Unterhaltung

Nach Distanzierung von Putin Netrebko ist zurück auf großer Bühne

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Nachdem sie den Krieg in der Ukraine verurteilt hatte, wird Anna Netrebko in der renommierten Opéra Monte Carlo auftreten.

(Foto: REUTERS)

Lange Zeit gilt die russische Operndiva Anna Netrebko als Unterstützerin des Kremlchefs Putin. Nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine zögert sie lange, bevor sie den Angriff verurteilt. Dadurch verliert sie mehrere Engagements. Doch nun darf sie wieder auftreten - zusammen mit einem deutschen Ensemble.

Die russische Sopranistin Anna Netrebko, die wegen ihrer zögerlichen Haltung zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine in der Kritik stand, wird mit dem Ensemble des Theaters Erfurt in Monaco auftreten. Darüber informierte die Opéra Monte Carlo auf ihrer Internetseite. Es geht dabei um die Titelrolle in der Oper "Manon Lescaut" von Giacomo Puccini - eine Koproduktion mit dem Theater Erfurt. Grund für das Engagement von Netrebko, die sich Ende März nach einigem Zögern doch von Russlands Präsident Wladimir Putin distanziert hatte, sei eine Erkrankung der Italienerin Maria Agresta, die ursprünglich die Rolle der Manon Lescaut singen sollte, informierte die Oper.

Netrebko, von der sich zeitweise einige Häuser distanziert hatten, sei von der Oper in Monaco engagiert worden, die auch ihre Gage bezahle, berichtete die "Thüringer Allgemeine". Das Engagement sei "eine künstlerische Entscheidung des Kooperationspartners, die wir respektieren", sagte Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich der Zeitung.

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Die Inszenierung der Oper "Manon Lescaut" des Erfurter Intendanten Guy Montavon hatte im Oktober 2021 Premiere in Thüringens Landeshauptstadt. An der Opéra Monte Carlo soll die Koproduktion am 22. April Premiere haben.

Netrebko hatte sich nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar zunächst zögerlich gezeigt, dann aber gegen den Krieg ausgesprochen. Ihre Gedanken seien "bei den Opfern dieses Krieges und deren Familien", hatte sie Ende März über ihren deutschen Anwalt mitgeteilt. Gleichzeitig erklärte die Sängerin, weder "Mitglied einer politischen Partei" noch "mit irgendeinem Führer Russlands verbunden" zu sein sowie Staatschef Wladimir Putin "in meinem ganzen Leben nur eine Handvoll Mal getroffen" zu haben. Wer in Russland Putins Krieg gegen die Ukraine kritisiert, lebt gefährlich und kann mit hohen Geldbußen oder sogar mit Gefängnis bestraft werden. Netrebko lebt vor allem in Österreich.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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