Der Ultrabillige aus Indien: Tata präsentiert den Nano
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Der Tata Nano ist da. Nein, nicht in Europa - aber in Indien ist das Billigauto ab jetzt zum Kampfpreis zu haben.Bild 1 von 36 Für 100.000 Rupien (rund 1450 Euro) soll es den Nano in Indien geben. Die Basisversion ist allerdings auch kaum mehr als ein überdachter Motorroller. Gerüchteweise dürfte der Preis aber mittlerweile schon bei 120.000 Rupien liegen.Bild 2 von 36 Firmenpatriarch und Präsident Ratan Tata ließ es sich nicht nehmen, den Kleinwagen persönlich der Weltöffentlichkeit vorzustellen.Bild 3 von 36 Und diese erschien zahlreich. Weltweit sorgte das Billigauto für Aufmerksamkeit.Bild 4 von 36 Ein "großer Tag" ist die Präsentation des Autos für die Marke Tata, so Unternehmenssprecher Debashis Ray (rechts).Bild 5 von 36 Links ist die Standard-Version zu sehen. In der Mitte und rechts die Luxus-Version. Bei Tata erhofft man sich einen ähnlich großen Erfolg wie ihn einst der Käfer von Volkswagen hatte. Er soll ein ganzes Volk mobilisieren.Bild 6 von 36 Doch das Volk hat sich erst mal gewehrt. Und zwar gegen die Fabrik, in der der Nano gebaut werden sollte. Die Entschädigung für ihr Land fanden viele Bauern unzureichend. Einige wollten schlicht ihr Land für den 400 Hektar großen Neubau nicht hergeben.Bild 7 von 36 Im vergangenen Oktober hatte Tata den ursprünglich geplanten Standort im Bundesstaat Bengalen aufgegeben. Dort war die Produktionsstätte schon fast fertig.Bild 8 von 36 Doch wegen der massiven Proteste stellte man den Bau ein. Jetzt wird erst mal notdürftig in zwei anderen Fabriken produziert, bevor Ende des Jahres das neue Werk in Gujarat fertig wird.Bild 9 von 36 Daher wird man im ersten Jahr wohl nur in der Lage sein, zwischen 30.000 und 50.000 Autos zu bauen. Vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn auch für den Billigwagen dürfte es keine unendliche Nachfrage geben.Bild 10 von 36 Schließlich kennt man in Indien so etwas wie die Abwrackprämie nicht. Und die Wirtschaftskrise trifft gerade potenzielle Käuferschichten in den Schwellenländern besonders hart.Bild 11 von 36 Nichtsdestotrotz soll der Nano mit einem 33-PS-Motor im Heck (wie seinerzeit der Käfer) die Welt erobern. Diese werden aus 623 Kubikzentimetern gewonnen.Bild 12 von 36 Auf winzigen Rädern, fast Rollerreifen, bewegt sich das Gefährt voran. Im Bild ist die Basisversion zu sehen, die außer Motor, Gehäuse, Reifen und einem Lenkrad auch nicht viel mehr bietet.Bild 13 von 36 Die Luxus-Version ist zumindest von vorne etwas ansehnlicher und zeigt etwas mehr Komfort.Bild 14 von 36 Zahlreiche deutsche Zulieferer stecken in dem kleinen, billigen Inder. Die Einspritztechnik kommt von Bosch, das Getriebe von ZF und außerdem sind noch BASF, Conti, Behr, Mahle und Freudenberg mit an Bord.Bild 15 von 36 Im Innenraum muss man dennoch auf nette Standards wie Klimaanlage, Servolenkung oder elektrische Fensterheber verzichten. Ging ja schließlich früher auch ohne.Bild 16 von 36 Auch das Platzangebot ist nicht gerade üppig. Wird sicher kuschlig auf dem Rücksitz.Bild 17 von 36 Auch in Europa soll der Nano bald anrollen. Auf dem Genfer Automobilsalon war die Europa-Version