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Wird angegriffen und verteidigt: Quentin Tarantino.
Wird angegriffen und verteidigt: Quentin Tarantino.(Foto: AP Images for Adobe)
Donnerstag, 08. Februar 2018

Karriere in Gefahr?: Quentin Tarantino gerät ins Kreuzfeuer

Mit Streifen wie "Pulp Fiction", "Kill Bill" oder "Inglourious Basterds" genießt Quentin Tarantino großen Kultstatus. Doch nun gerät er in der "MeToo"-Debatte zunehmend in die Kritik. Fragwürdige Aussagen des Regisseurs provozieren inzwischen sogar Boykottaufrufe.

Erst die Vorwürfe von Uma Thurman, dann das Wiederauftauchen eines älteren Gesprächs mit Radiomoderator Howard Stern, in dem er seinen Regiestuhlkollegen Roman Polanski verteidigt: Quentin Tarantino muss derzeit eine Menge Kritik einstecken. Nun hat sich auch Samantha Geimer, das Opfer Polanskis, zu Wort gemeldet. Tarantino sei im Irrtum, wenn er meine, dass sie einvernehmlichen Sex mit Polanski gehabt habe, betont sie.

In einem Interview mit "Daily News" erklärte Geimer: Zu hören, dass Tarantino 2003 in Howard Sterns Radioshow den sexuellen Übergriff auf sie im Alter von 13 Jahren als einvernehmliche Begegnung dargestellt habe, habe sie überrascht. "Er liegt falsch. Ich wette, er weiß es", sagte Geimer. "Ich hoffe, er macht sich nicht selbst zum Idioten, indem er so weiter redet."

In dem Interview mit Stern, das zu Beginn der Woche wieder aufgetaucht war, ist zu hören, wie Tarantino die Taten verteidigt, für die Polanski einst verurteilt wurde. Polanski floh damals aus den USA und lebt seither in Europa. Geimer sei nicht vergewaltigt worden, sie habe Sex gewollt, spekuliert Tarantino in dem 15 Jahre alten Gespräch.

"Warum finanziert jemand so etwas?"

In Hollywood sieht man darüber nicht so leicht hinweg - die Karriere Tarantinos, einst enger Vertrauter von Harvey Weinstein, könnte in Gefahr sein. Ausgerechnet der Charakter Polanskis soll in Tarantinos neuem Film eine entscheidende Rolle spielen - für Sony Pictures dreht der Regisseur einen Film über die sogenannte Manson-Familie. Sharon Tate, die am 9. August 1969 von den Mitgliedern der Sekte unter Führung Charles Mansons getötet wurde, war mit Polanski verheiratet.

"Jetzt wird Tarantino einen Film über Polanski drehen. Warum finanziert jemand so etwas?", schießt der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Judd Apatow auf Twitter gegen seinen prominenten Kollegen. Andere Nutzer riefen dazu auf, sich Tarantinos Filme nicht mehr anzusehen. Viele forderten auch, seinen Film über die Manson-Morde - angeblich ein 100-Millionen-Dollar-Projekt - zu stoppen.

Schauspielerin Diane Kruger nahm Tarantino unterdessen in Schutz: Ihre Gedanken seien bei Uma Thurman und allen, die jemals Opfer sexueller Übergriffe und Misshandlungen geworden seien, erklärte sie auf Instagram. Ihre Erfahrungen mit Tarantino seien aber ganz andere. "Ich möchte jedoch sagen, dass meine Arbeitserfahrung mit Quentin Tarantino pure Freude war. Er hat mich mit Hochachtung behandelt, missbrauchte nie seine Macht und zwang mich nie, etwas zu tun, bei dem ich mich nicht wohl gefühlt hätte", so Kruger.

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Quelle: n-tv.de