Neue Gesichter, alte Bekannte"Tatort" und "Polizeiruf 110" kehren zurück - mit einer Revolution

Auch die wortwörtlich längste Sommerpause hat mal ein Ende. Am Sonntag nehmen die "Tatort"-Kommissare wieder den Dienst auf. Wer es nicht abwarten kann, der kann nun sogar bereits früher einschalten.
Was kann man binnen 19 Wochen nicht alles unternehmen: Die WM gucken. Die WM boykottieren. Bücher lesen, Halma spielen, den Führerschein machen. Das Weißkopfmaki-Weibchen trägt in dieser Zeit ein Junges aus, das Pinselohrschwein ebenso. Auch im Ersten ist man mit einer Idee schwanger gegangen, die jetzt das Licht der Welt erblickt. Aber der Reihe nach.
Mit dem Zürich-"Tatort" "Könige der Nacht", der letzten "Tatort"-Erstausstrahlung vor der Sommerpause, ging es in die Krimi-Ferien. Am Wochenende, nach der längsten Summerbreak ever - und hoffentlich von allen, die noch kommen werden - hat der Sonntagabend aber nun endlich wieder einen Sinn. Den Anfang macht der NDR am 13. September. "König in Gelb" lautet der Titel des "Tatort", in dem es Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) in ein besonderes Dorf in Niedersachsen führt. Demenzerkrankten wird dort ein normales Alltagsleben ermöglicht, doch einer der Bewohner ist möglicherweise ein Serienmörder.
Am 20. September nehmen auch die beliebten Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) den Dienst wieder auf. "Die letzten Menschen von Köln" stehen im Mittelpunkt des 96. Kölner "Tatort", es geht um den Mord an einem jungen Berufsschullehrer. Noch in diesem Jahr müssen die Dauerbrenner ein weiteres Mal ran. "Die guten Leute" sind womöglich nicht, was sie scheinen, es dreht sich um den Mord in einer Bio-Bäckerei. Am 4. Oktober sorgt eine "Explosive Mischung" für Aufruhr, wenn es die Ludwigshafener Kommissarinnen Odenthal (Ulrike Folkerts) und Stern (Lisa Bitter) in ein Stadtviertel führt, in dem Machtkämpfe toben und die Polizei machtlos scheint.
Am 11. und 18. Oktober heißt es dann: Willst du viel, schau' nach Kiel! Nach dem Borowski-Abschied wird der Start des neuen Teams mit Spannung erwartet. Die Premiere des Duos Sahin und Krieger (Almila Bagriacik und Karoline Schuch) ist denn auch gleich eine Doppelfolge wert, die Titel: "Unter Freunden"/"Unter Feinden".
Auch der Herbst wird heiß, im Franken-"Tatort: Gottesgarten" (25. Oktober) löst Fabian Hinrichs als Felix Voss seinen ersten Fall zusammen mit Emilia Rathgeber, gespielt von Rosalie Thomass. Danach erklingt auch endlich mal wieder der "Polizeiruf 110" in Rostock. "Sie haben Namen" (1. November) ist der kryptische Titel des Falles, die Leiche einer jungen Prostituierten aus Osteuropa gibt König und Böwe (Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann) Rätsel auf.
Schlag auf Schlag geht es weiter, in Münster, Zürich und Frankfurt, in Dortmund und Stuttgart. Kurz vor Weihnachten beschert die ARD schließlich allen Fans von Felix Murot (Ulrich Tukur) ein kriminell-schräges Präsent. "Murot und das Gespenst" ist der Titel, allein dieser schon vielversprechend und neugierig machend, bevor schließlich Moritz Eisner und Bibi Fellner (Harald Krassnitzer in seinem 63. Fall und Adele Neuhauser in ihrem 39. Fall) Abschied nehmen. Das passende Motto in Wien: "Dann sind wir Helden". Auch 2027 geht es abwechslungsreich weiter, mit dem neuen Münchner Team Hammermann und Buvak (Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek), dazu frischen Fällen in Bremen, im Saarland und im Schwarzwald.
Ende einer "Tatort"-Ära
Das Novum, die Revolution, das bislang Undenkbare: Mit Beginn der neuen Saison können registrierte Nutzerinnen und Nutzer die neuen Fälle von "Tatort" und "Polizeiruf 110" schon ab Freitag in der ARD Mediathek streamen - zwei Tage vor der Ausstrahlung im Ersten.
Für Sonntag-20.15-Uhr-Traditionalisten das Ende einer Ära, tatsächlich jedoch ein wohl überfälliges Update. Die wahren "Tatort"-Fans werden es vielleicht eh beim klassischsten aller Sendetermine belassen. In diesem Sinne: Zurück an die Arbeit, werte Kommissarinnen und Kommissare, es ist an der Zeit.