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"Tatort" im Schnellcheck Altes Geld und tote Schokobarone

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Ermitteln zum zweiten Mal zusammen: Ott (Carol Schuler, l.) und Grandjean (Anna Pieri Zuercher).

(Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler)

Die Schweiz ist ein teures Pflaster, ganz besonders Zürich. Wie ausgeprägt die Zwei-Klassen-Gesellschaft schon ist, wissen die Ermittlerinnen Grandjean und Ott aus erster Hand. Ein spannendes Thema für den zweiten Zürcher "Tatort" - aber zeigt sich "Schoggiläbe" auch von seiner Schokoladenseite?

Was passiert?

In ihrem zweiten Fall müssen die beiden Zürcher Ermittlerinnen Ott (Carol Schuler) und Grandjean (Anna Pieri Zuercher) den Mord an einem erfolgreichen Schokoladenhersteller aufklären. Für Ott, die selbst aus einer milliardenschweren Unternehmerfamilie stammt, ein ungewolltes Heimspiel: Als Kind war die Kommissarin nicht nur mit Claire (Elisa Plüss), der Tochter des Ermordeten, befreundet, die beiden Familien waren obendrein noch Nachbarn. Keine einfache Situation für Ott, die zeit ihres Lebens vor allem aus den elitären Erbverhältnissen flüchten wollte.

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Hat bald starke Kopfschmerzen: Kommissarin Grandjean (Anna Pieri Zuercher).

(Foto: ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek)

Bei ihren Ermittlungen fördern die beiden Kommissarinnen naturgemäß jede Menge unappetitlicher Details zutage. Schon bald zeigt sich: Die Dynastie der Schokoladenbarone gibt sich nur nach außen hin zuckersüß. Dass Grandjean und Ott es aber mit gleich fünf Verdächtigen zu tun haben, macht die Sache nicht einfacher.

Worum geht es wirklich?

Zürich ist die teuerste Stadt der Welt, zumindest nach den Berechnungen der Schweizer Bank UBS. Schon eine Pizza Margherita kostet im Schnitt rund 25 Franken (umgerechnet etwa 23 Euro), von explodierenden Mieten und anderen Lebenshaltungskosten ganz zu schweigen. Auch wenn die Löhne in der Schweiz generell höher als in Deutschland sind, hat sich mittlerweile so etwas wie eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Schweizer Großstadt gebildet: Auf der einen Seite das alte Geld, auf der anderen Seite eine wachsende Zahl von Menschen in prekären Verhältnissen. Und genau diese soziale Ungleichheit nimmt sich "Schoggiläbe", auf Hochdeutsch also die Schokoladenseite des Lebens, zur Brust.

Wegzapp-Moment?

Eine der Szenen, in denen die Schauspieler die vierte Wand durchbrechen und den Zuschauern ihre eigene Rolle im Zürcher Klassensystem erklären wollen. Die Lehrstunde in sozialer Gerechtigkeit ist zwar gut gemeint, aber ziemlich plump umgesetzt.

Wow-Faktor?

Mehr zum Thema

Die virtuelle Tatortbegehung: Wie die Ermittlerinnen mit VR-Brillen auf dem Kopf die letzten Minuten des Opfers nacherleben, das hat schon was.

Wie ist es?

6 von 10 Punkten. Nach dem famosen Auftakt im vergangenen Herbst kommt Grandjeans und Otts zweiter Fall schwerfälliger und allgemein eher spannungsarm daher.

Quelle: ntv.de

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