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Vom Bordell auf den ThronHeirat mit Silvia war Carl Gustafs "Geniestreich"

30.04.2026, 14:43 Uhr
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Feiert heute seinen runden Geburtstag: der schwedische König Carl Gustaf. (Foto: IMAGO/PPE)

Zum 80. Geburtstag des schwedischen Königs reist die royale Elite nach Stockholm. Neben Glanz und Gästen rückt auch die bewegte Vergangenheit von Carl Gustaf wieder in den Fokus.

Wenn Carl XVI. Gustaf seinen 80. Geburtstag feiert, wird Stockholm zum Treffpunkt der europäischen Monarchie. Zum runden Jubiläum am heutigen Donnerstag reist eine ganze Reihe gekrönter Häupter an - ein Ereignis, das fast wie ein Gipfeltreffen der Royals wirkt.

Erwartet werden unter anderem der thailändische König Maha Vajiralongkorn mit Ehefrau Suthida, aus den Niederlanden Willem-Alexander und Máxima, aus Belgien Philippe und Mathilde sowie aus Spanien Felipe VI. und Letizia. Absagen gab es dagegen aus Großbritannien: Charles III. und Königin Camilla beenden derzeit ihren Aufenthalt in den USA, wo sie unter anderem auf Präsident Donald Trump trafen. Stattdessen könnte Kronprinz William nach Stockholm geschickt werden.

Auch die skandinavischen Nachbarn dürfen nicht fehlen. Aus Dänemark kommen König Frederik X. und Königin Mary sowie Ex-Königin Margrethe. Norwegen wird von König Harald, Königin Sonja und Kronprinz Haakon vertreten. Dessen Frau Mette-Marit fehlt allerdings - offiziell aus gesundheitlichen Gründen, da sie an einer Lungenfibrose leidet. In den Medien wird zusätzlich über ihre frühere Bekanntschaft mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein spekuliert.

Affären und Bordellbesuche

Dass rund um den schwedischen König nicht immer nur Harmonie herrscht, zeigte sich bereits in der Vergangenheit. 2010 sorgte das Buch "Der widerwillige Monarch" für Aufsehen. In diesem umstrittenen Werk behauptet der Autor Thomas Sjöberg, dass Carl Gustaf angeblich regelmäßig verbotene Bordelle, in Besitz von Unterweltgrößen, besucht, Feste in Stripclubs gefeiert sowie eine längere Affäre mit Camilla Henemark, der Sängerin der Band Army of Lovers, gehabt haben soll. Diese sagte später über ihn: "Er ist ein extrem charmanter Mensch. Er ist witzig, er ist süß, und ich fand den schon ziemlich gut."

Der König selbst reagierte ausweichend. Auf einer Pressekonferenz erklärte er: "Ich habe mit meiner Familie und der Königin gesprochen, und wir haben beschlossen, ein neues Kapitel aufzuschlagen und nach vorn zu blicken, denn, wie ich verstanden habe, handelt es sich (in dem Buch, Anm. d. Red.) um Dinge, die vor langer Zeit geschehen sind." Auch später blieb er bei dieser Linie. Auf Nachfragen von Journalisten, ob die Vorwürfe stimmten, antwortete er knapp, er habe "nicht die Zeit, den ganzen Tag zu lesen". Und fügte hinzu: "Wir blättern nun um und schauen nach vorne."

Kritiker sahen sich dadurch eher bestätigt. Autor Thomas Sjöberg zeichnete das Bild eines Monarchen, der das Leben eines Aristokraten genieße: "Er macht all die Dinge, die Aristokraten so tun: teure Urlaube an der französischen Riviera, Reisen um die ganze Welt, absurd teure Partys, gesellige Treffen mit vielen Frauen, wenn seine Frau nicht dabei ist. Die Schweden scheinen sehr tolerant zu sein, und das liegt zum Teil daran, dass sie ihn nicht als erwachsenen Menschen ansehen."

"Deutsches Bürgerfräulein rettet unsere Krone"

Als Carl Gustaf 1973 im Alter von 27 Jahren den Thron bestieg, galt er vielen als oberflächlicher Playboy mit Vorliebe für schnelle Autos. Auch Pannen - etwa ein falsch geschriebener Name ("Cal Gustf") bei offiziellen Unterschriften - trugen zu diesem Image bei. Später wurde bekannt, dass er an Legasthenie leidet.

Eine entscheidende Wende brachte die Ehe mit Königin Silvia. 1972 lernte er sie bei den Olympischen Spielen in München kennen, 1976 heirateten sie. Die neue Königin überzeugte schnell viele Kritiker. Eine sozialdemokratische Politikerin sagte damals: "Sie ist einfach gut, leider zu gut. Dieses deutsche Bürgerfräulein rettet unsere Krone über eine ganze Generation hinweg." Auch Historiker Herman Lindqvist sieht in der Ehe einen Wendepunkt und bezeichnet sie als "Geniestreich" des Königs: "Silvia hat das ganze schwedische Volk verführt."

Ein König im Wandel

Heute blickt Carl Gustaf auf mehr als fünf Jahrzehnte auf dem Thron zurück - länger als jeder seiner Vorgänger. Im Laufe der Jahre habe er an Profil gewonnen, sagen Unterstützer. Er interessiert sich nicht nur für Sport und schnelle Autos, sondern auch für Natur und Naturschutz sowie für eine intakte Umwelt. Die Schweden haben sich an ihn gewöhnt, so wie er sich an seine königliche Verantwortung gewöhnt hat.

Besonders seine Rede nach der Tsunami-Katastrophe 2004 bleibt vielen Schwedinnen und Schweden in Erinnerung. Damals verwüstete die Naturkatastrophe am zweiten Weihnachtstag weite Teile Asiens, 230.000 Menschen starben, darunter auch mehr als 500 Schweden. In einer bewegenden TV-Ansprache, die viele Bürger zu Tränen rührte, erzählte der König sehr Persönliches aus seiner Vergangenheit, wie sein Vater Erbprinz Gustaf Adolf 1947 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam und er vaterlos aufwuchs. Er appellierte überzeugend an Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, auch jenseits der Familie. Von dieser Rede sprechen die Leute noch heute, wenn sie ihren König loben wollen.

Mit Kronprinzessin Victoria, Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine steht bereits die nächste Generation bereit. Vor allem Victoria gilt als äußerst beliebt und als ideale künftige Königin. Doch ein Rückzug ihres Vaters ist nicht in Sicht. Wer ihn danach fragt, bekommt eine klare Antwort: Darüber könne nur "der liebe Gott" entscheiden.

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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