Fall wird neu aufgerolltGericht lässt Berufung von Marius Borg Høiby zu

Eben noch hielt die Beerdigung von König Harald V. Norwegen in Atem. Nun gibt es auch schon die nächste Schlagzeile rund um den Palast: Der unter anderem wegen Vergewaltigung verurteilte Sohn der neuen Königin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, bekommt eine neue Chance vor Gericht.
Am Mittwoch, als König Harald V. in Oslo zu Grabe getragen wurde, war Norwegen in seiner Trauer geeint. Sogar Marius Borg Høiby, Sohn der neuen Königin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, durfte seine Untersuchungshaft mit Fußfessel verlassen, um der Zeremonie beizuwohnen. Am Tag darauf macht nun aber auch schon wieder eine neue, den Palast betreffende Meldung die Runde, die nicht überall auf ungeteilte Zustimmung treffen dürfte.
So entschied das zuständige Gericht in Oslo jetzt, dass Høibys Berufung gegen seine Verurteilung wegen diverser Vergehen zugelassen wird. Der Fall wird damit noch einmal komplett neu aufgerollt. Geprüft wird sowohl die Schuldfrage als auch das gegen den 29-Jährigen verhängte Strafmaß.
"Das Berufungsgericht wird umgehend mit den Vorbereitungen für das Verfahren beginnen", heißt es in einer Pressemitteilung der Justizbehörden. Ein konkreter Termin für die Verhandlung stehe allerdings noch nicht fest. Es wird davon ausgegangen, dass das Verfahren frühestens 2027 wieder aufgenommen werden kann.
"Es ist befriedigend"
Høibys Anwältin Ellen Holager Andenæs sagte dem Sender TV 2: "Das war von unserer Seite so erwartet worden." Sie fügte hinzu: "Es ist befriedigend, dass der Fall neu verhandelt wird."
Høiby war im Juni wegen zwei Vergewaltigungen, häuslicher Gewalt und einer ganzen Reihe weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. In zwei weiteren Fällen wurde er vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Gegen die Verurteilung wegen zwei Vergewaltigungen und wegen der Misshandlung einer Ex-Freundin legte er Berufung ein. Auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, weil sie das Strafmaß von vier Jahren Haft für zu gering erachtet.
Høiby befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Diese darf er jedoch mit einer elektronischen Fußfessel auf Gut Skaugum, dem Zuhause der norwegischen Königsfamilie, verbringen.
