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Faustkampf und Massen-Crash Jason Bourne: Matt Damons Killer-Comeback

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Matt Damon schlüpft zum vierten Mal in die Rolle von Jason Bourne.

(Foto: Universal Pictures)

Er weiß jetzt, wer er ist, aber er weiß noch lange nicht alles. Weil noch immer die ganz große Verschwörung im Gange ist, schlüpft Matt Damon nach neun Jahren erneut in seine Paraderolle: Er ist zurück als Jason Bourne.

Es sollte noch ein Bourne-Film her, aber weder Matt Damon noch Regisseur Paul Greengrass hatten Lust. Es fehlte die richtige Story, hieß es, und so kam dann 2012 der lauwarme Spin-off-Streifen "Das Bourne Vermächtnis" mit Jeremy Renner in die Kinos. Nun steht aber mit "Jason Bourne" doch noch ein vierter Franchise-Film des erfolgreichen Duos in den Startlöchern. Der befriedigt zwar lieb gewonnene Sehgewohnheiten, reicht an die Vorgänger aber nicht heran.

Nach "Das Bourne Ultimatum" schien einfach alles geklärt. Jason Bourne konnte seiner Identitätskrise den Rücken kehren und er verabschiedete sich im gleichen Atemzug auch endgültig von dem Mann, zu dem er gemacht worden war. Deswegen muss sich der neue Film auch reichlich Mühe geben, ein Szenario zu entwerfen, in dem sein Held noch immer nach der Wahrheit strebt.

Julia Stiles muss ihn als alte Bourne-Flamme Nicky Parsons davon überzeugen, dass es sich im Fadenkreuz des amerikanischen Geheimdienstes noch immer besser lebt als unter Faustkämpfern. Viel mehr muss sie nicht. Für die sexy Gespielin ist sie zu alt geworden.

Getrieben, düster und knallhart

Da kommt dann Alicia Vikander ins Spiel. Die schöne Schwedin gibt, wie man das derzeit eben so macht, die junge, dynamische Computer-Expertin. Sie heftet sich online an Bournes Fersen - für die CIA und doch mit ganz eigener Agenda. Für allzu offensichtlich eindimensionale Rollen hat sie schon einen Oscar zu viel im Regal stehen.

Die neuen Kriege werden im Internet geführt, erklärten Matt Damon und seine Gefolgschaft auf den roten Teppichen dieser Welt. Edward Snowden sei eine Inspiration für die Geschichte gewesen, heißt es da. Schließlich seien auch Freiheitsrechte gerade ein großes Thema. Mag alles stimmen, den frischen Aufhänger, der Damon und Greengrass jahrelang gefehlt haben soll, hat man damit aber wirklich nicht gefunden. Selbst das "Fast & Furious"-Franchise hat seine Storyline schon in die Hände einer attraktiven Hackerin gelegt.

Als 2002 mit "Die Bourne Identität" der erste Film der Reihe in die Kinos kam, waren die Zuschauer begeistert. Endlich gab es einen Gegenentwurf zum ewig wohl frisierten Martini-Schlürfer Bond. Jason Bourne ist noch heute getrieben, düster und knallhart. Damon ist ein grandioser Schauspieler, Vikander steht ihm in nichts nach. Und wenn eine reichlich budgetierte Filmproduktion den Las Vegas Strip sperren darf, um darauf ein paar Dutzend Autos zu Schrott zu fahren, dann muss das einfach spektakulär aussehen. "Jason Bourne" macht schon Freude, nur kommt das eben alles andere als überraschend.

"Jason Bourne" läuft ab dem 11. August in den deutschen Kinos.

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Quelle: n-tv.de

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