Unterhaltung

"Hahahahahahahahahahahahah" Reaktionen zum Echo-Aus

101958591.jpg

Bye Bye, Echo.

(Foto: picture alliance / Matthias Balk)

Das Ende für den Musik-Preis Echo nach dem Eklat um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Sie reichen von Zustimmung bis zu Kritik und Spott. Den Vogel schießt Sophia Thomalla ab.

Der Echo ist Geschichte. Mit der Abschaffung des seit 1992 vergebenen Musikpreises zieht der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) die Konsequenz aus der massiven Kritik, die es nach der diesjährigen Verleihung gehagelt hatte. Ist das die richtige Entscheidung, nachdem sich der Skandal um die Preisvergabe an die Rapper Kollegah und Farid Bang ausgeweitet hatte? Die Reaktionen fallen äußerst unterschiedlich aus.

*Datenschutz

Von Seiten der Politik äußerte sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Es ist richtig, dass die Musikindustrie endlich Konsequenzen gezogen hat und den Preis so nicht mehr vergeben wird", sagte die CDU-Politikerin der "Bild"-Zeitung.

15 Schweigesekunden für den Echo

Aus dem Lager der Musik kommen dagegen nur wenig explizite Stellungnahmen. Die meisten versuchen stattdessen, die Ereignisse mit flotten Sprüchen zu kommentieren. Sänger Andreas Bourani etwa twitterte in Anlehnung an seinen Hit "Auf uns": "Ein Hoch auf das was vor uns liegt :)". Dahinter hängte er die Hashtags "Echo" und "Veränderung".

*Datenschutz

Thomas D von den Fantastischen Vier machte sich auf seinem Twitter-Account mit einem schlichten Kommentar lustig: "Der Echo wird abgeschafft?!?!?! Hahahahahahahahahahahahah". Von Rapper Sido tauchte bei Facebook ein Video auf, in dem er 15 Schweigesekunden für den Echo absolviert. Jan Delay wurde in seinem Twitter-Kommentar zumindest etwas tiefgründiger: "Wieso nicht statt Echo lieber Antisemitismus abschaffen?"

"Höchst bedauerlich"

*Datenschutz

Für deutlichere Worte - in die eine wie in die andere Richtung - müssen schon die alten Recken ran. So erklärte BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken: "Eine nachvollziehbare, gute Entscheidung. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht im nächsten Jahr der alte Wein in neuen Schläuchen angeboten wird." Der frühere Chef des Labels BMG und ehemalige Juror bei "Deutschland sucht den Superstar", Thomas Stein, sieht das dagegen anders. "Ich finde es höchst bedauerlich, dass nach 26 Jahren wegen eines einzigen Vorfalls ein Preis abgeschafft wird, der den Stolz einer ganzen Branche widergespiegelt hat", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Als Medien-Vertreterin fand Moderatorin Barbara Schöneberger deutliche Worte: "Völlig richtig. Selber schuld, dass es jetzt so kommen musste. Das hätte man vorher auch anders hinkriegen können." Viele andere flüchteten sich dagegen in Ironie: "Wenn du aus dem Internet erfährst, dass du nie einen Echo gewinnen wirst", twitterte Satiriker Jan Böhmermann, dazu eine Fotomontage, die ihn mit einer Träne zeigt.

"Wo findet die Mahnwache statt?"

*Datenschutz

Auf dem Twitter-Account des Satiremagazins "extra 3" wurden gleich mehrere Tweets abgesetzt. "Wo findet denn die Mahnwache für den Echo statt?", hieß es zum einen. Kurz darauf folgte: "Der Echo wird abgeschafft. Dafür haben Kollegah und Farid Bang den Echo dann wirklich verdient."

Die Redaktion der "Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf kommentierte das Echo-Aus ebenfalls. Sie vertonte Passagen der diesjährigen Echo-Verleihung neu, so dass daraus ein skurriler Video-Zusammenschnitt wurde. Das Ganze überschrieb sie: "Und das soll jetzt alles vorbei sein? Echo."

"Finde ich super!"

*Datenschutz

Zu denen, die die Abschaffung des Musikpreises kritisch sehen, gehört dagegen offenbar Sophia Thomalla. Sie lehnte sich auf ihrer Instagram-Seite dementsprechend besonders weit aus dem Fenster. Zu einem Foto, das sie in hämischer Pose mit beiden Daumen nach oben zeigt, schrieb sie: "Ja, genau, lieber BVMI, lasst uns unseren einzigen Publikumspreis, den wir haben, in einen Award verwandeln, der genauso funktioniert wie die meisten Filmfestivals. Jury entscheidet, welcher Film der Beste ist. Nämlich der, den noch keine Sau gesehen hat." Dabei nahm sie auch Bezug auf die Band ihres Ex-Freunds Till Lindemann: "Damit Bands wie Rammstein, die weltweit Millionen Platten verkaufen, und Sängerinnen wie Helene Fischer nie wieder einen Preis kriegen, weil der eine sich vom rollendem 'R' gestört fühlt und die andere Schlagermusik nicht mag. Das ist natürlich viel besser, als sich einfach Gedanken darüber zu machen, wen man bei sich auftreten lässt. Finde ich super! Beide Daumen hoch."

Auch noch eine weitere ironische Anmerkung konnte sich das Model nicht verkneifen: "Andererseits wachsen endlich meine Chancen auf einen Musikpreis 2019. Ich hab da so eine Idee. Ein Duett mit Verona Pooth. Ihr dürft ruhig Angst haben."

Aber nicht nur in der Welt der Promis macht man sich über die Geschehnisse Gedanken. "Wenn man es nicht schafft, Songs mit antisemitischen Inhalten nicht zu prämieren, ist der einzige Weg anscheinend den Preis abzuschaffen ", merkte etwa eine Twitter-Nutzerin kritisch an. Und eine andere erklärte: "Anstatt sich mit 'Echocaust' auseinanderzusetzen, den Fehler einzugestehen, dass sie diesem Pack tatsächlich einen international anerkannten Musikpreis überreicht haben (Verkaufszahlen hin oder her), wird einfach der Echo abgeschafft. Dann wird schon Gras drüber wachsen." Das jedoch wird sich spätestens zeigen, wenn die Pläne für einen neuen Musikpreis präzisiert werden.

*Datenschutz

*Datenschutz

*Datenschutz

*Datenschutz

*Datenschutz

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, vpr/spot

Mehr zum Thema