Unterhaltung

Serienhit "All of Us Are Dead" Wenn Zombies schöne Menschen fressen

Serien aus Südkorea stehen zurzeit hoch im Kurs. Ist das Endzeit-Teenie-Spektakel "All of Us Are Dead" nach "Squid Game" der nächste Überraschungserfolg? Viel Blut und Brutalität machen jedenfalls trotz kritischem Unterbau noch lange kein gutes Fernsehen.

Man kommt nicht um die Tatsache herum, dass der Gewalt- und Brutalitätsfaktor - allen voran in der Serien-Landschaft - kaum noch Tabus kennt. Szenen, die noch vor wenigen Jahren auf dem Index gelandet wären oder sich an ein erwachsenes Publikum gerichtet hätten, sind dieser Tage auf dem Level von Popcorn-Kino angesiedelt. Während man sich Chips in den Mund schiebt, wird auf der Mattscheibe gequält und gemordet. Der sozial- oder gesellschaftskritische Unterbau, mit dem Produktionen wie der südkoreanische Überraschungserfolg "Squid Game" unterfüttert sind, spielen dabei ebenso wenig eine Rolle wie kulturelle Nuancen. Das Blut muss fließen und zwar in Strömen, das scheint wichtig.

Wenn weltweit auf Schulhöfen und selbst in Kitas über eine Serie wie "Squid Game" gesprochen wird, hat das nichts mit der komplexen Politik Südkoreas zu tun. Rohe Gewalt, Menschen töten Menschen - das fasziniert auch Heranwachsende und Jugendliche. Hauptsache, es ist bunt und sieht cool aus.

"Oscars & Himbeeren"

Immer freitags präsentiert Ronny Rüsch "Oscars & Himbeeren", den ntv-Podcast rund ums Streamen. Diesmal neben der ausführlichen Kritik zu "All of Us Are Dead": das italienische Filmdrama "The Hand of God", die Miniserie "Inventing Anna" und das Justizdrama "Defending Jacob" mit Chris Evans und Michelle Dockery.

"Oscars & Himbeeren" - Informativ. Unterhaltsam. Kompakt. In der ntv-App, bei Audio Now, Spotify und Apple Podcasts.

Dass diese Art von Entertainment ab 16 Jahren freigegeben wird, wie unter anderem auch die originale "Star Trek"-Serie mit Captain Kirk von 1966, verwundert nicht mehr. Schließlich dient dies alles nur dem Zeitvertreib und soll den Zuschauern eine Auszeit vor der brutalen Wirklichkeit bieten.

Verdammt blutig und sehr stylisch

Dass nicht alles, was dieser Tage aus Südkorea auf deutsche Fernseher gestreamt wird, die Gunst der Masse genießt, sieht man an der Science-Fiction-Serie "The Silent Sea". Ein paar abgetrennte Gliedmaßen und ertrunkene Menschen reichen eben doch nicht, um aufgeregte Diskussionen auf dem Schulhof zu entfachen.

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Insofern war es nur konsequent, das nächste TV-Blutbad gleich im Klassenzimmer anzusiedeln. In der Netflix-Serie "All of Us Are Dead" sind es wieder einmal Zombies, die über die arglose Menschheit herfallen. Man sieht viele hübsche Teenager, die sich gegen Horden von Untoten zur Wehr setzen. Die zwölfteilige Serie ist blutig, actionreich, toll anzusehen und stylisch inszeniert. Zwischen den Gewaltorgien werden natürlich die gängigen Probleme des Schulhofalltags diskutiert: "Willst du jetzt mit On-jo gehen oder nicht?" Simpler und direkter können voyeuristische Grundbedürfnisse im Unterhaltungsbereich nicht gestillt werden.

"All of Us Are Dead" bietet Tötungen und Brutalität in Dauerschleife. Dass die Macher der Seifenoper-Apokalypse auch kritische Töne anstimmen, dürfte viele Zuschauer weder stören noch interessieren, denn die nächste Zerstücklung wartet schon an der Ecke.

"Oscars & Himbeeren" - der ntv-Podcast - wo sich jeden Freitag alles rund um Streaming-Dienste wie Netflix, RTL+, Amazon Prime & Co. dreht.

Quelle: ntv.de

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