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Hallig, Westeroog, Wattenmeer"Das Gehöft" - Vom Paradies direkt in die Hölle

15.08.2026, 12:00 Uhr Thomas-BadtkeVon Thomas Badtke
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Die Hallig sieht eigentlich idyllisch aus, ist sie aber nicht. (Foto: DTV Verlag)

Eine menschenleere kleine Hallig im nordfriesischen Wattenmeer ist der Traum von Lara und ihren Freunden. Sie planen einen Archehof zum Schutz bedrohter Haustierrassen. Doch die Idylle entpuppt sich als tödliche Falle. Sie sind nicht allein und einer von ihnen hat eine dunkle Seite.

"I have a dream …" - Laras Traum ist ein Archehof auf Westeroog im nordfriesischen Wattenmeer. Gemeinsam mit ihrem Freund Henry, ihrem Bruder Malte und dem befreundeten Pärchen Silke und Kenan wollen sie bedrohten Haustierrassen auf einem Gehöft auf der menschenleeren und winzigen Hallig einen Überlebensraum schenken. Naturidylle pur, Meeresbrise, Ruhe und Abgeschiedenheit.

Aber wenn Menschen etwas planen, hat Gott etwas zu lachen: Zwar läuft zunächst alles nach Plan, die Gruppe richtet sich in dem einsamen Gehöft ein, sie stellen einen kleinen Mobilfunkmast auf, um die Verbindung zur Außenwelt zu erhalten. Sie räumen auf, erkunden die Insel, schmieden Pläne. Es ist fast wie der perfekte Urlaub im Paradies.

Wenn ein Traum zum Albtraum wird

Doch dann verschwindet Laras Bruder Malte spurlos. Einfach so. Weg. Und die Verdächtigungen beginnen, das Unheil nimmt seinen Lauf: Die Verbindung zur Außenwelt reißt ab, irgendjemand hat die Leitung gekappt. Ein Boot? Sollte da sein, aber: Fehlanzeige. Erst im Frühjahr steht der nächste Besuch bei der kleinen Gruppe an. Die Nahrungsmittel werden sicherheitshalber rationiert. Die Stimmung ist gereizt.

Henry, der Lara einen Antrag gemacht hat, bedrängt sie. Und für die junge Frau kommt ein weiteres Problem hinzu: Sie glaubt, einen Unbekannten auf der Hallig gesehen zu haben: schwarzer Regenmantel, tief ins Gesicht reichender Hut. Unheimlich. Mysteriös. Ihr kommt eine Erzählung in den Sinn: eine Frau, die wie ihr Bruder ebenfalls spurlos von der Insel verschwand. Wahrscheinlich im Meer umgekommen. Genaues weiß keiner. Aber vielleicht hat Lara ja ihren Mörder gesehen? Ove, so der Name des Ehemannes der Frau. Er hat noch einen Bruder, Helge, aber der soll sich im Urlaub befinden. Zumindest wurde auch er schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen.

Dann erfährt Lara von Silke, dass Henry ein Problem mit Zurückweisungen hat, vielleicht unter paranoider Schizophrenie leidet. Ihre Angst vor Henry nimmt immer groteskere Züge an, erst recht, als sie in seinem Handy entdeckt, dass er ihren Bruder mit "Irrer" abgespeichert hat. Ein klärendes Gespräch eskaliert. Die Gewalt bricht sich Bahn. Auch bei Silke und Kenan rumort es.

Abtauchen in eine andere Welt

Irgendwie ist hier klar: Das Verschwinden von Malte und der Inselbewohnerin ist nicht das Ende, vielmehr spitzt sich die Geschichte zu, kulminiert in einer Highnoon-Szene - und hinterlässt beim Leser und Hörer des Psychothrillers "Das Gehöft" von Leo Brand ein mulmiges Gefühl. Schließlich ist gerade Ferien- und Urlaubszeit und die Nordseeküste samt der ihr vorgelagerten kleinen und großen Inseln erfreuen sich einer ungebrochen hohen Beliebtheit.

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In "Das Gehöft", erschienen bei dtv und Hörbuch Hamburg und gelesen von Tim Gössler, entsteht aus dem Nichts heraus purer Horror. Das Paradies wird zur Hölle, zur tödlichen Gefahr. Dabei gelingt es Brands Story einerseits mit Spannung, Nervenkitzel und Twists zu überzeugen. Andererseits punktet der Autor auch mit Fachkenntnis und Detailreichtum, was das nordfriesische Wattenmeer, dessen Natur und die Bewohner betrifft. Süßes Grundwasser? Gibt es dort nicht. Ein "Priel"? Kann einen schneller das Leben kosten, als man denkt. Und Verschrobenheit wird zwar groß geschrieben, das geht aber nicht auf Kosten von Sympathie.

Was bleibt, wenn man das Buch gelesen hat? Der Traum, einmal eine Hallig zu besuchen. Die Einsamkeit zu genießen, ebenso wie die pure Natur. Vielleicht ein gutes (Hör-)Buch mitnehmen - beispielsweise "Das Gehöft"!

Quelle: ntv.de

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