Unterhaltung

Weltpremiere an der Côte d'Azur Elvis-Biopic rockt Cannes

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Austin Butler, Baz Luhrmann und Tom Hanks (v.l.) am 26. Mai in Cannes.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

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Der King of Rock 'n' Roll beehrt Cannes: Bei der diesjährigen Ausgabe des Filmfestivals feierte das Biopic "Elvis" seine Weltpremiere. Der Film, der außer Konkurrenz läuft, erhält den bislang längsten Applaus dieser Festspiele. Und er brachte den Hauptdarsteller an seine Grenzen.

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2022 (bis 28. Mai) feierte der Biopic "Elvis" von Regisseur Baz Luhrmanns seine Weltpremiere, das auch von der Musikwelt mit Spannung erwartet wurde. Der Film erzählt die Geschichte des Musikers aus der Perspektive seines Managers Tom Parker - gespielt von Oscar-Preisträger Tom Hanks.

Das Drama zeigt, wie aus einem unscheinbaren jungen Musiker aus Tupelo, Mississippi, der King of Rock 'n' Roll wurde. Jenes Phänomen, das mit seiner Musik und nicht zuletzt seinem Hüftschwung gleichermaßen für Jubel bei den Fans und Kontroverse bei den Sittenwächtern sorgte. Dargestellt wird Elvis Presley im Film von dem 30-jährigen Austin Butler, unter anderem für seine Rollen in "The Carrie Diaries" oder zuletzt in Quentin Tarantinos "Once Upon a Time ... in Hollywood" bekannt.

Butler geht an seine Grenzen

Die Dreharbeiten für den Film haben Butler aber offenbar heftig zugesetzt. Im Gespräch mit dem Männermagazin "GQ" erzählte der Darsteller von Presley, dass er nur wenige Stunden nach Drehschluss im letzten Jahr in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Butler hatte sich der Rolle demnach so sehr hingegeben, dass sein Körper nicht mehr mitspielte. Die Arbeiten an dem Film seien im März 2021 abgeschlossen worden. "Am nächsten Tag bin ich um 4 Uhr morgens mit fürchterlichen Schmerzen aufgewacht und ich wurde schnell ins Krankenhaus gebracht", erklärte er. Demnach habe er sich einen Virus eingefangen, dessen Symptome einer Blinddarmentzündung gleichen. Er sei eine Woche lang bettlägerig gewesen. Sein Körper sei einfach "heruntergefahren".

"Ich habe im Prinzip mein Leben zwei Jahre lang angehalten", sagte er am Donnerstag über die anstrengenden Dreharbeiten. Er habe das Auftreten Presleys in dieser Zeit minuziös studiert. "Ich habe diese unrealistische Erwartung an mich gehabt, dass, wenn ich nur hart genug arbeite, mein Gesicht identisch zu dem von Elvis werden könnte, dass meine Augen genau wie seine aussehen würden und man keinen Unterschied sehen wird. Aber irgendwann habe ich begriffen: Das wäre wie in ein Wachsmuseum zu gehen. Wirklich wichtig ist, dass seine Seele zum Vorschein kommt."

Erster Film von Regisseur Luhrmann seit 2013

Neben Butler ist auch Superstar Tom Hanks in "Elvis" zu sehen. Er verkörpert Musikmanager Tom Parker, Elvis' berühmt-berüchtigten Entdecker. Einen gierigen Mann, der sich übermäßig am finanziellen Gewinn Presleys bereichert. Dieser bezeichnet Elvis etwa als "Jahrmarktsattraktion" und verhindert, dass der Sänger im Ausland Konzerte gibt - weil Parker selbst wegen einer falschen Identität, die er angenommen hatte, die USA nicht verlassen durfte.

Doch Parker sei nicht einfach nur ein Schurke gewesen, so Hanks. "Er war ein Mann, der die Gelegenheit sah, ein einmaliges Talent in eine kulturelle Urgewalt zu verwandeln." Die Vielzahl der Wege, durch die Parker Leute um Geld betrogen habe, sei außergewöhnlich. "Übrigens, ein paar dieser Wege habe ich in meinen eigenen Alltag integriert", scherzte Hanks. "Man lernt ein kleines bisschen von jeder Rolle."

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Priscilla Presley in Cannes

(Foto: IMAGO/Marja)

Luhrmann inszeniert das Leben der Musikikone in schwindelerregenden Bildern. Viele Live-Auftritte von Elvis sind zu sehen, die die Kinozuschauer in ihren Sitzen zu Liedern wie "Hound Dog" mitwippen lassen. Mit grellen Szenenwechseln oder Split Screens imitiert der Film das fieberhafte Leben Presleys. Für den Regisseur war es der erste Kinofilm seit seiner Neuauflage von "Der große Gatsby" von 2013 mit Leonardo DiCaprio in der Titelrolle.

Elvis' Ex-Frau Priscilla Presley angetan

Neben dem Regisseur, Butler und "Elvis"-Kollegen wie Tom Hanks und Olivia DeJonge war auf dem roten Teppich unter anderem auch Elvis' Ex-Frau Priscilla Presley anwesend. Sie hatte den Film bereits vorab gesehen und unter anderem von Hauptdarsteller Butler geschwärmt. Sie hatte ihn Ende April bei Facebook gelobt und erklärt, dass er Elvis "hervorragend" verkörpert habe.

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"Das ist ihr Leben", sagte Luhrmann am Donnerstag. Nach der Premiere am Mittwochabend hatte sie den Regisseur sichtlich bewegt in die Arme geschlossen. "Keine Kritik, keine Rezension würde uns je mehr bedeuten als die der Frau, die mit Elvis Presley verheiratet war." Luhrmann sagte, er habe deswegen mit großer Ungeduld ihr Urteil erwartet. Als Presleys Familie ihm schließlich zu verstehen gegeben habe, dass die Verfilmung von Elvis' Leben "die Wahrheit über ihn als Mensch" zeige, war das für den Regisseur "die beste Kritik, die ich je in meinem Leben bekommen habe". Priscilla und Elvis waren von 1967 bis 1973 verheiratet.

"Elvis", der in Cannes außer Konkurrenz läuft, erhielt den bislang längsten Applaus einer Premiere beim diesjährigen Festival. Rund einen Monat nach seiner Weltpremiere wird der Film dann auch regulär im Kino zu sehen geben. Der deutsche Starttermin ist der 23. Juni 2022.

Quelle: ntv.de, awi/spot/dpa

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