Panorama

"Wir sind besorgt" 20 Prozent mehr positive Corona-Tests

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In einem Labor wird ein PCR-Test ausgewertet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Innerhalb einer Woche steigt die Zahl der positiven PCR-Tests stark an. Der Laborverband ALM sieht diese Entwicklung mit Sorge. Vor allem, weil auch der Anteil der Corona-Mutante B1.1.7 weiter zunimmt. Aufklärungsbedarf sehen die Experten außerdem beim Umgang mit Schnell- und Selbsttests.

Der Anteil positiver Coronatests nimmt dem Laborverband ALM zufolge in Deutschland wieder zu. Die Positivrate sei im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegen, teilte der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin mit. Demnach fielen 20 Prozent mehr PCR-Tests auf Corona (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981).

"Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu", so der ALM-Vorsitzende Michael Müller. Die Anzahl der Tests stieg den Daten aus 173 Laboren (Vorwoche 171) zufolge um fast 64.000 auf gut 1,08 Millionen. In wie vielen Fällen der PCR-Analyse ein Schnelltest vorausging, ist nicht bekannt.

Der Verband sieht bei der Verwendung noch Aufklärungsbedarf: "Alle sollten wissen, dass sie sich im Falle eines positiven Antigen-Schnelltests sofort isolieren müssen, um das Risiko weiterer Ansteckungen zu minimieren", erklärte Müller. Jeder positive Antigentest sei umgehend durch eine PCR zu bestätigen. Zudem müsse klar sein, dass negative Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme mit maximal einem Tag Gültigkeit seien, hieß es vom Verband auch. Er rät zudem an, die Menschen im Umgang mit den neuen Selbsttests besser aufzuklären.

Auf die steigende Zahl der PCR-Tests sind die fachärztlichen Labore dem Verband zufolge vorbereitet. Die Kapazitäten seien in den vergangenen Wochen noch weiter ausgebaut worden. „Bisher sind unsere Kapazitäten zu etwas mehr als der Hälfte ausgeschöpft", hieß es weiter. "Wir sollten die vorhandenen Ressourcen nutzen, um mit breiter Testung weiterhin größtmögliche Sicherheit zu erreichen.“

Bei ihrer Öffnungsstrategie setzt die Bundesregierung verstärkt auf Schnell- und Selbsttests. Für jeden Bürger steht pro Woche ein kostenloser Schnelltest zur Verfügung. Dabei führt geschultes Personal - etwa in Apotheken oder Testzentren - Wattestäbchen tief in die Nase oder den Rachen ein. Anders ist das bei Laien-Selbsttests, die immer stärker in den Handel kommen: Die Probe wird nicht ganz so tief aus der Nase entnommen, und man kann diese Tests selbst durchführen.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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