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Rubins Ende Becker hängt "Tatort" an den Nagel

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Nach sieben Jahren ist für Meret Becker als Kommissarin Rubin beim "Tatort" Schluss.

(Foto: rbb / ARD / Hans Joachim Pfeiffer)

15 Episoden lang fahndet Meret Becker als Kommissarin Rubin nach Berlins übelsten Verbrechern. Aber nun ist Schluss: "Das Mädchen, das allein nach Haus' geht" ist Rubins letzter Fall - und ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken.

Ob sieben Jahre eine kurze oder eine lange Zeit sind, hängt wohl vor allem damit zusammen, wie man die Sache selbst sieht. Für Meret Becker waren die vergangenen sieben Jahre auf jeden Fall ziemlich lang: "Das ist länger, als meine Ehe gehalten hat, das ist schon irre", sagt die "Tatort"-Schauspielerin im Gespräch mit spot on news. Oder besser: die ehemalige "Tatort"-Schauspielerin, denn die Krimi-Karriere der toughen Ermittlerin findet mit "Das Mädchen, das allein nach Haus' geht" ein jähes und ziemlich endgültiges Ende.

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"Das Mädchen, das allein nach Haus' geht", hieß ihr letzter Fall.

(Foto: rbb / ARD / Hans Joachim Pfeiffer)

15 Episoden lang fahndete Becker als Kommissarin Rubin an der Seite ihres Kollegen Karow (Mark Waschke) nach den übelsten Verbrechern der Hauptstadt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Fälle des Duos trugen häufig eine besonders düstere Handschrift, die dem Moloch Berlin Rechnung tragen sollte. Das klappte gerade am Anfang noch nicht besonders gut: "Die beiden Antihelden bringen eine Menge erzähltechnisches Potenzial mit, sind aber zumindest in der ersten Episode genauso stark überzeichnet wie der Rest des Films", urteilten wir über den Auftaktfilm "Das Muli" im März 2015 und ahnten Übles.

Lebenslust, die fasziniert

Glücklicherweise spielten sich Karow und Rubin bald ein: "Harmonisch" konnte man das Verhältnis der beiden Charaktere zueinander zwar bis zum Schluss nicht nennen, aber die Schauspieler funktionierten erkennbar gut miteinander. Und auch, wenn Becker sich jetzt erst mal auf ein bisschen Ruhe vom Krimi-Alltag freut: Mit Perlen wie der "Inception"-Hommage "Meta", die den Grimme-Spezialpreis 2019 abräumte, bleiben ein paar Fälle der beiden so unterschiedlichen Ermittler im kollektiven Gedächtnis hängen.

In ihrem letzten Fall zieht Kommissarin Rubin dann gleich an mehreren Stellen Resümee: "Meine beiden Jungs haben sich längst abgenabelt, die leben bei meinem Mann. Ich hab' den Kompass verloren, Hoffnung steht mir nicht, ich habe kein Talent zum Glück. Ich sehne mich nur danach."

Trotz oder vielleicht gerade wegen all der Schicksalsschläge, die der Kommissarin in den vergangenen Jahren auf den Leib geschrieben wurden: Meret Becker schaffte es bis zum Schluss, ihrer bisweilen hoffnungslos verloren scheinenden Figur eine Lebenslust zu verleihen, die fasziniert. Und was auch immer Becker für die kommenden sieben Jahre geplant hat: Diese Eigenschaft dürfte sie weit über das "Tatort"-Universum hinaus mitnehmen.

Quelle: ntv.de

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