des Inders bereits zu sehen. Auf unserem Kontinent wird er aber mindestens 5000 Euro kosten.Bild 18 von 36 Angeblich erfüllt er bereits alle Standards in Sachen Sicherheit und Abgase. Ab 2010 soll er ausgeliefert werden, allerdings nur in Polen, Spanien und Italien. In Deutschland wird es ihn frühestens ab 2012 geben.Bild 19 von 36 Die Sicherheitsanforderungen sind für die Inder problematisch. Eine direkte Konfrontation mit einem guten deutschen Alleebaum mag man sich mit dem Nano nicht gerne vorstellen.Bild 20 von 36 | Foto: APWenn er kommt, tritt der Tata Nano gegen etablierte, aber teils weitaus teurere Konkurrenz an. Wie den Smart zum Beispiel, den es ab 9990 Euro gibt.Bild 21 von 36 Noch kostspieliger ist der Toyota iQ. Den gibt es nämlich erst ab 12.700 Euro.Bild 22 von 36 Auch der Fiat 500 zählt zu den direkten Konkurrenten. Der schlägt mit einem Basispreis von 11.000 Euro zu Buche. Günstiger ist da sogar der Panda, den es für 9690 Euro gibt.Bild 23 von 36 Tata hat mit dem Indica bereits ein Eisen in Europa im Feuer. Vergangenes Jahr aufgefrischt, soll der Kleinwagen noch in diesem Jahr nach Europa kommen. Allerdings kostet er schon in Indien 7000 Euro.Bild 24 von 36 Dafür ist ein 1,3-Liter-Fiat-Diesel an Bord. Die erste Version war unter dem Namen City-Rover in England allerdings ein Flop.Bild 25 von 36 Das könnte natürlich daran liegen, dass die europäischen Kunden durchaus nicht geringe Ansprüche an ihre Autos haben. Werden die erfüllt, dann ist es mit billig erst mal vorbei.Bild 26 von 36 So startet der Nano in eine ungewisse Zukunft. Mitten in der Weltwirtschaftskrise ist das Umfeld für ein solch ambitioniertes Projekt nicht gerade ideal. (Bild von der ersten Präsentation im Januar 2008)Bild 27 von 36 Zudem soll sich Tata Motors in ernsten Schwierigkeiten befinden. Im letzten Quartal wies der Konzern erstmals einen Verlust aus. Die Bargeldreserven sollen angeblich nur noch bei 100 Millionen Dollar liegen.Bild 28 von 36 Rating-Agenturen haben das Unternehmen bereits herabgestuft. Damit ist es noch schwieriger für Tata, an frisches Geld zu kommen.Bild 29 von 36 Dennoch hat der Nano bereits durch seine bloße Ankündigung schon einiges in der Autowelt in Bewegung gebracht.Bild 30 von 36 Suzuki-Maruti, Hyundai und Renault basteln eifrig an eigenen Billigautos für den Subkontinent mit seinen schätzungsweise 1,148 Milliarden Einwohnern.Bild 31 von 36 Aufgrund der miserablen Infrastruktur und dem dichten Gedränge auf den Straßen dürfte es zu Kleinwagen gar keine Alternative geben.Bild 32 von 36 Und schließlich will sich Indiens rasant wachsende Mittelschicht vom Motorrad oder Roller zu vier Rädern weiterentwickeln.Bild 33 von 36 Insofern dürfte es in jedem Fall einen Markt für den indischen Billigheimer geben. Wenn dem Konzern nicht vorher die Luft ausgeht.Bild 34 von 36 | Foto: APOb er auch in den etablierten Märkten in Europa Erfolg haben wird, bleibt offen.Bild 35 von 36 | Foto: APDort gibt es schlagkräftige Konkurrenz und die Preise sind hierzulande nicht zu halten. Es bleibt weiter spannend mit dem Nano. (Text: Markus Mechnich; Bilder: AP, Reuters, Hersteller)Bild 36 von 36 | Foto: AP
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