Unterhaltung

"Projekt 0,0 Prozent" Joko und Klaas langweilen Zuschauer

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"Quotenlose Frechheit": Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf stehen Schlange.

(Foto: picture alliance/dpa/ProSieben)

Vor zwei Wochen nutzen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ihre 15 Minuten Sendezeit, die sie zuvor bei ProSieben gewonnen hatten, noch für ein Live-Konzert einer ukrainischen Band aus einem Bunker. Diesmal verfolgen sie dagegen ein ganz anderes Konzept. Gähn!

Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben bei ihrem neuesten Streich am Mittwochabend versucht, ihr TV-Publikum vollständig zu verjagen. Nach einer kurzen Einleitung war den Rest der Viertelstunde zur besten Sendezeit das Duo zu sehen, wie es vor weißem Hintergrund wortlos in einer Schlange anstand. Dazu spielten die Moderatoren beunruhigende monotone Synthesizer-Musik ein und nutzten das Laufband, um das Programm der Konkurrenz anzupreisen.

In der Nacht sei ihnen ein Gedanke gekommen, sagte Winterscheidt zu Beginn: "Mit diesen 15 Minuten wollten wir unserem Arbeitgeber ProSieben maximal auf den Senkel gehen." Bescheuerte Ideen senden, Grenzen des Erwartbaren ausloten, das sei mal die Idee dahinter gewesen. Heufer-Umlauf: "Was ist passiert? Sie zu Hause haben bei den 15 Minuten regelmäßig eingeschaltet und dieses werbefinanzierte Privatfernseh-Monster namens ProSieben hat sich auch noch bei uns bedankt." Oft habe der Sender das sogar "richtig gut" gefunden. "Das ist ein Skandal."

Es sei "allerhöchste Zeit, dass wir das ändern", sagte Heufer-Umlauf weiter. "Deshalb haben wir uns vorgenommen, heute die Quote von ProSieben mit Ihrer Hilfe auf Null herunterzupetern. Maximaler Misserfolg für alle Beteiligten. Projekt 0,0 Prozent." Winterscheidt ergänzte: "Wir werden Sie heute anti-unterhalten und zwar indem wir Sie so extrem langweilen, bis auch die allerletzte Person abgeschaltet hat."

Pointe? Fehlanzeige!

Das Laufband am unteren Rand warb daraufhin für die Konkurrenz: zum Beispiel für eine Umwelt-Doku auf 3sat, ein Oscar-nominiertes Drama auf Arte, den Wilsberg"-Krimi auf ZDFneo, die wiedererweckte RTL-Show "Der Preis ist heiß" oder die Netflix-Serie "Ozark".

Dazwischen waren Verbrauchertipps zu lesen, wie man die Zeit besser nutzt: "Backblech stark verbrannt? Jetzt aufstehen, mit Natron oder Backpulver einweichen und einfach säubern." Ihre eigene Sendung beschimpften die beiden Entertainer im Fließtext als "quotenlose Frechheit".

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Die Viertelstunde endete, indem Winterscheidt und Heufer-Umlauf mit der geschrumpften Schlange am Bildschirmrand verschwanden. Nach und nach hatten sich in der Schlange vor ihnen die dunkel gekleideten Crewmitarbeiter von links nach rechts vorgearbeitet. Dazu das Laufband: "Falls Sie, werte Zuschauerinnen und Zuschauer, in der verbleibenden Sendezeit noch eine Pointe oder Auflösung vermuten, müssen wir Sie enttäuschen."

Die zwei hatten am Dienstag gegen den Sender in einer Show 15 Minuten Sendezeit erspielt, die sie am Mittwoch ab 20.15 Uhr frei einsetzen konnten - ProSieben hat auf das Programm nach eigenen Angaben keinen Einfluss. So schlecht wie gewünscht lief es mit der Einschaltquote aber wohl nicht. Dem Branchendienst DWDL zufolge langweilten sich in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen immerhin 780.000 Zuschauerinnen und Zuschauer mit Winterscheidt und Heufer-Umlauf mit, was einer Quote von 13,7 Prozent entsprach.

Quelle: ntv.de, Christof Bock, dpa

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