Unterhaltung

"Armutszeugnis für dieses Land" Ruth Moschner schreibt Offenen Brief

Sexuelle Belästigung haben schon viele Frauen in den sozialen Netzwerken erlebt. Auch Ruth Moschner. Die Moderatorin wehrt sich dagegen nun mit einem Offenen Brief, den sie unter anderem dem Innen- und dem Justizministerium zukommen lässt. Die Strafverfolgung müsse konsequenter werden.

Die Fernsehmoderatorin Ruth Moschner hat an die Bundesregierung appelliert, Netzkriminalität schärfer zu bekämpfen. "Wer im Netz für eine Straftat keine Konsequenzen tragen muss, stumpft ab", schreibt die 45-Jährige in einem Offenen Brief an das Innen- und das Justizministerium sowie die Staatsanwaltschaft Berlin, den sie auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichte.

Moschner beruft sich dabei auf eigene Erfahrungen mit wiederholten, unerbetenen sexuellen Direktnachrichten von mehreren Nutzern auf ihrem beruflichen Instagram-Konto. Sie zitierte dabei auch mehrere vulgäre und beleidigende Formulierungen. Eine von ihnen lautet etwa: "Du hast schöne Beine. Einen geilen Arsch, den ich auch mal ficken möchte. Und dazu eine dicke geile Votze.“ Mit Blick auf den Rapper Fler heißt es an anderer Stelle: "Fler sollte dich mal durchficken bzw. in Dein Gesicht pissen."

Die Nachrichten habe sie angezeigt, erläutert Moschner. Die Ermittlungen seien jedoch eingestellt worden, da ein Täter nicht ermittelt werden konnte. Das zum Meta-Konzern gehörende Netzwerk, dem auch Facebook angehört, gab laut Moschners Brief die Daten nicht heraus.

Gesetz soll im Februar kommen

Die Moderatorin betonte, sie halte es für wichtig, dass die Änderung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes wie geplant im Februar in Kraft trete. "Ich halte das Inkrafttreten dieser Norm für zwingend geboten, da ich leider selbst erfahren musste, dass die derzeitige Strafverfolgung von Netzkriminalität ein Armutszeugnis für dieses Land ist."

Die Staatsanwaltschaft Berlin widersprach Moschners Vorwurf, die Behörde habe sich keine Mühe gegeben. "Das ist falsch", so Sprecher Martin Steltner. Die Reaktionen des Meta-Konzerns hingen erfahrungsgemäß von der Schwere des Delikts ab. Bei Beleidigungen seien die Erfolgsaussichten gleich null.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz gilt für alle Betreiber sozialer Netzwerke. Unter anderem werden künftig die Meldewege für Beschwerden vereinfacht. Unternehmen sollen dazu verpflichtet werden, alle notwendigen Daten inklusive Rechner-Adressen zur Ermittlung von mutmaßlichen Straftätern herauszugeben.

Für soziale Netzwerke reicht es künftig nicht mehr aus, strafbare Inhalte lediglich zu löschen. Mit der Reform des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes müssen sie an das Bundeskriminalamt gemeldet werden.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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