Anklage wegen VolksverhetzungLandgericht Mannheim eröffnet Verfahren gegen Xavier Naidoo

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt in zwei Fällen Anklage wegen Volksverhetzung gegen Sänger Xavier Naidoo. Eine der Anklagen lässt das Landgericht Mannheim nun zu. Die zweite wird derzeit noch überprüft.
Das Landgericht Mannheim hat ein Strafverfahren gegen Xavier Naidoo eröffnet. Zugelassen wurde dem Gericht zufolge die Anklage der Staatsanwaltschaft von Juli 2023, in der dem 54-jährigen Sänger Volksverhetzung in einem Fall in Tateinheit mit Beleidigung vorgeworfen wird. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.
Der Anklage zufolge soll der aus Mannheim stammende Naidoo einen Menschen, der der Amadeu Antonio Stiftung zugehörig war, beleidigt und in diesem Zusammenhang Texte mit antisemitischem Inhalt veröffentlicht haben. Den Ermittlungen hätten diverse Strafanzeigen, unter anderem der geschädigten Person, zugrunde gelegen.
Die übrigen Anklagepunkte eines zweiten Verfahrens, ebenfalls wegen Volksverhetzung, wurden dem Gericht zufolge mangels hinreichenden Tatverdachts nicht zugelassen. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingereicht, die derzeit beim Oberlandesgericht Karlsruhe geprüft werde. Die zweite Anklage war im Juni 2024 erhoben worden.
Entschuldigungsvideo 2022
Die Anwälte des Musikers waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Naidoo hatte 2022 ein Entschuldigungsvideo veröffentlicht und eingeräumt, sich jahrelang in Verschwörungserzählungen verrannt zu haben. "Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue", sagte er damals. Seine Anwälte betonten zuletzt, die Vorwürfe seien falsch und würden ausdrücklich bestritten. Der 54-Jährige lehne jegliches antisemitisches oder rassistisches Gedankengut ab.
Im März 2026 hatte Naidoo dann gemeinsam mit etwa 750 Verschwörungsanhängern an einer Demonstration mit dem Titel "Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen - Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex" in Berlin teilgenommen. Mitte Februar hatte er bei einer ähnlichen Demonstration mit Bezug zu den Epstein-Akten von "Menschenfressern" gesprochen und gesagt: "Die fressen unsere Babys."
Solche Äußerungen werden von Experten unter anderem als antisemitische Andeutungen eingeordnet. Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töten würden. Naidoos Management hatte sich dazu auf Anfrage nicht geäußert.
