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Matt Damon in "The Great Wall" Sag mir, was ich getötet habe

Eigentlich wollte er nur ein bisschen stehlen, doch plötzlich findet sich ein Söldner an der Chinesischen Mauer in einen jahrhundertealten Krieg verwickelt. Der mystische Action-Streifen "The Great Wall" zeigt Matt Damon im Kampf gegen Monster.

"Die Hand nehm' ich mit. Damit mir jemand sagen kann, was ich getötet habe." Weise Entscheidung, Matt Damon - beziehungsweise William Garin, denn so heißt der Hollywoodstar als Söldner in seinem neuen Film "The Great Wall". Irgendwo in der chinesischen Ödnis hat er soeben einen Angreifer erlegt. Das Souvenir, das er behält, wird ihm wenig später das Leben retten, ebenso wie ein anderes Mitbringsel, aber das führt hier zu weit.

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"The Great Wall" erzählt die Geschichte von einem, der Schwarzpulver und schnellen Reichtum sucht und stattdessen so etwas wie Sinn findet. Nach zwei Tagesreisen mit der abgeschlagenen Hand im Gepäck werden Garin und sein Kumpel Pero Tovar (Pedro Pascal, verbrannt zwecks Comic relief) an der Chinesischen Mauer von ziemlich majestätisch anmutenden Kriegern gefangen genommen. Die wissen, was für ein Monster die Fremden da zerlegt haben, ein Taotie nämlich. Und prompt greifen denn auch unzählige seiner echsenhaften Artgenossen an.

Nur ein bisschen Folklore

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In "The Great Wall" verteidigt Matt Damon die Chinesische Mauer vor echsenartigen Monstern.

(Foto: Universal Pictures)

Mehr als 150 Millionen US-Dollar soll das mystische Action-Spektakel gekostet haben. Es könnte mehr chinesischen Produktionen den Weg in die westliche Welt ebnen - oder ihn erst einmal versperren. Wohl auch um auf Nummer sicher zu gehen, hat man nicht nur einen der meist gelobten Regisseure Chinas, Zhang Yimou, sondern auch Hollywoodstars in den Hauptrollen verpflichtet. Gegen ein schwaches Skript hilft das aber alles nicht.

Nicht dass die chinesischen Krieger nicht spektakulär auf der Mauer drapiert wären. Sie tragen schillernde Rüstungen und beherrschen irre akrobatische Kampfstrategien, die Monster sind ekelhaft und man zuckt schon mal ordentlich zusammen, wenn ein Exemplar aus dem Mundwinkel sabbert. Es hätte einfach ein bisschen mehr Hintergrund-Story bedurft.

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Auf die Unterstützung seiner chinesischen Verbündeten ist Matt Damon in "The Great Wall" nur bedingt angewiesen.

(Foto: Universal Pictures)

Während Garin und Tovar sich andauernd auf ein Vorher beziehen, das der Zuschauer nicht kennt und das ihm auch nicht gezeigt wird, dürfen ihre chinesischen Weggefährten die Handlung mit ein bisschen Folklore unterfüttern. Wieso sie bereit sind, sich zu Hunderten in den sicheren Tod zu stürzen und was ihr Vertrauen nährt, das sie den Fremden als Tugend präsentieren? Nicht so wichtig.

Alles im Alleingang

Jing Tian und Andy Lau dürfen als Kommandantin und als Stratege des Militärs erklären, zeigen, inspirieren. Es gibt eine Frauen-Einheit, die Garin sogar einmal überlegen belächeln darf. Am Ende reproduziert "The Great Wall" dann aber doch nur wieder olle Hollywood-Motiv des Außenseiters, der mal schnell im Alleingang die Welt rettet.

Ganz schön doof von den Chinesen, sich all die Jahrtausende von den angriffslustigen Killerviechern in Schach halten zu lassen, hätten die mal gleich den weißen Mann gefragt - die Botschaft war sicherlich nicht beabsichtigt. "The Great Wall" ist ein ambitioniertes Projekt, das an zu vielen Stellen einfach träge wirkt. Als hätte sich da jemand nicht ganz so viel Mühe gegeben. So kommt Matt Damon dann halt von der Mauer zurück: sehr oberflächlich geläutert. Aber der Sieg ist sein.

"The Great Wall" startet am 12. Januar in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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