VIP VIP, Hurra!Das dunkle Familiengeheimnis um Hardy Krüger
Die Promikolumne von Verena Maria Dittrich
Neben dem Dschungel passiert dieser Tage fast genauso viel wie im Camp selbst. Claudia Obert büxt aus und Lilly Becker verteilt bei Raab Seitenhiebe. Doch zwischen Champagner und Schlagzeilen hallt eine Geschichte besonders nach: Hardy Krüger junior - und die offenen Fragen zum Tod seines Vaters.
Man muss es ja erst einmal festhalten: Diese Tage gehören dem Dschungel. Ob man will oder nicht. Die Einschaltquoten sind bombastisch, die sozialen Netzwerke voll, und die Meinungen so zuverlässig gespalten wie die Gesellschaft. Die einen schalten genervt weg, die anderen schalten genervt ein, weil man ja wissen muss, worüber morgen alle reden. Und geredet wird viel. Vor allem über Moral und über Werte. Und manchmal auch über Dinge, die größer sind als jede Dschungelprüfung.
Denn nicht nur eingefleischte Fans wissen: Der Dschungel ist längst nicht mehr nur das, was abends im Busch passiert. Er hat sich verselbstständigt, ist ein Stück weit auch zu einem ganz eigenen Paralleluniversum geworden, das weit über Australien hinausreicht. Erinnern Sie sich noch, liebe Leser, an das Jahr, in dem Lucas Cordalis im Camp war und sich plötzlich alles nur noch um das Hotel Versace drehte? Um Peter Klein und Yvonne Woelke, um angeblich verliebte Blicke und Affären? Das, was vermeintlich hinter verschlossenen Hoteltüren passierte, machte damals mehr Schlagzeilen als alles, was im Dschungel selbst geschah.
Und raten Sie mal, wer dieses Jahr laut "Bild"-Informationen angeblich für den Fall der Fälle als Ersatzkandidat mitgereist sein soll: Peter Klein. Wobei man im Dschungel nie vergessen sollte: Selbst Djamila Rowe saß einst auf der Ersatzbank und ging am Ende mit der Krone nach Hause. So viel zum Thema "nur dabei".
Claudia Obert büxt aus
Während sich also fast alles um Down Under dreht, sorgt auch in diesem Jahr wieder jemand "von draußen" für gehörigen Gesprächsstoff. Unsere Claudia Obert ist eigentlich die Begleitperson von Eva Benetatou, aber wie wir alle wissen, sind Vorschriften ja nichts für das eigenwillige Enfant terrible der Reality-TV-Branche. Statt artig im Hotel für Interviews bereitzustehen, beschließt Obert kurzerhand, gegen die Regeln zu verstoßen. Im Camp liegen die Verstöße übrigens aktuell bei 146.
Wir müssen verstehen, dass der Champagnerdurst unsere Claudia nach Sydney gelockt hat. Foto vor der Oper, Glas in der Hand und ein extrem breites Grinsen. Bitte merken: "Eine Obert kann man nicht als Geisel halten." Natürlich heißt es anschließend, der Ausflug sei genehmigt gewesen. Alles abgesprochen, aber Hand aufs Herz: Würde irgendjemand ernsthaft glauben, Claudia Obert hätte sich aufhalten lassen, wenn die Antwort Nein gewesen wäre?
Währenddessen läuft in Deutschland parallel die große Nebenbühne. Stefan Raab meldet sich dreimal wöchentlich mit einem Dschungel-Spezial zurück, und wer sitzt da bei ihm auf der Couch? Die Dschungelkönigin 2025. Lilly Becker, die längst mehr als "die Ex von" ist, wird aber genau von diesem Thema wieder eingeholt. In einem Spiel namens "Wer ist schlimmer?" muss sich die 49-Jährige zwischen zwei Personen entscheiden. Und als ihr Ex Boris Becker gegen Donald Trump antritt, entscheidet sie sich dafür, dass Boris schlimmer sei. Schadenfreude pur. Das Publikum jubelt.
Derweil gehen die leisen Dschungelgeschichten dieser Tage leider auch wieder ein bisschen unter. Während sich vieles um die krawallige Moralpolizistin Ariel dreht, gibt es Szenen, die kaum Schlagzeilen machen, obwohl sie lange nachhallen. Eine davon betrifft Hardy Krüger junior. Am siebten Tag spricht er im Camp über seinen Vater, den großen Schauspieler, der für viele ein Stück deutsches Nachkriegskino verkörpert.
"Kein Mensch weiß, was wirklich passiert ist"
"Kein Mensch weiß, was wirklich passiert ist", sagt Hardy Krüger junior sinngemäß im Dschungel. Sein Vater, Hardy Krüger, sei eines Nachts in Kalifornien gestorben, erzählt er, und was danach folgte, sei lediglich - man kann das kaum glauben - eine E-Mail der Ehefrau des Vaters. Man möge Rücksicht auf ihre Trauer nehmen, hieß es darin, sie müsse das alles erst verarbeiten und wünsche, in Frieden gelassen zu werden. Seitdem sei nichts mehr gekommen. Keine weiteren Erklärungen darüber, was genau geschehen ist, ob und wo der Vater beerdigt wurde, wie seine letzten Tage aussahen. Hardy sagt, dass wohl Rettungsdienst und Feuerwehr vor Ort gewesen seien, mehr wisse er einfach nicht.
Warum er nicht einfach nach Los Angeles geflogen sei, um Antworten zu bekommen? Er deutet an, dass es so einfach nicht sei, dass man dafür offiziell vorstellig werden müsse, Anträge stellen und selbst dann nicht sicher sei, ob man überhaupt Auskunft bekomme.
Der Tod seines Vaters liege zwei oder drei Jahre zurück, sagt er im Camp, als müsse er das Datum erst wieder zusammensetzen. Tatsächlich starb Hardy Krüger am 19. Januar 2022. Dass ein Sohn den Zeitpunkt des Todes seines eigenen Vaters nicht mehr sicher benennen kann, erzählt aber vielleicht weniger vom Vergessen als mehr von einer Distanz, in der es nie einen richtigen Abschied gab.
Die verletzlichen Momente
Der deutsche Schauspieler, der es zu Weltruhm brachte, hatte neben Hardy junior noch weitere Kinder, auch sie gehören zu dieser Geschichte. Wie sie vom Tod erfuhren, darüber wird kaum gesprochen. Umso widersprüchlicher wirkt eine andere Szene im Camp, in der Hardy über seine Kindheit spricht, über schöne Zeiten und über einen Vater, der zumindest eine Zeit lang anwesend war.
Und während wir weiter darüber diskutieren, ob Claudia Obert das Hotel verlassen durfte, ob Lilly Becker vielleicht zu hart war und ob Ariel zu viel Raum einnimmt, sind da auch immer diese verletzlichen Momente, die viel mehr über Menschen erzählen als jeder Dschungel-Krawall.
Ein Drittel der Staffel ist schon vorbei. Also Zeit für erste Zwischenbilanzen und erste Favoriten. Viele Zuschauer sehen Mirja du Mont und Hubert Fella weit vorne. Das ist sicherlich kein Zufall. Denn bei all dem Lärm ist da die große Sehnsucht nach Leuten, die einem "für Sendezeit" nicht fortwährend auf den Nerven herumtanzen.
Der Dschungel wird uns sicher weiter auf Trab halten. Nicht nur wegen der Prüfungen und der Lautstärke, sondern vor allem wegen der Geschichten, die dazwischen liegen.