Unterhaltung

Tödliche Suff-Fahrt im Ferrari Thailands Justiz verschont Red-Bull-Erben

AP_17244140154642.jpg

Vorayuth Yoovidhya im Jahr 2017 in London

(Foto: AP)

Die Energie-Limo Red Bull hat die Familie Yoovidhya in Thailand zu einflussreichen Milliardären aufsteigen lassen. Als ihr Sprössling betrunken einen Polizisten umfährt und flieht, beginnt ein jahrelanger Thriller - an dessen Ende Ermittlungen ohne Angabe von Gründen eingestellt werden.

Nach einem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht in Thailand stand der Erbe des Energydrink-Imperiums Red Bull jahrelang im Kreuzfeuer der Justiz - jetzt haben die Behörden in Bangkok alle Vorwürfe gegen Vorayuth Yoovidhya fallengelassen. Vorausgegangen sei die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, keine Anklage gegen den 35-jährigen Enkel des thailändischen Unternehmensmitbegründers Chaleo Yoovidhya zu erheben, sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten.

Der als Playboy bekannte Vorayuth, der den Spitznamen "Boss" trägt, wurde beschuldigt, 2012 in Bangkok mit seinem Ferrari einen Polizisten angefahren und mitgeschleift zu haben, worauf dieser gestorben war. Gegen den Red-Bull-Spross wurde unter anderem wegen Trunkenheit am Steuer, Geschwindigkeitsüberschreitung und rücksichtslosem Fahren ermittelt. Mehrere gerichtliche Vorladungen ignorierte er jedoch.

Empörung über Ungleichbehandlung

Der Millionenerbe verließ das Land und wurde zeitweise in London gesehen - jedoch hieß es jahrelang von den thailändischen Sicherheitsbehörden, es sei nicht festzustellen, in welcher Nation sich der Gesuchte befinde. Zu den Gründen der Staatsanwaltschaft, die Strafverfolgung einzustellen, wollte der Polizeisprecher sich nicht äußern.

Die Familie Yoovidhya gilt als eine der reichsten des südostasiatischen Staates, das geschätzte Vermögen beträgt 20,2 Milliarden US-Dollar (17,4 Milliarden Euro). Vorayuths Großvater hatte sich 1987 mit dem Österreicher Dietrich Mateschitz zusammengetan und gemeinsam mit ihm die weltbekannte Getränkemarke aufgebaut.

Viele Menschen in Thailand sind nun empört. Sie sehen darin ein Beispiel dafür, dass die Justiz im Land einseitig agiert und kaum gegen wohlhabende Verdächtige vorgeht. Polizeisprecher Krissana Pattanacharoen wies die Anschuldigungen zurück. Der Fall sei anhand der Beweislage überprüft worden. Die Polizei sei nun dabei, alle Haftbefehle gegen Vorayuth aufzuheben.

Quelle: ntv.de, shu/dpa