episode. "Das trifft Elons Geschmack genau auf den Punkt. Einfach nur Schrott." Von historisch akkuraten Rüstungen fehle jede Spur, die Dialoge wirken hölzern. Auch Haar- und Zahntextur sei mehr als fragwürdig. "Spannend wie ein Stein", schrieb ein User.

Schon seit dem ersten Trailer wetterte Musk gegen Nolans "Die Odysee", hauptsächlich wegen der Besetzung. Er störte sich daran, dass Helena von Troja von der schwarzen Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong'o verkörpert wurde, und das der transsexuelle Schauspieler Elliot Page eine Rolle erhielt. Der Tesla-CEO wollte alles besser machen und war scheinbar so stolz auf seine Ankündigung, dass der Post sogar auf seinem Profil angepinnt wurde. Auch die Überlegung, dem Schauspieler Mel Gibson 100 Millionen Dollar in die Hand zu drücken, damit dieser das epochale Werk mit Blick auf die originalen Gedichte neu verfasse, stand zeitweise im Raum.

"KI kann echtes Schauspiel nie ersetzen"

Positive Worte zu Musks Episode finden sich kaum. Neben dem Spott zeigen sich viele Social-Media-Nutzer aber auch erleichtert. Mit seinem komplett KI-generierten Clip beweise Musk, dass künstliche Intelligenz niemals das wahre Talent von Schauspielern und Regisseuren ersetzen könne. Die Blicke der Protagonisten, die schnellen Schnitte, es fühle sich in keiner Weise wie eine Erzählung an, so der Tenor. Entstanden ist der Clip in Zusammenarbeit mit dem "Black Phone"-Macher Scott Derickson und dem auf künstliche Intelligenz fokussierten Filmstudio WonderStudiosXan.

Musk hatte vor dem Erscheinen von Nolans Odysseys prophezeit "Go woke, go broke". Nolan habe seine Integrität verloren, er sei ein "anti-White racist" (anti-Weißer Rassist), der nur seine Awards wolle, zudem habe er die griechische Kultur beleidigt, er solle sich schämen. Über Monate hinweg flutete der US-amerikanische Unternehmer das Netz mit seinen wütenden Worten.

Dabei hatte Nolan von Anfang an betont, dass "Die Odyssee" kein historisch akkurates Werk, sondern eine filmische Interpretation eines antiken Mythos sei. Er nutzte als Grundlage die amerikanische Übersetzung der Autorin Emily Wilson, die in einigen Motiven vom Original abweicht. Nolans "Die Odyssee" berichtet von den Schrecken des Krieges. Musk hingegen setzt auf seine amerikanisierte Heldenversion - ohne erkennbaren Erfolg, wie sich nun zeigt. Ob und wann eine zweite Episode folgt, ist noch offen.

Quelle: ntv.de, sts

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