Trump-Anhänger unter sichRoseanne Barr feiert Comeback mit auffälliger Besetzung

2018 verliert Roseanne Barr mit einem rassistischen Tweet ihre Sitcom. Nun meldet sie sich mit einer neuen Comedyserie zurück. Auffällig: Gleich mehrere Darsteller sind als Trump-Unterstützer bekannt und haben in der Vergangenheit mit umstrittenen Aussagen für Schlagzeilen gesorgt.
Roseanne Barr ist zurück - und für ihr TV-Comeback hat sich die 73-Jährige eine bemerkenswerte Truppe zusammengestellt. In ihrer neuen Comedyserie "Meemaw" stehen auffällig viele Schauspieler und Comedians vor der Kamera, die nicht nur als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt sind, sondern teilweise auch mit fragwürdigen Aussagen und Verschwörungserzählungen für Schlagzeilen gesorgt haben.
Wie das US-Branchenportal "Page Six Hollywood" berichtet, sind die Dreharbeiten bereits abgeschlossen. Seit November 2025 entstand die Serie weitgehend unbemerkt in Austin im US-Bundesstaat Texas. Neben Barr gehören Randy Quaid, Drea de Matteo, Omar Gooding und Doug Jones zur Besetzung. Gastauftritte übernehmen unter anderem Jon Lovitz, Tony Hinchcliffe und Kim Congdon.
Besonders ins Auge fällt die politische Nähe mehrerer Beteiligter zu Trump. Barr selbst unterstützt den Republikaner seit Jahren öffentlich und verbreitete wiederholt Verschwörungserzählungen.
Umstrittene Aussagen
Auch Drea de Matteo, bekannt aus der Mafia-Serie "Die Sopranos", hat bereits für so manche Kontroverse gesorgt. Sie kritisierte die Corona-Impfpolitik und verbreitete Behauptungen über die Pandemie, die von wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht gedeckt waren. 2024 spekulierte sie bei Fox News darüber, ob Hollywood-Stars für ihre öffentliche Unterstützung von Joe Biden bezahlt würden. Dabei brachte sie ausdrücklich Robert De Niro ins Spiel.
Ähnlich deutlich positionierte sich Randy Quaid. Der Schauspieler, der unter anderem aus den "Schöne Bescherung"-Filmen bekannt ist, gehört zu Trumps lautstarken Unterstützern und verbreitete nach der US-Präsidentschaftswahl 2020 unbelegte Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug. Im August 2026 bezeichnete er Anne Hathaway als linke, "woke" und schreckliche Besetzungsentscheidung für die geplante Fortsetzung von "Tage des Donners". Er begründete seine Kritik unter anderem damit, dass das Nascar-Publikum Maga-Anhänger seien.
Auch Comedian Tony Hinchcliffe, der in "Meemaw" ausgerechnet den Teufel spielt, ist kein Unbekannter im Umfeld des US-Präsidenten. Bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps im New Yorker Madison Square Garden sorgte er im Oktober 2024 für einen Eklat, als er Puerto Rico als "schwimmende Müllinsel" bezeichnete. Auch mit weiteren Witzen über Latinos, Schwarze und Juden löste er Empörung aus. Selbst aus den Reihen der Republikaner kam Kritik, Trumps Wahlkampfteam distanzierte sich von der Äußerung über Puerto Rico.
Eine jüdische Großmutter in Texas
In "Meemaw" übernimmt Barr die Hauptrolle einer Großmutter, die mit ihrer Familie unterschiedlicher Herkunft in Texas lebt und sich auf mögliche Krisensituationen vorbereitet. Gleichzeitig verfolgt sie ein ganz anderes Ziel: Ihre Enkelin soll die prächtigste Bat Mizwa bekommen, die Texas je gesehen hat. Die Geschichte trägt laut "Page Six Hollywood" teilweise autobiografische Züge. Barrs Figur stammt ursprünglich aus einer sehr liberalen jüdischen Familie an der US-Ostküste. Nachdem sie enterbt wurde, muss sie sich in Texas ein neues Leben aufbauen.
Randy Quaid spielt ihren Ehemann, Drea de Matteo ihre Tochter und Omar Gooding, der Bruder von Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr., ihren Schwiegersohn. Als Enkelin ist die junge Instagram-Bekanntheit Indy Bugg zu sehen. Auf sie aufmerksam gemacht habe Barr ihre Freundin Mo'Nique. Die Oscarpreisträgerin habe sie angerufen und erklärt, das Mädchen sehe nicht nur aus wie Barr, sondern verhalte sich auch genauso. "Sie ist so ein Star", schwärmt die Komikerin.
Elon Musk sollte die Serie unterstützen
Geschrieben hat Barr die acht Folgen gemeinsam mit Allan Stephan und Allen Covert. Finanziert wurde die Produktion von privaten Investoren. Auch bei Tesla-Chef Elon Musk versuchte Barr offenbar, Geld für das Projekt aufzutreiben. Erfolgreich war sie damit allerdings nicht. "Er hat mich nicht zurückgerufen", erzählt sie. Wo die fertige Serie ausgestrahlt oder gestreamt werden soll, ist bislang nicht bekannt.
Barr selbst ist jedenfalls überzeugt, mit "Meemaw" an ihre früheren Erfolge anknüpfen zu können. Sie hält die neue Comedy für mindestens so bahnbrechend wie ihre einstige Erfolgssitcom "Roseanne" und findet, dass ihre Arbeit mit den Jahren sogar besser geworden sei.
Trotz der auffälligen politischen Ausrichtung ihrer Besetzung will Barr die Serie nicht als reine Unterhaltung für Trump-Anhänger verstanden wissen. Ihr Wunsch sei es, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten wieder gemeinsam zum Lachen zu bringen. Selbst zerstrittene Familienmitglieder sollten sich nach einer Folge am besten versöhnen und zusammen ein Bier trinken. Auch die Republikaner sollen deshalb ihr Fett wegbekommen. "Ich mache mich über jeden lustig, denn jeder, der an der Macht ist, verdient es", erklärt Barr. Sie habe sogar Witze über Republikaner eingebaut, die besonders bei Linken gut ankommen dürften.
Rassistischer Tweet kostete Barr ihre Serie
Für Barr bedeutet "Meemaw" die Rückkehr ins Seriengeschäft, acht Jahre nachdem sie ihren größten TV-Erfolg durch einen Skandal verloren hatte. 2018 wurde die Komikerin vom US-Sender ABC gefeuert, nachdem sie die frühere Beraterin von Barack Obama, Valerie Jarrett, auf Twitter rassistisch beleidigt hatte. ABC Entertainment bezeichnete den Beitrag damals als "abscheulich, widerwärtig und unvereinbar mit unseren Werten". Barr entschuldigte sich öffentlich bei Jarrett und kündigte an, die Plattform zu verlassen.
Besonders brisant war der Zeitpunkt: Erst kurz zuvor war die Neuauflage ihrer Kultsitcom "Roseanne" erfolgreich gestartet. Nach Barrs Rauswurf wurde die Serie ohne ihre Hauptdarstellerin unter dem Titel "The Conners" fortgesetzt. Ob ihre neue Serie tatsächlich das von Barr erhoffte Publikum über politische Lager hinweg erreichen wird, bleibt abzuwarten.