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Der Schnellcheck zum "Tatort" Stuhlkreis aus der Hölle

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Hilft nicht immer: Reden.

(Foto: SWR/Benoit Linder)

Wohnen wird immer teurer, viele Menschen werden immer einsamer. Die Lösung: Eine Baugemeinschaft gründen und zusammen mit Gleichgesinnten das Glück in die eigene Hand nehmen. Doch das geht nicht immer so gut, wie es gedacht ist.

Was passiert?

In der "Oase Ostfildern" gibt es ein Problem: Gerade mal vier Wochen lang hat der Traum vom Eigenheim für die bunt gemischte Baugemeinschaft gehalten, und schon ist das Haus nicht mehr ganz dicht. Noch problematischer ist allerdings die weibliche Leiche, die im undichten Fundament gefunden wird und die offenbar während der ursprünglichen Bauarbeiten dort eingemauert wurde. Während die Stuttgarter Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) die Ermittlungen aufnehmen und erst mal herausfinden wollen, wer da überhaupt liegt, wächst das Misstrauen innerhalb der Hausgemeinschaft.

Worum geht es wirklich?

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Die Hausgemeinschaft konfrontiert den vermeintlichen Täter.

(Foto: SWR/Benoit Linder)

Wohnen wird immer teurer, nicht nur in Stuttgart. Und weil das so ist, versuchen sich viele Menschen an alternativen Modellen des Zusammenwohnens. Die Gründung einer Baugemeinschaft, bei der die Baukosten auf mehreren Schultern verteilt werden und bei der am Ende alle Eigentümer sind, ist eines der beliebtesten. Neben den monetären Vorteilen schwingt bei den meisten Interessenten aber oft auch noch ein idealisierter Traum vom gemeinschaftlichen Wohnen mit. "Das ist unser Haus" greift das Thema auf und zählt anhand der unterschiedlichen Hausbewohner genüsslich genau die Konflikte auf, die dabei üblicherweise entstehen.

Wegzapp-Moment?

Die Szene, in der der technikaffine Marco (Joseph Bundschuh) dem Haus-Silberrücken Udo (Oliver Gehrs) während eines Plenums eine reinhaut: Eine der wenigen Szenen im Film, die komplett deplatziert wirken.

Wow-Faktor?

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In "Das ist unser Haus" wird quasi ständig Plenum gehalten. Während eines dieser Stuhlkreise aus der Hölle zeigt sich die Selbstgerechtigkeit der Gruppe ganz ungeschminkt: Nach langen gegenseitigen Verdächtigungen versöhnen sich erst alle wieder miteinander, um dann den Schuldigen außerhalb ihres Kreises zu suchen. Sie fahren zu dem ehemaligen Beitrittskandidaten und konfrontieren ihn mit ihrer Sicht auf die Dinge: "Du bist ein Sexverbrecher und wahrscheinlich auch ein Mörder." Beweise gibt es dafür zwar keine, aber immerhin hat das eigene Ego endlich wieder Oberwasser.

Wie ist es?

8,5 von 10 Punkten. "Das ist unser Haus" ist ein höchst unterhaltsamer und stellenweise irrsinnig komischer Krimi. Wie schon im Stuttgarter Krimi "Stau" schafft es Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Dietrich Brüggemann dabei auch diesmal wieder, die teils hoffnungslos überzeichneten Charaktere glaubhaft darzustellen - und damit ein präzises und sehr amüsantes Schlaglicht auf eine hochaktuelle gesellschaftliche Entwicklung zu werfen.

Quelle: ntv.de