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"Ich erinnere mich an Scheiße" Keira Knightley greift Herzogin Kate an

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Knightley ist bekannt dafür, ihre Gedanken über Frauenrechte und Ungerechtigkeiten zu teilen.

(Foto: imago/MediaPunch)

Was haben eine saubere Geburt und Herzogin Kate gemeinsam? Die Vermittlung eines verlogenen Frauenbildes, wenn es nach Keira Knightley geht. In einem Essay berichtet sie offen über die Entbindung ihrer Tochter und kritisiert deswegen die royale Familie.

Nichts als die ungeschönte Wahrheit. Schauspielerin Keira Knightley hat sich in einem Essay mit dem Titel "The Weaker Sex" (Das schwächere Geschlecht) dafür ausgesprochen, das Tabuthema Geburt in der Öffentlichkeit mehr und ehrlicher zur Sprache zu bringen.

Der Beitrag, den das Portal "Refinery29" in Auszügen veröffentlichte, ist in einer von "The Pink Protest"-Mitbegründerin Scarlett Curtis zusammengestellten Sammlung mit dem Titel "Feminists don't wear pink (and other lies)" enthalten. Außerdem wirkten daran Emma Watson, Saoirse Ronan, Adwoa Aboah, Jameela Jamil und Whitney Wolfe Herd mit.

In ihrem Beitrag schreibt Knightley über die Geburt ihrer dreijährigen Tochter Edie im Mai 2015: "Ich erinnere mich an die Scheiße, das Erbrochene, das Blut, die Stiche. Ich erinnere mich an mein Schlachtfeld. Dein Schlachtfeld und dein Leben pulsierten. Überleben. Und ich bin das schwächere Geschlecht? Bist du es?"

Das Essay widmet sie ihrer Tochter. "Meine Vagina ist aufgerissen. Du kamst mit geöffneten Augen raus. Arme in die Luft gerissen. Schreiend. Sie haben dich auf mich gelegt, mit Blut und Fruchtschmiere bedeckt, dein Kopf unförmig vom Geburtskanal. Pulsierend, keuchend, schreiend." Zudem beschreibt die Schauspielerin die anfänglichen Schmerzen beim Stillen.

"Zeig dein Schlachtfeld nicht, Kate"

Ihre Tochter wurde einen Tag bevor Herzogin Kate am 2. Mai ihre Tochter Prinzessin Charlotte zur Welt brachte geboren. Dieses Ereignis hat sich Knightley ins Gedächtnis gebrannt: "Wir stehen auf und schauen auf den Fernseher. Sie (Herzogin Kate) ist sieben Stunden später aus dem Krankenhaus entlassen worden, ihr Gesicht ist geschminkt und ihre High Heels sind angezogen. Das Gesicht, das die Welt sehen will."

In ihrem Essay wird deutlich, dass Knightley sich nicht vorstellen kann, dass Herzogin Kate direkt nach der Geburt wieder derart makellos vor der Öffentlichkeit stehen könne. "Versteckt unseren Schmerz, unsere aufgerissenen Körper, unsere leckenden Brüste, unsere tobenden Hormone", schreibt die Britin.

An die Ehefrau von Prinz William gerichtet fügt sie hinzu: "Sieh schön aus. Sieh stilvoll aus, zeig dein Schlachtfeld nicht, Kate. Sieben Stunden nach deinem Kampf mit Leben und Tod, sieben Stunden, nachdem dein Körper aufgebrochen ist und blutiges, kreischendes Leben herausgekommen ist. Zeig es nicht. Sag es nicht. Steh dort mit deinem Mädchen, umringt von einem Rudel männlicher Fotografen." Knightley ist bekannt dafür, ihre Gedanken über Frauenrechte, Mutterschaft, Frauenbilder und Ungerechtigkeiten zu teilen.

Sie spricht in dem Text auch den Doppelstandard unter ihren Schauspielkollegen an, die ebenfalls Kinder haben. "Ich bin die ganze Nacht mit dir wach, wenn du mich brauchst. Manchmal weine ich, weil ich so müde bin. Die ganze Nacht wach, den ganzen Tag Arbeit. Meine männlichen Kollegen können spät kommen oder ihre Texte nicht kennen. Sie können schreien und Dinge werfen. Sie können betrunken zur Arbeit kommen oder gar nicht erst auftauchen. Sie sehen ihre Kinder nicht. Sie arbeiten. Sie müssen sich konzentrieren."

Quelle: ntv.de, lri/spot