Kampagne für "Markus W."Hotelmitarbeiter reagiert auf Spendenaufruf

Nach dem Sieg von Gil Ofarim bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" werden im Internet Spenden für den Hotelmitarbeiter gesammelt, dem der Sänger einst fälschlicherweise Antisemitismus unterstellte. Nun äußert sich "Markus W." dazu.
Der zumeist nur als "Markus W." bezeichnete Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, der unfreiwillig in den von Gil Ofarim losgetretenen Davidstern-Skandal geraten war, hielt sich lange in der Öffentlichkeit bedeckt. Erst als klar war, dass der Mann, der ihm zu Unrecht Antisemitismus unterstellt hatte, das Dschungelcamp gewonnen hat, meldete er sich erstmals in einem Zeitungsinterview zu Wort.
"Markus W." schilderte im Gespräch mit der "Zeit", wie Ofarim seinerzeit an der Rezeption in Rage geraten sei, nachdem er dort wegen eines technischen Fehlers länger habe warten müssen. Der Musiker sei aufgebracht gewesen und habe gepöbelt. "Dann drohte er: Wenn er in seinem Zimmer sei, werde er die Zustände hier öffentlich machen, das werde viral gehen. Ofarim klatschte dabei in die Hände und sagte: Bäm, bäm, bäm", so der Angestellte, der dem Sänger daraufhin verweigerte, in dem Hotel einzuchecken.
Kurz darauf nahm Ofarim wohl das Video mit der Lüge, er sei von dem Hotelmitarbeiter antisemitisch beleidigt worden, auf und stellte es online. "Es war wie in einem Film", fasste "Markus W." im "Zeit"-Interview die drastischen Folgen zusammen. Er habe seinen Arbeitsplatz aus Sicherheitsgründen verlassen müssen, sei in den sozialen Netzwerken angefeindet und sogar mit einer Morddrohung konfrontiert worden. Wochenlang habe er sich daraufhin zurückgezogen.
"Das ist schwer für mich"
Wie Ofarim sich im Dschungelcamp gerierte, stieß "Markus W." sauer auf. Schließlich schwieg sich der Sänger nicht nur über die Vorgänge in dem Hotel aus, er streute auch Zweifel daran, dass bei seinem letztlich vor Gericht abgelegten Lügen-Geständnis alles mit rechten Dingen zugegangen sei. "Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich", beklagte "Markus W." deshalb.
Ofarims Triumphzug bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (auf RTL+ abrufbar) tat dies keinen Abbruch. Er wurde am Ende zum Dschungelkönig gekrönt und sackte neben dem Antrittsgeld auch die Siegprämie von 100.000 Euro ein. Zwar will er damit auch die noch offenen 20.000 Euro Schmerzensgeld an "Markus W." begleichen, gleichwohl bleibt ihm selbst auch noch ein stattliches Sümmchen übrig.
Einige finden dies nicht gerade gerecht, darunter auch der Influencer und Youtuber Sanijel Jakimovski, der Ende vergangener Woche kurzerhand eine Online-Spendenkampagne für "Markus W." initiierte. Jakimovski, der bereits während der Ausstrahlung von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Ofarims Dschungel-Auftritt in Tiktok-Videos kritisch kommentiert hatte, erklärte, er wolle, dass sich der Hotelmitarbeiter "gesehen, verstanden und wertgeschätzt fühlt".
"Markus W." will Geld nicht komplett für sich
Wie viel Geld bereits zusammengekommen ist, teilte Jakimovski bislang nicht mit. Dafür machte er in einem neuen Tiktok-Video am Wochenende öffentlich, dass "Markus W." auf den Spendenaufruf reagiert hat. Der Influencer zitierte aus einer Nachricht des Angestellten, in der es heißt: "Ich bin ein großer Freund von Transparenz - vor allem, wenn Menschen für einen Fremden Geld spenden sollen". Daher wolle er, dass die Mittel zwei Initiativen zukämen - zum einen "HateAid", einer "NGO gegen digitale Gewalt, Hassrede und Hasskommentare", zum anderen "Minilöwen", einem "Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene" in Leipzig.
Offenbar will "Markus W." nur einen Teil des Geldes für sich selbst behalten, um damit "Zeit für mich und meine Familie, die zu jeder Zeit an meiner Seite stand", zu finanzieren, wie er schreibt. Er sei "und unendlich dankbar für den Zuspruch" und wisse "das sehr zu schätzen", so der Hotelmitarbeiter.
Jakimovski zeigt sich in dem Video sichtlich gerührt von der Nachricht. Zugleich versichert er, den Spendeneingang lückenlos zu dokumentieren und für "Markus W." einsehbar zu machen.