Unterhaltung

Kopfloser Held Keiner stirbt so schön wie Sean Bean

imago85950031h.jpg

Sean Bean wurde 1959 im britischen Sheffield geboren.

(Foto: imago images / Italy Photo Press)

Er kam, sah und starb: Kaum jemand erleidet so häufig den Leinwandtod wie Schauspieler Sean Bean. In "Der Herr der Ringe" stirbt er den Heldentod, in "Game of Thrones" verliert er den Kopf. Im wahren Leben feiert er nun aber seinen 60. Geburtstag.

Gevierteilt, geköpft, ertrunken, durch eine Satellitenschüssel erschlagen, von Pfeilen durchbohrt, ja gar von einer wilden Herde Kühe massakriert: Wohl kein Schauspieler stirbt öfter, tragischer und kreativer als der Brite Sean Bean. Im wahren Leben erfreut sich der sympathische Mime aber bester Gesundheit und feiert nun seinen 60. Geburtstag.

Sean Bean wird am 17. April 1959 als Shaun Mark Bean im englischen Sheffield geboren. Früh in seiner Karriere etabliert er sich als perfekte Besetzung für vielschichtige, zwielichtige Figuren - kein Wunder also, dass er so oft ein jähes Leinwandende findet. Er selbst hat sich das Pech seiner Figuren jedenfalls immer auf diese Weise erklärt, wie er einst im Interview mit US-Talkmaster Larry King schmunzelnd verraten hat.

Ohne Kopf in "Game of Thrones"

119203185.jpg

Ab mit seinem Kopf, hieß es für Ned Stark in "Game of Thrones".

(Foto: picture alliance/dpa)

25 Mal ist Bean bis heute meist eindrucksvoll aus dem Leben geschieden. Zu den erinnerungswürdigsten Momenten zählen dabei seine Leinwandtode als "Bond"-Schurke Alec Trevelyan alias 006 in "James Bond 007 - Golden Eye" (1995), sein unrühmliches und kopfloses Ende als Ned Stark in der ersten Staffel von "Game of Thrones" sowie Boromirs Heldentod in "Der Herr der Ringe: Die Gefährten" (2001) mit den berühmt gewordenen letzten Worten: "Ich wäre dir gefolgt, mein Bruder, mein Hauptmann, mein König!".

Dabei wäre Bean beinahe selbst zum Bond geworden. Zumindest sprach er für den 1987er-Film "Der Hauch des Todes" als Doppelnullagent vor und hätte damit der Vorgänger von Pierce Brosnan werden können. Den Zuschlag erhielt damals aber Timothy Dalton, der zwei Jahre später auch noch einmal in "Lizenz zum Töten" den Agenten mimen durfte. Sechs Jahre später fand sich Bean in "Golden Eye" dann aber doch noch in einem "Bond"-Streifen wieder - allerdings auf der Seite der Schurken.

Zu Fuß auf den Berg

imago58333142h.jpg

Seiner Rolle angemessen wurde Sean Bean als Boromir besonders würdevoll bestattet.

(Foto: imago stock&people)

Eine Geschichte, die gerne über den Briten erzählt wird, hängt mit seiner Flugangst zusammen. Die war am Set von "Der Herr der Ringe" derartig ausgeprägt, dass er den Spott der anderen Gefährten auf sich gezogen haben soll. Während Orlando Bloom, Viggo Mortensen und Co per Helikopter zu den Drehplätzen auf einem Berg flogen, machte sich Bean zu Fuß zum Set auf - in voller Boromir-Kostümierung. Die Erschöpfung musste er im Gegensatz zu den anderen Darstellern also nicht spielen.

Ein Andenken der besonderen Art gab es derweil 1992 von Harrison Ford. Die beiden spielten damals die Antagonisten in "Die Stunde der Patrioten", bei dem am Ende Bean das Zeitliche segnete. Aber nicht, bevor ihm Ford aus Versehen mit einem Bootshaken eine echte Wunde über dem linken Auge zufügte. Noch heute kann die Narbe von dem Unfall erspäht werden.

Nicht an Platz eins der Film-Toten

Trotz seiner berühmt gewordenen und teils spektakulären Film- und Serientode gibt es dennoch einige Schauspieler, die noch öfter als Sean Bean auf der Leinwand gestorben sind. In der Tat hat es der 60-Jährige noch nicht einmal in die Top 5 geschafft. Wohl uneinholbar auf Platz eins liegt derzeit der 2015 verstorbene Christopher Lee, der rund 60 Mal den Tod fand, davon alleine 10 Mal als Dracula. 45 Mal starb John Hurt, der unter anderem Mr. Ollivander in den "Harry Potter"-Verfilmungen spielte, den Leinwandtod. Ebenfalls als Dracula zu sehen war Schauspieler Bela Lugosi, der 36 Mal in Filmen starb, gefolgt von "Die zehn Gebote"-Darsteller Vincent Price mit 32 Toden. Auch Samuel L. Jackson hat es bereits dreimal öfter erwischt als Bean: 28 Mal ist er bereits "gestorben".

In etwa so langlebig wie seine Rollen schien bisher Beans Glück in der Liebe zu sein. Vier von fünf Ehen wurden bereits geschieden. Seit 2017 ist er mit seiner fünften Frau, Ashley Moore, verheiratet. Trotz seiner vielen Ehen ist Beans Nachwuchs sehr überschaubar. Der Brite hat drei Kinder aus zwei früheren Ehen: seine Töchter Lorna Bean, Molly Bean und Evie Natasha Bean. Weitere Kinder seien jedoch nicht ausgeschlossen, wie er im Februar in einem Interview mit der "Times" sagte.

Quelle: n-tv.de, lsc/spot

Mehr zum Thema