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Klunker-Klau im großen Stil "The Last Panthers" halten Europa in Atem

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Schadenssachbearbeiterin Naomi muss Anweisungen ihres kalten Chefs folgen - nur ein Erzählstrang von "The Last Panthers".

Sky

Ein Schuss kann alles verändern. Bei "Last Panthers" tötet er ein Kind und lässt einen millionenschweren Juwelen-Deal platzen. Auf den Spuren von Gewalt treibt die Sky-Serie ihre Protagonisten quer über den Kontinent.

Was von David Bowie goutiert wird, kann so schlecht nicht sein. Einfache Faustregel, trifft auch dieses Mal zu. Für "The Last Panthers", eine Co-Produktion der Sender Sky Atlantic und Canal+, hat die Musikikone den Intro-Song beigesteuert. Klar, damit bewirbt Bowie sein kommendes Album "Blackstar" - es soll im Januar erscheinen. Doch er bewirbt damit auch ein aufwendiges europäisches Format, dass sich anschickt, der US-amerikanischen Konkurrenz schon allein von der Aufmachung her etwas entgegenzusetzen.

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Die Pilot-Folge von "The Last Panthers" beginnt mit einem Juwelendiebstahl. Erst läuft alles wie am Schnürchen, aber dann - man kennt das ja - geht alles schief: Ein Schurke wird angeschossen, ein anderer zum Mörder und am Ende will der Käufer die Beute im Wert von 15 Millionen lieber nicht mehr haben.

Geschichten vom Klunker-Klauen haben sich über die Jahre ihr eigenes Genre erkämpft. Heist-Movies nennt man Langfinger-Filme wie Quentin Tarentinos "Reservoir Dogs". Hinter den Drehtüren mit Marmor verkleideter Bankfilialen kann nicht mehr viel Neues passieren. "The Last Panthers" gelingt es trotzdem, für ein bekanntes Motiv zu begeistern.

Cremige Diamanten

Düster wie ein skandinavischer Krimi und gemächlich bis zäh wie die zweite Staffel der Serie "True Detective" heftet sich "Last Panthers" unter Marseilles trübem Himmel an die Fersen dreier Hauptcharaktere. Der Kroate Goran Bogdan wird zu Milan, dem Anführer der Räuberbande, der Panther. Der Franzose Tahar Rahim nimmt als Polizist Khalil die Ermittlungen auf und die Britin Samantha Morton schlüpft in die Rolle von Naomi, die sich für eine Versicherung mit Ausnahmemethoden auf die Suche nach den gestohlenen Diamanten macht. Sie alle sind - das wird der Zuschauer langsam lernen - irgendwie gequälte Seelen, gebrochene Charaktere, die ganz wesentlich die Hingabe an ihren ganz individuellen Weg und ihre vielleicht noch individuellere Wahrheit eint.

Regisseur Johan Renck, der bereits Episoden von "Breaking Bad" und "The Walking Dead" abdrehen durfte, bedient sich bei "The Last Panthers" einer wahren Geschichte. In den späten Neunziger- und frühen Zweitausenderjahren machte sich eine Gruppe von Juwelendieben vom Balkan, vornehmlich aus Serbien, Montenegro und Kroatien, als "Pink Panther" einen Namen. Beamte von Scotland Yard waren auf die Bezeichnung gekommen, nachdem die Räuber ihre Beute einmal in einem Tiegel Gesichtscreme versteckt hatten - ein Trick der 1963 bereits in einem "Pink Panther"-Film zu sehen gewesen war.

Durch und durch europäisch

Insiderinformationen lieferte Renck der Journalist Jerome Pierrat, der sowohl einige der Kriminellen, aber auch diverse involvierte Polizisten begeleitet hat.

"The Last Panthers" folgt Spuren von Gewalt und Elend durch ganz Europa. Deswegen ist die Serie auch nicht mal einfach nebenbei zu genießen. Gedreht wurde nämlich in verschiedenen Sprachen, weite Teile kommen ohne Untertitel nicht aus. Das ist manchmal anstrengend, dann aber doch überwiegend grundsympathisch. Die Serie hat eine spannende Handlung und tolle Bilder. Womit sie aber tatsächlich besticht, ist ihre Begeisterung für ein Europa, das mehr ist als Eiffelturm, Big Ben und Kolosseum.

"The Last Panthers" läuft ab heute immer donnerstags um 21 Uhr auf Sky Atlantic. Das Format ist parallel über Sky Go, Sky On Demand und Sky Online abrufbar.

Quelle: n-tv.de

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