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Wieder was gelernt - der Podcast Bevölkerungsexplosion - ein Irrtum?

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(Foto: picture alliance / Daniel Dal Ze)

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Im Jahr 2100 wird es eng auf der Welt: Die Vereinten Nationen vermuten, dass dann etwa 11 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden - das wären etwa 4 Milliarden Menschen mehr als heute. Aber was, wenn sich die UN-Experten irren und sich der Trend bald umkehrt? Wolfgang Lutz ist Demograf, leitet das Weltbevölkerungsprogramm am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse bei Wien und erwartet genau das. In dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt" erzählt er, warum.

Hören Sie sich die neue Folge von "Wieder was gelernt" im Player an oder lesen Sie einen kurzen Auszug.

Aktuell leben gut 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde. Laut den Vereinten Nationen werden es schon in gut zehn Jahren eine Milliarde mehr sein. Für das Jahr 2100 prognostizieren sie eine Weltbevölkerung von 11,2 Milliarden Menschen. Abhängig ist die Entwicklung vor allem von der Geburtenrate in Afrika und Ostasien, sagt Wolfgang Lutz.

"Das sind die zwei Hauptfaktoren, die bestimmen werden, wie schnell die Weltbevölkerung insgesamt wachsen wird beziehungsweise, wann sie einen Gipfel erreicht und danach wieder zu sinken beginnt."

Richtig gelesen. Wolfgang Lutz erwartet, dass die Weltbevölkerung zahlenmäßig schon in 50 Jahren ihren Höhepunkt erreichen und dann wieder sinken wird. Warum? Weil er in seinem Modell die Bildung von Frauen stärker gewichtet.

"Das macht einen entscheidenden Unterschied, da eben nicht nur die Geburtenrate ganz eklatant mit der Bildung variiert, auch bei der Lebenserwartung und Sterberate macht es einen starken Unterschied. (...) Man kann zusammengefasst nicht sagen, dass das eine richtig und das andere falsch ist, aber wir glauben schon, dass unser Modell besser ist."  

Belege für seine These findet Wolfgang Lutz zum Beispiel in Äthiopien.

"Frauen, die nie in der Schule waren, haben im Durchschnitt mehr als sechs Kinder. Frauen, die zumindest in der Volksschule waren, haben ungefähr vier Kinder und Frauen, die in der Sekundarschule waren, haben zwei oder unter zwei Kinder - sie sind also fast auf europäischem Niveau bei der Kinderzahl."

Die ganze Folge finden Sie hier, direkt bei Soundcloud und natürlich überall dort, wo Sie gerne Podcasts hören:

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Quelle: n-tv.de

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