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"Habe das damals verdrängt"Sugababes-Star spricht erstmals über Entführung

09.06.2026, 11:13 Uhr
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Von Schulfreundinnen zu internationalen Popstars: Mutya Buena, Keisha Buchanan und Siobhán Donaghy. (Foto: IMAGO/Avalon.red)

Sugababes-Sängerin Keisha Buchanan spricht erstmals über ein erschütterndes Erlebnis aus ihrer Jugend. Kurz vor dem Karrierestart der späteren Erfolgsband wird die damals 16-Jährige für mehrere Stunden entführt. Die Folgen begleiten sie noch lange Zeit.

Mit Hits wie "Overload", "Round Round" oder "Freak Like Me" gehörten die Sugababes zu den erfolgreichsten britischen Girlgroups der 2000er-Jahre. Millionen verkaufte Platten, ausverkaufte Konzerte und zahlreiche Chart-Erfolge machten die Band um die Schulfreundinnen Keisha Buchanan, Mutya Buena und Siobhán Donaghy zu internationalen Popstars. Doch kurz bevor die Karriere der Gruppe überhaupt richtig Fahrt aufnahm, erlebte Buchanan nach eigenen Angaben etwas Unvorstellbares: Die Sängerin wurde im Alter von nur 16 Jahren entführt.

Im Podcast "Live, Laugh, Luke ... with Luke Hamnett" hat die heute 42-Jährige erstmals ausführlicher über die dramatischen Ereignisse gesprochen. Die Entführung habe sich kurz vor ihren Abschlussprüfungen ereignet, die Sugababes standen damals unmittelbar vor ihrem Durchbruch. "Kurz vor meinen Prüfungen gab es diesen Vorfall, bei dem ich entführt wurde", erzählte Buchanan.

Sie sei auf dem Weg nach Hause gewesen, als sie von einem Mann verschleppt und für mehrere Stunden festgehalten worden sei. Eine Pause sei ihr nach dem Vorfall nicht gegönnt worden, so Buchanan. "Ich glaube, ich habe das damals irgendwie verdrängt und musste dann einfach wieder weitermachen - mit der Promotion unserer ersten Single." Aufgrund der traumatischen Erfahrung nahmen ihre Eltern sie schließlich von der Schule und organisierten eine alternative Form der Ausbildung.

Über die genauen Umstände der Entführung möchte die Musikerin erst in ihren geplanten Memoiren sprechen. Dennoch verriet sie, wie lange die Gefangenschaft dauerte. "Es waren ein paar Stunden. Für ein Kind ist das eine sehr lange Zeit", sagte sie. Um das Erlebte zu verarbeiten, begab sich Buchanan später in Therapie. Seitdem setzt sie sich nach eigenen Worten besonders stark für psychische Gesundheit und die Bedeutung professioneller Hilfe ein.

"Sie haben uns nicht wieder aufgenommen"

Als die Karriere der Sugababes zunächst ins Stocken geriet, wollten Buchanan und Mutya Buena wieder an ihre Schule zurückkehren. Zwar war die Debütsingle "Overload" europaweit erfolgreich gewesen, die weiteren Singles und auch das Debütalbum konnten die Erwartungen der Plattenfirma jedoch nicht erfüllen. Der Vertrag wurde schließlich aufgelöst, die Zukunft der Band war ungewiss. Laut Buchanan stießen die beiden bei ihrer Rückkehr an die Schule jedoch auf Ablehnung. Mit Blick auf Bandkollegin Siobhán Donaghy erinnert sie sich: "Sie haben sie wieder aufgenommen". Aber: "Als Mutya und ich zurückkommen wollten, waren sie unglaublich unhöflich. Sie sagten: 'Nein, nein, nein, ihr kommt nicht zurück. Ihr dachtet wohl, ihr würdet jetzt Popstars werden. Mal sehen, was daraus wird.' Also haben sie uns nicht wieder aufgenommen."

In den folgenden Jahren veränderte sich die Besetzung der Band mehrfach. Auf Siobhán Donaghy folgte das frühere Atomic-Kitten-Mitglied Heidi Range, mit ihr gelang der Band der kommerzielle Durchbruch. Nach und nach wurden die ursprünglichen Mitglieder durch Amelle Berrabah und später Jade Ewen ersetzt. Als Buchanan 2009 ausstieg und keine Gründungsmitglieder mehr Teil der Gruppe waren, lösten sich die Sugababes schließlich 2011 auf.

2012 fanden Buchanan, Mutya Buena und Siobhán Donaghy wieder zusammen und veröffentlichten zunächst unter dem Namen Mutya Keisha Siobhan neue Musik. Fast zehn Jahre später konnten sie schließlich die Rechte am Namen Sugababes zurückerlangen und feierten als Originalbesetzung ein viel beachtetes Comeback - unter anderem mit Auftritten beim Glastonbury Festival und bei Mighty Hoopla.

Rückblickend zeigt sich Buchanan dankbar dafür, trotz aller Rückschläge heute wieder erfolgreich auf der Bühne zu stehen. "Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl - und das klingt sehr klischeehaft -, dass all das Gottes Gnade zu verdanken ist. Ich empfinde das wirklich so. Denn die Dinge, die hinter den Kulissen passiert sind und von denen niemand etwas weiß, wie etwa die Entführung, zeigen mir, dass so vieles geschehen ist, dass einige von uns das eigentlich gar nicht hätten überleben dürfen. Und trotzdem stehen wir heute noch hier."

Quelle: ntv.de, lpe

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