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"Die Quarantäne-WG" bei RTL Kebekus: Krise gut fürs Arschloch-Radar

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Gottschalk, Pocher, Kebekus und Jauch diskutieren am digitalen WG-Küchentisch.

Am dritten Abend haben sich die digitalen WGler Carolin Kebekus, "Bergdoktor" Hans Sigl und Pochers Tante Marion eingeladen. Es geht unter anderem um Klopapier-Gags und die auffallende Unvernunft der älteren Bevölkerung.

Zum dritten Mal treffen sich Thomas Gottschalk, Günther Jauch und der Corona-infizierte Pocher an diesem Abend im digitalen Wohnzimmer ihrer Isolationswohngemeinschaft. Nach etwas Einstiegsgeplänkel über Prinz Charles' positiven Corona-Test, die steigende Vorsicht Fremder im Umgang mit Jauch und die doch gar nicht so einfach zu beantragenden Kredite für Kleinunternehmer wird Marion zugeschaltet. Kennen Sie nicht? Kein Ding und wenig überraschend, denn bei ihr handelt es sich um die Tante von Oliver Pocher. Die lebt in Salzgitter und arbeitet dort im Einzelhandel.

Marion ist Kassiererin in einem Getränkemarkt und damit jeden Tag an der Front, wie sie es nennt. Als Jauch nach dem Verhalten der Kunden fragt, berichtet sie, dass die durchaus vorsichtiger geworden seien. Doch ausgerechnet die ältere Bevölkerung sehe die Sache noch immer nicht so eng. Diese Menschen glaubten offenbar, ihnen könne nichts passieren, so Tante Pocher. Immer wieder müsse man sie auf den Sicherheitsabstand hinweisen. Noch vor der Kontaktsperre am Montag sei das Verhalten der Kunden geradezu grenzwertig gewesen. Zwar gebe bei ihr nur Getränke zu kaufen, gehamstert würde aber auch hier. Für Monika ein eindeutiges Indiz, dass die Menschen in der Krise einfach mehr Alkohol konsumieren.

Nach Marions Verabschiedung wird Carolin Kebekus zugeschaltet. Auch Comedians haben dieser Tage weniger zu lachen als üblich. In Zeiten von Kontaktsperre und ständiger Infektionsgefahr sowie mehr als 10.000 Infizierten und fast 70 Toten in Nordrhein-Westfalen gehen der Kölnerin die Gags aus, doch Kebekus schlägt sich wacker.

Kebekus sorgt sich um Crew

Aus einem renovierungsbedürftigen Raum in ihrem Zuhause berichtet die 39-Jährige, dass sie am Anfang vor allem geschockt gewesen sei. Schnell aber habe sie versucht, positiv an die Sache heranzugehen. Und mit dem so generierten Optimismus glaubt sie, dass sich die WG-Mitbewohner und ihr Gast beziehungsweise ihre Gästin bald wieder persönlich begegnen können. Klopapier-Witze möchte sie jedenfalls nicht mehr machen. Auch sie musste ihre Auftritte vorerst auf den August verschieben, ohne Aussicht auf Erfolg. Viel schlimmer sei der Verdienstausfall allerdings für all jene, die sie normalerweise auf so einer Tour begleiten, so Kebekus. Ton, Technik und der Rest der Crew. Was ist mit den kleinen Theaterhäusern, kleinen Künstlern, abgesagten Drehs, fragt sie sich. Sie selbst treffe es nicht wirklich hart, wie sie ehrlich zugibt.

Ein User möchte wissen, ob die Promis glauben, dass die Krise das Verhalten der Menschen untereinander nachhaltig beeinflussen werde. Gottschalk hofft darauf, glaubt es aber nicht. Pocher diskutiert diese Frage schon seit längerer Zeit bei Instagram, wo er Influencer für ihr Verhalten kritisiert. Er glaubt, dass sich - gemessen an der Rücksichtslosigkeit, die viele jetzt gerade an den Tag legen - diesbezüglich eher wenig bewegen wird.

Was, wenn der Nachschub nicht kommt?

Kebekus vermisst derzeit vor allem das soziale Leben in den Kneipen, glaubt aber, dass ihr Arschloch-Radar nach der Krise besser funktionieren wird als davor, weil sich so viele gerade mit ihrem schlechten Benehmen outen. Da kann ihr Jauch nur beipflichten, denn die Menschheit werde sich nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Das habe man zuletzt bei der Flüchtlingskrise 2015 gesehen, als die freundliche Stimmung schnell gekippt sei. Ähnlich bei der Wende 1989 oder auch schon nach dem Ende der Nazi-Zeit.

Was, wenn der Nachschub nicht mehr kommt, die Regale in den Supermärkten wirklich leer bleiben? Jauch ist sich nicht sicher, wie viele Leute dann noch für ihre Nachbarn da sind. Ob nicht der eine oder andere doch eher dazu neigt, diesem Nachbarn die Brötchentüte zu klauen, statt sich weiterhin solidarisch zu zeigen.

Ein paar Tipps für das Vertreiben der Langeweile während der Corona-Isolation gibt es auch noch. Kebekus hat für den Geschwisternachwuchs eine Decke gehäkelt, für die sie die männlichen Kollegen bewundern. Pocher freut sich stattdessen über den offiziellen Brief der Stadt Köln, in dem er als Corona-Patient anerkannt wird, den ihm der Postbote dennoch und ironischerweise persönlich übergeben musste. Auch ist er aufgefordert, Tagebuch zu führen und seine Symptome und sein Befinden zu dokumentieren. So kann man seine Zeit auch verdödeln.

Der "Bergdoktor" räumt auf

Dritter und letzter Gast der heutigen Sendung ist Hans Sigl. Der ZDF-"Bergdoktor" macht die Männer-WG komplett. Und er traut sich gleich zum Einstieg, seinen neuen Kurzzeit-Mitbewohner Günther Jauch für die Unordnung auf seinen Regalen zu kritisieren. Der kommt tatsächlich ins Schleudern und versucht, sich damit herauszureden, dass er sich das Büro seit 25 Jahren mit einem anderen Messi teile. Er verspricht eine schönere Location, wenn er erstmal wieder daheim in Potsdam sei.

Sigl weist außerdem darauf hin, dass in dieser Sendung vermehrt Worte wie Krieg und Front gefallen seien. Dabei könnten wir uns alle doch froh und glücklich schätzen, in Sozialstaaten wie Deutschland und Österreich zu Hause zu sein und relativ gut weg zu kommen. Im Vergleich zu den USA beispielsweise. Für ihn wirke die ganze Situation wie ein Auffahrunfall, bei dem alle schauen und keiner das tut, was zu tun wäre. Stattdessen reden alle darüber, was alles noch schlimmer sein könnte.

Ihm gehe es darum, den Menschen in diesen Zeiten eine gute und entspannte Stimmung zu geben. Alles sei überschaubar, alles sei möglich, schließt Sigl die Sendung mit viel positiver Energie und zeigt noch schnell, wie man sich aus einer Männerunterhose den perfekten Mundschutz faltet. Besser kann man wohl nicht in den Feierabend starten.

Quelle: ntv.de